Kunstausstellung

„Palette“ zeigt facettenreiche Schau in der Bezirksbücherei

Einige Künstler der Moerser Palette: Harald Gayk, von links, Ralf Schoofs, Hannelore Brandt, Günter Drath, Helga Springstein, Silvan Olzog, Peter Deubel und Helmut Brandt Foto:

Einige Künstler der Moerser Palette: Harald Gayk, von links, Ralf Schoofs, Hannelore Brandt, Günter Drath, Helga Springstein, Silvan Olzog, Peter Deubel und Helmut Brandt Foto:

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Die Moerser Künstlervereinigung besteht seit 40 Jahren und präsentiert mit 53 Arbeiten von 32 Künstlern die künstlerische Vielfalt in der Stadt

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Die erste Geburtstagsparty ist ins Wasser gefallen: Schon im Juni hatte die Künstlervereinigung Moerser Palette eine Ausstellung zu ihrem 40. Jubiläum im Repelener Peschkenhaus geplant. „Wegen baulicher Mängel in den Räumlichkeiten musste sie abgesagt werden. Wir hoffen aber, sie bis zum Ende des Jahres dort nachholen zu können“, sagt Silvan Olzog, zweiter Vorsitzender der Moerser Palette.

Den 40. Geburtstag feiern die etwa 40 Künstler jetzt in der Galerie der Rheinhauser Bezirksbibliothek – mit einer Werkschau der Mitglieder. „Es ist ein ‚Best of‘ der Werke unserer Künstler“, so Silvan Olzog. 53 Exponate von 32 Kunstschaffenden aus der ehemaligen Grafschaft reihen sich an den Wänden der Galerie. Besonders ins Auge fallen die Buntstiftzeichnungen des Künstlers Reiner Krajak. Es sind fotorealistische Darstellungen von Menschen, als Vorlage für das Bild „Die Bienenzüchter“ diente ein altes Gruppenfoto. Fünf Männer sind zu erkennen, denen Krajak eine gelb-schwarze Krawatte anheftete oder die Weste in den Farben der fleißigen Insekten streifte. „Besonders auffällig ist eine Bienennadel, die bei einem am Revers hängt“, so Olzog.

Erinnerung an Peter Lindbergh

Beate Klein ist bekannt für ihre Streetfotografie. „Sie ist eine Autodidaktin, die sich ständig weiter entwickeln muss“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins über sie. Man erkennt in der Collage „Waiting for...“ eine spärlich schattierte Nüchternheit der Personen wieder, die auch der verstorbene, lange in Rheinhausen lebende Fotograf Peter Lindbergh in seinen Schwarz-Weiß-Porträts umsetzte. Zwei Männer sitzen in Couchsesseln, über ihnen schwebt perspektivisch verändert eine wie eine Krankenschwester anmutende Frau mit einer Kerze in der Hand.

Hannelore Brandt hat mit ihrem Mann Helmut wechselnde Perspektiven in dem Bild „Show Room 3 D“ durch vier verschiedenen Fluchtpunkte erzeugt. „Das Bild gerät in Bewegung, wenn sich der Betrachter davor verändert“, behauptet sie. Man erkennt ein geräumiges Wohnzimmer mit Bücherregal und Bildern an den Wänden. Und tatsächlich, es ist als wenn man in den Raum, wie in einem 3D-Format, eintaucht, wenn man sich parallel zum Bild bewegt.

Der 71-jährige Günter Drath sammelt Treibgut am Rhein und setzt das Gefundene zu Skulpturen zusammen, nennt diese Werke dann bezeichnenderweise „Objekt FundStück“. So verkantet er in einem Objekt gesichtetes Treibholz mit Eisenplatten, die er in den Rheinwiesen gefunden hat. „Viel davon habe ich auf Höhe von Kaiserswerth eingesammelt. Ich verändere kaum etwas an den Fundstücken, lediglich mal trage ich ein wenig Farbe aufs Holz auf“, sagt Günter Drath.

Die facettenreiche Ausstellung ist bis zum 30. Oktober in der Galerie der Bezirksbibliothek Rheinhausen an der Händelstraße 6 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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