Verschmutzung

Lkw-Fahrer nutzen Rheinaue in Friemersheim als Toilette

Nur ein einziges Toilettenhäuschen an der Hamburger Straße im Bereich von Logport I steht den Lkw-Fahrern für ihre Notdurft zur Verfügung.Fotos:Lars Fröhlich

Nur ein einziges Toilettenhäuschen an der Hamburger Straße im Bereich von Logport I steht den Lkw-Fahrern für ihre Notdurft zur Verfügung.Fotos:Lars Fröhlich

Rheinhausen.   Rund um Logport I fehlen Lkw-Fahrern Stellplätze und sanitäre Anlagen. Die Rheinaue dient hier gerne mal als Toilette – zum Ärger der Anwohner

Weiße Taschentücher in den Büschen soweit das Auge reicht. Ein kleiner Trampelpfad führt durch das Dickicht, das offensichtlich häufig als Toilette genutzt wird. Entlang des Grüns auf dem Bürgersteig der gegenüberliegenden Straßenseite finden sich zahlreiche Alkoholflaschen am Wegesrand – Wein, Likör und Schnaps. „Am Wochenende sitzen die Lkw-Fahrer da gerne am Straßenrand und grillen“, sagt Nicole Reiß aus Friemersheim. Mit ihrem Hund ist sie gerade auf dem Weg von der Augustastraße zum Gassigehen in der Rheinaue – mit blauem Hundekotbeutel in der Hand, versteht sich. „Aber ich kann oben auf dem Weg nur nach rechts gehen. Nach links der Weg geht gar nicht“, sagt die 46-Jährige. „Da tritt man sonst überall in die Hinterlassenschaften der Lkw-Fahrer, die hier abends und am Wochenende am Straßenrand mit ihren Lastern stehen.“

Zwei Toiletten für 265 Hektar großes Gewerbegebiet

Auch Gotthard Hülsken ist Am Damm zwischen Bliersheimer- und Schleusenstraße mit Hund unterwegs. „Es ist wirklich schlimm“, bestätigt der 64-Jährige aus Rheinhausen. „Mein Kollege musste hier mal seinem Hund in die Büsche hinterher rennen, weil der abgehauen war. Und er war hinterher – man mag es gar nicht sagen – wirklich von oben bis unten voller Scheiße.“ Dass niemand Stellplätze für die Lkw und sanitäre Anlagen für die Fahrer schaffen wolle, macht ihn fassungslos.

Auf Anfrage bei der Stadt heißt es: „Das Problem wird sehr ernst genommen. Verschiedene Bereiche der Verwaltung sind mit Logport im Gespräch und haben Lösungen erarbeitet: So hatte Logport im September 2015 bereits 50 Parkplätze für Zugmaschinen und Sanitäranlagen in der Dahlingstraße angelegt.“ Diese befinden sich allerdings im Bereich von Logport III, der 15 Hektar groß ist (im Vergleich zu 265 Hektar von Logport I). Und ja, es sind 50 Stellplätze sowie Toiletten und Duschen dort auf einem 24 Stunden überwachtem Platz, der allerdings meistens ausgelastet ist, so die Aufsicht. Doch im Bereich des wesentlich größeren Logport I findet sich lediglich eine ausgeschilderte, öffentlich zugängliche Toilettenanlage an der Hamburger Straße mit je einer Damen- und einer Herrentoilette. Duschen fehlen komplett. Diese habe Logport „auf eigene Kosten eingerichtet“, heißt es und sie würde regelmäßig gereinigt. „Es wurde zudem vereinbart, dass Logport nochmals mit den ansässigen Firmen spricht, um auf diesem Weg auf die Fahrer einzuwirken.“

Logport-Unternehmen sollen sanitäre Anlagen schaffen

Zudem seien zusätzliche Restmüllbehälter von der Stadt aufgestellt worden, die regelmäßig von den Wirtschaftsbetrieben entleert würden und die Kontrollen des Bürger- und Ordnungsamtes in diesen Bereichen seien verstärkt worden, heißt es weiter. Für Lkw-Fahrer und Anwohner ist dies aber sicher nur ein sehr schwacher Trost: „In den Logport-Bereichen sitzen riesige Firmen, die dort jede Menge Geld machen. Da muss es für diese Unternehmen doch möglich sein, in der Logport-Umgebung ausreichend sanitäre Anlagen und Stellplätze für ihre Lkw-Fahrer zu schaffen“, meint Gotthard Hülsken. Selbst wenn eine Toilettenanlage vielleicht mal 200.000 Euro koste, sei dies doch ein verschwindend geringer Betrag für diese Firmen.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben