Rumelner Grundschule

Nach 17 Jahren: Stadt saniert marode Turnhalle

Der Oberbürgermeister und jede Menge andere Politiker und Verwaltungsmitarbeiter machen sich ein Bild von den Sanierungsarbeiten.

Foto: DANIEL ELKE

Der Oberbürgermeister und jede Menge andere Politiker und Verwaltungsmitarbeiter machen sich ein Bild von den Sanierungsarbeiten. Foto: DANIEL ELKE

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.   Die Stadt saniert die Turnhalle der Gerhart-Hauptmann-Grundschule. Kosten: 1,56 Millionen Euro. Die PCB-Belastung war lange bekannt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der jahrelange Einsatz von Lehrern, Eltern, Schülern und Bezirksvertretern zahlt sich jetzt aus: Die Sporthalle der Gerhard-Hauptmann-Grundschule in Rumeln wird seit Januar umgebaut und modernisiert. Die Sanierung der PCB-belasteten Turnhalle, hier besonders das Dach, ist komplett abgeschlossen. Im zweiten Schritt wird die Sporthalle jetzt energetisch saniert, es kommen eine neue, energiesparende Gebäudehülle, dreifachverglaste Fenster, neue Türen, neue Flügeltore, ein elastischer Schwingboden mit Polyurethan-Beschichtung, eine neue Gebäudetechnik, neue WC-, Dusch- und Umkleideräume, ein behindertengerechtes WC sowie zwei Lehrertoiletten.

Die meisten dieser Maßnahmen werden aus dem Wirtschaftsplan des zuständigen IMD finanziert. Das Immobilien Management Duisburg (IMD) plant die Fertigstellung aller Baumaßnahmen für Ende 2017. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,56 Millionen Euro.

OB informiert sich über Sanierungsstand

Über den Stand der Sanierungsarbeiten informierten sich jetzt OB Sören Link und die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas vor Ort bei Christoph Weber (Technische Geschäftsführung) und Bereichsleiter Thomas Schlenke vom IMD. Auch CDU-Ratsfrau Iris Seligmann-Pfennings nahm an der Besichtigung der Halle teil, sie hatte sich jahrelang für die Sanierung der Halle eingesetzt (wir berichteten).

OB Link: „Hier bekommt man ein Gefühl dafür, wie sinnvoll das investierte Geld aus dem Kidu-Programm ist. Dazu kommen hier Gelder aus dem eigenen Haushalt und dem Landesprogramm „Gute Schule“. Das ist eine tolle Maßnahme.“ Christoph Weber ergänzte: „Mit diesem Umbau sparen wir nicht nur Energie ein, sondern auch CO2.“

Halle wurde 1966 gebaut

Rückblick: Die Halle der 1966/67 gebauten Grundschule war von Anfang mit dem Umweltgift PCB belastet, insbesondere die marode Decke, durch die 2015 Regenwasser lief. Das war der Stadt seit mindestens 1999/2000 bekannt. Denn damals wurde die PCB-Belastung aller Schulen im gesamten Stadtgebiet gemessen. Auch bei der Gerhart-Hauptmann-Schule wurde das ausführende Institut Dr. Weißling GmbH und der TÜV Nord fündig.

Statt zeitnah zu sanieren gab es in den Schulräumen in Rumeln erst einmal weitere PCB-Beprobungen, zwei im Jahr 2005, jeweils eine 2006 und 2008. Die meisten Messungen ergaben erhöhte PCB-Werte. Da die Messung 2008 erstmals und überraschend deutlich niedrigere PCB-Werte in der Raumluft ergab, verzichtete die Stadt zunächst auf eine grundlegende Sanierung. Einzig die Turnhalle wies 2008 weiter leicht erhöhte Werte auf: 307 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Raumluft, ab 300 Nanogramm besteht laut der gültigen NRW-Verordnung Handlungsbedarf.

Sanierungsbeschluss stammt aus 2010

Bereits 2010 reagierte die Bezirksvertretung Rheinhausen mit einem Sanierungsbeschluss für die Turnhalle. Doch es passierte nichts, Schul-und Vereinssport liefen weiter. Bei einer weiteren Messung im Juni 2014 stieg der PCB-Wert in der Halle wieder auf 985 Nanogramm pro Kubikmeter. Insgesamt drei Gutachten ergaben einen „mittelfristigen Sanierungsbedarf.“ Als dann 2015 auch noch Regenwasser durch das löcherige Dach sickerte, in das das PCB in der Decke diffundierte, ließ Schulleiterin Andrea Martini-Heckhoff Wassereimer in der Halle aufstellen.

Da das aber keine Dauerlösung sein konnte, sperrte die Pädagogin nach Beginn des Schuljahrs 2015/2016 die Halle für den Schul- und Vereinssport - aus Fürsorge und Verantwortung für die rund 160 Schüler und ihre zehn Lehrerinnen. Schon ihre Vorgängerin, Schulleiterin Marlies Grindberg, hatte jahrelang für Messungen und die Sanierung der Halle gekämpft. Die Sanierung wurde nochmals verschoben. 2016 waren die notwendigen Finanzmittel vorhanden, unter anderem aus dem Kidu-Topf. Die Sanierung begann schließlich im Januar 2017.

Beim Ortstermin schien die Sonne. Und über das Gesicht von Schulleiterin Andrea Martini-Heckhoff ging beim Ortstermin ein erleichtertes Lächeln...

>>>Hintergrund: PCB>>>

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen. Sie wurden bis in die 1980-er Jahre vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Flüssigkeit sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet. PCB zählen inzwischen zu den zwölf als „dreckiges Dutzend“ bekannten organischen Giftstoffen, die durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. Zwischen 1950 und 1990 wurde viel PCB beim Bau von Wohnblöcken und anderen Betongebäuden („Plattenbauten“) als Fugendichtungen zwischen den Betonplatten verwendet. Abriss beziehungsweise Sanierung erfordern eine sachgerechte Entsorgung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik