Kultur

Kom’ma-Theater widmet sich einen Abend lang John Lennon

Jürgen Sarkiss kopierte gekonnt Lennons nölenden, teilweise ekstatischen Gesang des Musik-Genies John Lennon.

Jürgen Sarkiss kopierte gekonnt Lennons nölenden, teilweise ekstatischen Gesang des Musik-Genies John Lennon.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Das Rheinhauser Kom’ma-Theater hat sich einen Abend lang der Beatles-Legende John Lennon gewidmet. Und dabei ging es nicht nur um Musik.

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Uwe Frisch-Niewöhner hat sie alle gesehen. Ob nun Jimi Hendrix oder eben auch John Lennon zusammen mit den Beatles. „Am 25. Januar 1966 hab ich die „Fab Four“ in der Essener Grugahalle bei ihrer Blitz-Tournee erlebt. Sie haben über eine lächerliche 300-Watt-Lautsprecheranlage gespielt“, sagt der 70-jährige Schauspieler des Kom‘ma-Theaters. Selbst mit kleinen Kofferverstärkern ist die Band um den Gitarristen Peter Engelhardt lauter als die Beatles in einer Hommage an das musikalische Genie von John Lennon.

In einer Form musikalischen Theaters lassen die fünf Akteure das Vermächtnis des Weltstars vor 140 Gästen im Kom‘ma-Theater lebendig werden. Niewöhner trägt kleine Texte von John Lennon vor, in denen dessen Persönlichkeitsstruktur, nämlich die eines egozentrischen Genies, durchschimmert - richtig dramatisch wird es, wenn daraus ein Zwiegespräch mit Sänger Jürgen Sarkiss entsteht. „Manische Konsequenz“, das war zeitlebens Lennons Motto, mit dem er seine Musik komponierte, bevor er sich aus dem Business zurückzog.


Kritiker waren ihm stets egal

Dabei war es dem Sänger und Gitarristen egal, was Publikum und Kritiker von ihm dachten – seine Selbstverwirklichung als Künstler war sein höchstes Ziel. „Na gut, ich bin ein lausiger Gitarrist. Klar ist George (Harrison, die Red.) tausendmal besser als ich“, soll Lennon gesagt haben. Dazu spielt die Band um den Ausnahmegitarristen Engelhardt den Song „Rock‘n Roll Music“ aus Chuck Berrys Feder – und lässt es bei „Instant Karma!“ richtig krachen, auch weil Jürgen Sarkiss gekonnt Lennons nölenden, teilweise ekstatischen Gesang kopiert.

In einer Akustikversion interpretieren die Musiker den Welthit „Imagine“, und dabei lässt es sich Profimusiker Engelhardt nicht nehmen mit Jazz-Akkorden über seine Bünde der Gitarre zu gleiten. Nostalgisch wird es, als die Band, deren Bassist Volker Kamp und Drummer Stefan Lammert das rhythmische Grundgerüst garantieren, die Beatles-Hits aus Lennons Feder „Nowhere Man“ oder „Strawberry Fields“ abliefert.

Eine Hammer-Version zu „Watching The Wheels“ gibt es noch zu hören, bevor die vier Musiker – auch aus Anlass des 78. Geburtstags von Bob Dylan – dessen Song „Like a Rolling Stone“ anstimmen und die 140 Gäste zum Mitsingen bringen.

Ganz begeistert ist Ramona Stein. Die 35-Jährige hat noch Vinyl-Schallplatten von John Lennon und sagt: „Seine Musik hat etwas für die Ewigkeit.“

Auch wenn Lennon am Ende nicht mehr an Mythen und die Beatles geglaubt hat, und auch nie einen Totenkult um im Drogenrausch gestorbene Musiker wie Jimi Hendrix zuließ. „Verehrt die Lebenden - nicht die Toten“, soll er gesagt haben. Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon in New York Opfer eines Attentats – seitdem besteht der Kult um ihn…

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