Konzert

Musikalisches Experiment bei der Rheinhauser Freitagsmusik

Das Leipziger Duo Mélange: Almut Unger und Thomas Laukel.

Das Leipziger Duo Mélange: Almut Unger und Thomas Laukel.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Querflöte trifft Marimba: In der Bergheimer Kirche Christus König sorgte das Leipziger Duo Mélange für überraschende Klänge.

Zugegeben, die Mischung war schon etwas wagemutig: Marimba und Querflöte. Nicht nur, dass die Instrumente aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen: „Es gibt auch kaum gemeinsame Literatur für diese Zusammenstellung“, erklärt Freitagsmusik-Veranstalter Ludger Morck. Die Querflöte kann man eher im europäisch-asiatischen Kulturkreis verorten, während das Marimbaphon aus Afrika stammt. Darüber hinaus wird die Marimba eher im Jazz eingesetzt, während die Querflöte bei barocker oder klassischer Musik ertönt.: http://Hier_gibt_es_mehr_Artikel_aus_dem_Duisburger_Westen{esc#226445265}[teaser

Es sollte also eine spannende 160. Freitagsmusik werden, zu der Ludger Morck das „Duo Mélange“ aus Leipzig in die Bergheimer Christus-König-Kirche eingeladen hatte. Um einen möglichst vollen Klang zu erzeugen, spielte Thomas Laukel seine Marimba beim „Ave Maria“ des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla mit vier Schlägeln gleichzeitig, so dass überraschende Akkordfolgen aus den metallischen Klangrohren ertönten.

Aber nicht nur gecovert wurde: „Wir haben einige Kompositionen extra für unsere Instrumente entwerfen lassen“, sagt der klassisch ausgebildete Schlagwerker. Der Berliner Komponist Benjamin Ulrich, Baujahr 1980, hat das Stück „Bat Scheva“ beigesteuert, das in Harmonien und Rhythmik an die Neue Musik heranreicht. Nichtsdestotrotz spielt Almut Unger auf der Querflöte ein durchgehend melancholisches Thema. „Es ist die alttestamentarische Geschichte einer wunderschönen Frau, der König David der Überlieferung nach verfiel“, sagt die in Leipzig geborene Querflötistin. Und Thomas Laukel bedient dabei neben der Marimba auch noch die kleine Handtrommel, das Becken oder den Schellenkranz.

Bei einem Duo aus Leipzig darf eine Vertonung aus den Werken des berühmtesten Thomaskantors der Sachsenmetropole nicht fehlen. Aus der „Partita BWV 1013“ und der „Suite BWV 1008“ von Johann Sebastian Bach spielten die Musiker die „Boureé anglaise“ und die „Sarabande“. Ungewöhnlich basslastig zeigte sich dabei das Marimbaphon. „Die eigentliche Notation des klassischen Stoffs muss bei unseren Darbietungen schon mal an die Instrumente angepasst werden“, verrät Laukel den 70 Zuhörern, die trotz des Fußball-Klassikers „Deutschland-Niederlande“ in die Christus-König-Kirche gekommen waren. Richtig schweißtreibend wurde es dann zum Schluss noch als das „duo mélange“ den „Säbeltanz“ des russischen Komponisten Aram Chatschaturjan punktgenau interpretierte und sphärisch hingegen beim „Psalm 23“ aus der Feder von Leonard Bernstein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben