Kirchen-Serie

Lichtblicke in der Liebfrauenkirche in Hochheide

Das große Kreuz an der Decke zieht viele Blicke auf sich und schafft eine besondere Atmosphäre

Das große Kreuz an der Decke zieht viele Blicke auf sich und schafft eine besondere Atmosphäre

Foto: Norbert Prümen

Duisburg-Hochheide.   In der Hochheider Kirche hängt ein Kreuz aus Acryl, das die Besucher mit seinen außergewöhnlichen Farbspiegelungen der bunten Fenster beeindruckt

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Jeder Hauch von Luftzug lässt es anders erscheinen, wenn es sich um sich selbst zu drehen scheint. Schattierungen von den sechs rot-blau-weißen Kirchenfenstern der Südseite spiegeln sich darin, mal heller, mal dunkler, je nach Stand der Sonne. Gerade am Nachmittag bricht sich das Licht auf wundervolle Weise in dem Kreuz.

Seit 2009 ist die Liebfrauenkirche in Hochheide im Besitz dieses einzigartigen Lichtkreuzes. Es hängt etwa vier Meter von der Decke herab, den gleichen Abstand hat es vom Altarraumboden. Zwei Meter breit und zwei Meter lang ist es, gefertigt hat es der Recklinghauser Künstler Ludger Hinse aus Acrylglas. „Es soll sichtbar machen, wofür das Kreuz Jesu Christi steht – nämlich den Tod aus den Angeln zu heben“, sagt Fritz Koop, der sich gut in der Liebfrauenkirche, die 1931 fertiggestellt wurde, auskennt. Er wirkte teilweise auch bei den Anschaffungen von Kunstgegenständen im Kirchenvorstand bis 2003 mit. Der 81-Jährige kennt die Kirche noch aus den Anfängen und weiß, dass der jetzige Meditationsraum, also bis zum großen Umbau 2006 durch den Architekten Hermanns aus Kleve, noch der Altarraum war. „Ich erinnere mich, als wir Anfang der 50er-Jahre als Messdiener vom Kirchenboden noch neun Stufen hoch zum Altar gingen“, sagt Fritz Koop.

Seit 2006 ist ein neuer ebenerdiger Altar in der Kirche zu sehen, den Bischof Lettmann im August 2006 feierlich einweihte. Das Besondere: Er ist aus Teilen des alten Altares von 1961 aus Anröchter Dolomit quaderförmig gebaut worden. Neben den Reliquien des Hl. Beatus und Jucundinus befinden sich darin Tagebuchnotizen des 1996 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen Karl Leisner. So etwa: „Zur Freiheit hat Christus euch befreit, werdet nicht Knechte des Menschen.“

Ein weiterer Lichtblick in der Liebfrauenkirche ist der Tabernakel. Gefertigt wurde er in den Kunstwerkstätten von Maria Laach und er wurde am 30. Juni 1961 in dem Hochheider Gotteshaus aufgestellt. Dieser erscheint trapezförmig. „So können die Betenden frontal auch die Motive an den Seiten betrachten“, sagt Fritz Koop. Und tatsächlich: Zu sehen sind auf den Wänden Jungfrauen, die mit ihren Lampen sinnbildlich Christus entgegeneilen. Der Kevelaerer Goldschmied Willi Polders hat die biblische Verheißung: „Selig, die teilhaben am himmlischen Hochzeitsmahl“ dadurch hervorgehoben, dass er die Figuren und das Himmelstor auf silbernem Untergrund vergoldet hat.

Ein Highlight der Kunst an Liebfrauen ist auch der Kreuzweg. Nicht umsonst wurde er mit einem Triduum (Zeitraum von drei Tagen) im März 1960 an Liebfrauen eingesegnet. Die 14 Stationen sind 46 Zentimeter hoch und 31 Zentimeter breit. Das Spannende: Sie wurden nach der sehr individuellen Majolika-Technik als Keramik in Karlsruhe zweimal gebrannt. „Jede Station wirkt also einzigartig“, sagt Fritz Koop. Nach dem ersten Brand kommt eine deckende weißliche Zinnlasur auf die erste Schicht, die dann als guter Untergrund für die Bemalung mit Farbpigmenten dient. Der Künstler und Bruder Lukas Ruegenberg aus Maria Laach hat die Motive, die sehr expressionistisch wirken, entworfen. „Die einzelnen Stationen sind von Hochheider Gläubigen gestiftet worden“, weiß Fritz Koop. Auch er selbst hat eine Station der Gemeinde geschenkt.

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