Lebensmittel

Rheinhauser Dahlingschule baut ihr eigenes Gemüse an

Sonnenanbeter: Mangold und Pflücksalat fühlt sich bei den heißen Temperaturen pudelwohl.

Foto: Volker Herold

Sonnenanbeter: Mangold und Pflücksalat fühlt sich bei den heißen Temperaturen pudelwohl. Foto: Volker Herold

Duisburg-Rheinhausen.   Bis vor einem Jahr glich der Schulgarten einem Urwald. Jetzt wachsen dort Mangold, Radieschen und Zucchini. Eine Aktion des Vereins Ackerdemia.

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Der Zuckermais will nicht so wirklich wachsen. Die Pflänzchen stecken verkümmert im trockenen Boden. „Erst hat es zu viel geregnet, dann zu wenig“, meint Christoph Wehling, Lehrer an der Dahlingschule und Leiter der Garten-AG. Mangold und Pflücksalat sind stattdessen prächtig gewachsen und wurden gestern von Wehlings Schülern und dem Team der „GemüseAckerdemie“ geerntet.

Das 2013 entworfene Bildungsprogramm hat das Ziel, Kindern und Jugendlichen ein neues Verständnis gegenüber Lebensmitteln, insbesondere Gemüse, zu vermitteln. Meist an Schulen und Kitas legen die Jugendlichen Beete an, in denen später zahlreiche Gemüsesorten wachsen. Der Verein Ackerdemia bringt Saatgut und praktische Tipps für Anbau und Ernte mit, wie etwa die Fruchtfolge: Möhren wachsen besonders gut neben Zwiebeln, da deren Geruch sie vor Schädlingen schützt.

Die Schule kann die Fläche allein nicht roden

„Heute haben wir für die Sommerferien vorgesorgt“, sagt Glenn Voigt, der verantwortliche Mitarbeiter der „GemüseAckerdemie“ an der Dahlingschule. „Außerdem haben wir eine Brennnessel-Jauche angelegt, die im Herbst als Dünger auf die Pflanzen kommt“, sagt er.

Bis vor einem Jahr glich der Schulgarten noch einem Urwald. Dank Christoph Wehling und seiner achtköpfigen Garten-AG liegt nun wieder ein Teil der Fläche frei, so dass dort Gemüse angebaut werden kann. „Wir schaffen es leider nicht, die gesamte Fläche zu roden. Dafür sind die Bäume einfach zu groß. Wir warten darauf, dass die Stadt Duisburg uns bald professionelle Arbeiter vorbeischickt“, so der Pädagoge. „Die Schüler sollen lernen, wie Gemüse wächst und dass es wächst. Und was es braucht, damit es überhaupt wächst“, sagt er über die Arbeit im Garten. „In einer Förderschule liegt der Fokus stark auf der Berufsvorbereitung.“

Verarbeitet werden die Radieschen, Zucchini und Schwarzwurzeln vor allem in der Schulkantine – die Förderschule kocht selber. Sie ist einer von mittlerweile rund 220 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehr als 70 liegen in Nordrhein-Westfalen. Im Frühjahr kamen Vogt und sein Team erstmals vorbei, das erste von drei Malen, die es jeden Standort im Jahr besucht.

Im Herbst gibt es ein Wiedersehen

Schulleiterin Elke Storch-Fritz bewertet das Projekt positiv: „Der Schulgarten lag über zehn Jahre lang brach, wir haben schon sehr viel geschafft und hoffen deswegen, dass das Projekt langfristig erhalten bleibt“, sagt sie. Die Schule profitiert dabei auch von einem Förderprogramm des Vereins Ackerdemia. „Normalerweise kostet die Teilnahme 4800 Euro, wovon die Schule die Hälfte tragen muss. Durch die Unterstützung zahlen wir nur 800 Euro“, sagt sie.

Im Herbst schaut die „GemüseAckerdemie“ wieder vorbei: „Dann werden wir die Beete winterfest machen. Da tun wir Mulch aus Heckenschnitt drauf“, sagt Vogt.

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Die „GemüseAckerdemie“richtet sich an Kindergärten, Schulen und sämtliche Jugendeinrichtungen. Sie wurde von Christoph Schmitz in Potsdam entwickelt.

Das Projekt des Vereins Ackerdemia hilft Jugendlichen, ein Verständnis für die Lebensmittelproduktion zu entwickeln, ebenso für Zusammenhänge in der Natur. Infos stehen im Netz: www.ackerdemie.de

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