Bildung

Regenwürmer unter dem Mikroskop

Robin und Leni von der Gemeinschaftsgrundschule Bergheim durchsuchen mit Pinzetten den Laubhaufen nach Kleintieren, sammeln sie in einem kleinen Glasbehälter und werden sie später bestimmen.

Robin und Leni von der Gemeinschaftsgrundschule Bergheim durchsuchen mit Pinzetten den Laubhaufen nach Kleintieren, sammeln sie in einem kleinen Glasbehälter und werden sie später bestimmen.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Das Krupp-Gymnasium Rheinhausen bietet Viertklässlern Experimentiernachmittage an. Das soll Lust auf Naturwissenschaften machen.

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Erwartungsvoll blicken die 40 Kinder auf die beiden Biologielehrer Anja Kersting und Steven Tyrrell. Vor den Grundschülern der vierten Klasse stehen auf den Tischen Teller, ein kleines Glasgefäß, daneben liegen Pinzette und Lupe. Nicht minder neugierig sind die 40 Jungen und Mädchen ein paar Räume weiter, die schon mal die Schutzbrillen anprobieren und die Bunsenbrenner begutachten, dann aber interessiert zuhören, was ihnen die beiden Chemielehrer Swetlana Breem und Ralf Mittmann erzählen. Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Eine Stunde lang erlebten die Knirpse während des Experimentiernachmittags des Krupp-Gymnasiums in Bergheim am Flutweg einen ungezwungenen, aber sehr spannenden Unterricht. Unter dem Motto „Forschen wie die Großen“ hatte die Europaschule während des Tages der offenen Tür, bei dem sich Eltern und ihre Sprösslinge über die vielfältigen Angebote informieren konnten, für das zweitägige Zusatzangebot geworben. 80 Jungen und Mädchen ließen sich auf die Teilnehmerliste eintragen – und gingen auf Entdeckungsreise.

Ein großer Haufen Laub liegt im Biologieraum vor jedem Kind auf dem Teller. Wie ein Detektiv sollen sie mit der Lupe nach den Bewohnern suchen, sie mit der Pinzette in ein kleines Glas legen und mit Hilfe eines Bestimmungsschlüssels herausfinden, wie die Kleintiere heißen. Stolz präsentieren die Viertklässler ihre Ausbeute. Ein Mädchen ist ganz aufgeregt über ihre Trophäen: zwei Regenwürmer! Leni und Robin (beide neun Jahre) freuen sich, dass sie Kellerasseln, Spinnen und einen Wurm gefunden haben. Andere Kinder sind perplex über eine Feuerwanze mit ihrem schwarz-roten Muster. Eklig empfindet kein Kind seine Ausbeute. Ganz im Gegenteil. Leni: „Das ist cool. Man sieht Tiere, die man noch nie gesehen hat.“

Ein paar Türen weiter staunen die Grundschüler über die Resultate ihrer Chemie-Experimente. Sie lernen kennen, dass Reaktionen umkehrbar sind, etwa dann, wenn weißes Kupfersulfat seine Farbe ändert. Nach der Zugabe von Wasser wird es blau, über der Flamme eines Bunsenbrenners wird es wieder weiß. Ähnlich ist es beim Bluebottle-Experiment, bei dem sich eine farblose Flüssigkeit durch Luftzufuhr und Schütteln in blaue Farbe verändert.

Mit den beiden Experimentiernachmittagen verfolgt das Krupp-Gymnasium das Ziel, Kindern die Naturwissenschaften (ein MINT-Fach, was für Mathematik, Information, Naturwissenschaften und Technik steht) nahe zu bringen. Robert Hüllen, MINT-Koordinator sowie Biologie- und Chemielehrer: „Je früher man sie an die Naturwissenschaften heranführt, um so mehr begeistern und interessieren sie sich dafür. Wir hatten schon Kindergartenkinder hier.“ Der Fachlehrer ergänzt: „Naturwissenschaften gehören zu den spannendsten Fächern am Gymnasium, werden aber oft als schwierig empfunden. Allerdings bieten sie bei der Berufswahl äußerst lohnende Perspektiven und ihr Verständnis bereichert unseren Blick auf die Welt ungemein.“

Am zweiten Experimentiertag wechselten die Kinder die Klassen. Manches Kind, das nur für einen Tag angemeldet war, hatte „Feuer gefangen“, wollte und durfte letztendlich am nächsten Tag erneut dabei sein. Spaß bereiteten die Experimentiernachmittage auch den Lehrern, die übrigens von Schülern der neunten und elften Klasse als Helfer unterstützt wurden. Robert Hüllen: „Der Unterricht ist ein nettes Arbeiten. Man kann sich Sachen aussuchen, die man gerne macht, aber im Alltag nicht immer hat.“

Übrigens: Biologielehrer Steven Tyrrell suchte das Laub höchstpersönlich, zumal er die besten Stellen kennt und auch weiß, bei welchem Wetter es eingesammelt werden sollte. Während die Kinder nach den Unterrichtsstunden das Diplom „Mini-Forscher“ erhielten, wurden die Kleintiere wieder in ihrem natürlichen Lebensraum ausgesetzt.

>>> EXPERIMENTIERABEND UND SCHULANMELDUNG

Den Experimentiernachmittag für Grundschüler veranstaltet das Krupp-Gymnasium seit drei Jahren. In diesem Jahr waren Jungen und Mädchen aus zehn Grundschulen. Auch im nächsten Jahr ist das Angebot geplant. Nächstes Projekt ist der Experimentierabend „Krupp Science-Fair - Naturwissenschaften zum Anfassen und Mitmachen“ am 16. Januar. Von 17.30 bis 19.30 Uhr zeigen die Chemiker, Physiker und Biologen der Schule, was so alles los ist in den Naturwissenschaften.

Eltern, die ihre Kinder am Krupp-Gymnasium anmelden möchten, sollten sich den 4. und 5. Februar vormerken.

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