Kultur in Duisburg

Konzert: Viel Abwechslung in der Christus-König-Kirche

Ludger Morck an der Orgel bot dem Duisburger Publikum ein abwechslungsreiches Konzert. (Archivbild)

Ludger Morck an der Orgel bot dem Duisburger Publikum ein abwechslungsreiches Konzert. (Archivbild)

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Bei ihrem Konzert in der Christus-König-Kirche unternahmen Ludger Morck und Stefan Büscherfeld eine Reise durch die Jahrhunderte.

Seit 25 Jahren musizieren der Organist Ludger Morck und der Trompeter Stefan Büscherfeld aus Moers miteinander. „Wir haben natürlich immer Pausen dazwischen gehabt, aber seit 1995 geben wir regelmäßig in Abständen gemeinsam Konzerte“, sagt Ludger Morck zu Beginn der Freitagsmusik in der Bergheimer Christus-König-Kirche. Die beiden Musiker beweisen nicht nur über ihr dauerhaftes Zusammenspiel einen langen Atem – den brauchen sie genauso für ihre beiden ausschließlich über Luft betriebenen Instrumente.

Sie haben durch die musikalischen Archive gestöbert, und so manches Schätzchen für ihr Konzert „Blech blasen und Tasten tasten“ ausgegraben – und dabei darauf geachtet, dass der musikalische Streifzug die Jahrhunderte abdeckt. Ein Schmankerl ist direkt der Einstieg des zeitgenössischen Komponisten Daniel E. Gawthrop mit der Nummer „Tea and Trumpets“. Hier ist zu Beginn eine aufwühlende Tonfolge am Flügelhorn von Stefan Büscherfeld zu hören in der Eröffnungssequenz „Trumpet Mandatory“ – so, als ob er wie ein Garnisons-Trompeter zum morgendlichen Appell der Soldaten bläst, allerdings zur Abendstunde.

Höhepunkt ist das „Konzert für Trompete und Orchester“

Danach wird es elegisch, im Zusammenspiel mit der Orgel bekommt das Stück, das den Charakter eines langsamen Marschs aufweist, schon fast hymnische, aber auch jazzige Züge, da die Harmonien in diese verquere Richtung zielen. Beim letzten Teil „Piccolo Piechettato“ des dreisätzigen Werkes des modernen, amerikanischen Komponisten strebt Büscherfeld in seinen Melodiefolgen in hohe tonale Weiten, spielt diese Sequenz mit der Piccolo-Trompete.

Einen krassen Gegensatz dazu liefern die beiden mit einem barocken Werk Carl Philipp Emanuel Bachs von der Orgelbühne. Es ist die „Sonate in e-moll“, ein Stück, das vielleicht bei höfischen Empfängen Friedrichs des Großen an Schloss Sanssoucci zu Gehör gebracht wurde. Der wohl berühmteste der Söhne Johann Sebastian Bachs stand ja 28 Jahre in den Diensten des preußischen Regenten. Das Stück, obwohl in Moll geschrieben, hat eine feierliche Leichtigkeit, das bringen Morck und Büscherfeld im wechselnden Spiel gerade im „Allegretto“ und dem folgenden „Allegro“ zum Ausdruck – diese Leichtigkeit beeindruckt die etwa 80 Gäste, die im schummrigen Lichtschein die Musik genießen. Als Intermezzo spielt Morck Felix Mendelssohns „Finale in D-Dur“ aus der sechsten Orgelsonate solo.

Der Höhepunkt ist das „Konzert für Trompete und Orchester“ von Alexander Grigorjewitsch Arutjunjan. „Ich habe das Werk vor Jahren nach einer Klaviernotation gespielt. Die 20 Seiten musste ich jetzt für die Orgel neu setzen“, erklärt Morck dem Publikum. Dementsprechend gewaltig tastet der Organist an seinen Tasten und ahmt ein ganzes Orchester nach, wobei Stefan Büscherfeld die Melodie am Flügelhorn obliegt. Als Zugabe spielen die beiden die „Premiere Suite“ von Jean-Joseph Mouret und bekommen großen Beifall für dieses abwechslungsreiche Konzert.

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