Modellbau

Rheinhauser Hüttenwerk als Modell im Miniformat

Ein Modell des früheren Rheinhauser Krupp-Stahlwerks steht in den Räumen der IKKE GmbH. Ab Sommer kann man es besichtigen.

Ein Modell des früheren Rheinhauser Krupp-Stahlwerks steht in den Räumen der IKKE GmbH. Ab Sommer kann man es besichtigen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.   Im Informationszentrum für Kälte-, Klima-, und Energietechnik (IKKE) ist ab dem Sommer ein Modell des Rheinhauser Hüttenwerks zu sehen.

Es hat nicht nur einen historischen Wert für Industrieromantiker und ehemalige Kruppianer. Auch so mancher Modellbauer hätte seinen Spaß an der originalgetreuen Nachbildung des Rheinhauser Krupp-Werkes, welches ab Sommer im Informationszentrum für Kälte-, Klima-, und Energietechnik (IKKE) an der Friemersheimer Kruppstraße zu sehen sein wird.

Führungen zum Stahlwerksmodell sind geplant, die der ehemalige Krupp-Betriebsrat Theo Steegmann in kleinen Gruppen durchführen will: „Gerade die jungen Leute können mal in Miniatur das Stahlwerk erleben, in dem ihre Großväter einst gearbeitet haben. Weil die Jugend nur noch das heutige Logport-Gelände kennt, ist es besonders für Schulklassen interessant, wie so ein großes Werk funktioniert hat“, sagt der jetzige Leiter des Krupp-Archivs in der Bezirksbibliothek, Theo Steegmann, der über die Abläufe in der Industrie informieren will.

Auf 15 Quadratmetern, drei mal fünf Meter, sind das LD2-Stahlwerk, sowie die Hochöfen und die Walzwerksanlage und die Gleisanlagen originalgetreu nachgebildet.

Ein Abbild des Werkes sogar mit dem Hafenbecken und dem Rhein sowie Teilen der Siedlung entlang der Atroper Straße, wie es kurz vor seinem Abriss ausgesehen hat. Auch das legendäre Tor 1, der Ort, an dem die meisten Mahnwachen im Arbeitskampf stattgefunden haben, ist in Miniatur zu erkennen. Selbst die Bliersheimer Villensiedlung ist im Nachbau enthalten.

„Die Arbeit ist in den 1980er-Jahren von Krupp selbst in Auftrag gegeben worden“, sagt Theo Steegmann. Das Modell hat lange im Industriemuseum in Oberhausen gestanden – zum Schluss, nach dem Umbau des Museums, nur noch in einer Ecke. Man wusste erst nicht, wohin damit, im Bezirksamt hätte es zu groß gewirkt. Doch dann kam die Idee. „Wir haben uns bereit erklärt, es hier im Foyer zu präsentieren. Es passt so wunderschön in diese ehemalige Krupp-Lehrwerkstatt aus den 1950er-Jahren, mit dem Ausblick auf moderne Technologien, die wir hier weiterentwickeln und ausbilden – und natürlich dem Rückblick zur Nostalgie um den Beruf des Stahlkochers“, sagt IKKE-Leiter, Diplom-Ingenieur Karsten Beermann.


„Der coolste Beruf der Welt“

Seit 2003 leitet er das Informationszentrum für Kälte-, Klima-, und Energietechnik (IKKE), in dem er momentan 680 Kälteanlagenbauer aus- und weiterbildet. Besonders Meisterschulungen finden dort statt. „In diesen Gemäuern von 1953 können die Menschen den Strukturwandel vom Industriestandort auf moderne Technologien genau ersehen. Wir haben hier, wo früher Fräser und Dreher für Krupp ausgebildet wurden, inzwischen die modernsten Labors für Kälte- und Klimatechnik“, sagt der 61-Jährige, der ursprünglich aus Hannover stammt.

„Der coolste Beruf der Welt“ - damit wirbt seine Innung mit einem Wortspiel, und Beermann weist auf die Krisensicherheit des Jobs hin. „In unserem Gewerbe gibt es sehr gute Zukunftsprognosen – und keine Arbeitslosigkeit.“

Unter einer gewölbten gläsernen Kuppel können die Menschen das Krupp-Modell betrachten und selbst vergleichen, wie die Struktur der Betriebe sich jetzt auf dem Logport geändert hat. „Im unteren Aufbaubereich müssen wir nur noch eine passende Verkleidung für die Arbeit finden, aber das geschieht bald“, erklärt Karsten Beermann.

Der Maßstab der Nachbildung liegt ungefähr bei 1:1000. Ein Modelleisenbahner würde sagen, es handele sich um Spur N bis minitrix. „Wenn man bedenkt, dass die Hochöfen in Realität etwa 100 Meter hoch waren und sich hier etwa auf zehn Zentimeter belaufen, passt das“, mutmaßt Steegmann. In seinen ab dem Sommer geplanten Führungen wird er den Teilnehmern auch den Prozess der Stahlerzeugung erklären. „Bei HKM und Thyssen wird ja heute noch nach diesem Verfahren in Duisburg gearbeitet“, sagt der 63-jährige Ex-Betriebsrat bei Krupp.

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