Auslands-Praktikum

Rheinhauserin arbeitet dort, wo andere Urlaub machen

Praktikantin Celine Akima an der Algarve in Portugal.  

Praktikantin Celine Akima an der Algarve in Portugal.  

Foto: privat

Celine Akima absolvierte nach dem Abitur ein dreimonatiges Hotel-Praktikum an der Algarve in Portugal – Sonne, Strand und Meer inklusive

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Sonne, Strand und Meer – und doch kein Urlaub? „Es war schon ganz schön stressig“, sagt Celine Akima. „Aber ich würde es jederzeit wieder machen, denn es war eine tolle Erfahrung.“ Drei Monate lang lebte die Rheinhauserin nach dem Abitur an der portugiesischen Algarve. Allerdings nicht zum Vergnügen – zumindest nicht nur, sondern, um hier ein Praktikum in einem Hotel zu absolvieren. Eines, das ebenfalls von einer ehemaligen Rheinhauserin vermittelt wurde.

Im Drei-Sterne-Hotel in Albufeira

„Ich wusste nicht genau, was ich nach der Schule machen soll“, gesteht die heute 21-Jährige, die aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Förderschule in Krefeld leistet. „Ich wollte erst einmal ins Ausland.“ Und da ihre Mutter mit Teresa Pires befreundet ist, die seit drei Jahre mit ihrem Vermittlungsdienst „Megapraktikum“ (siehe Text unten) Praktikanten aus dem deutschsprachigen Raum an die portugiesische Algarve vermittelt, ging es für Celine Akima zum Arbeiten in ein Drei-Sterne-Hotel nach Albufeira.

„An fünf Tagen in der Woche habe ich dort im Restaurant gekellnert und in der Bar geholfen – jeweils mittags von 12 bis 16 Uhr, abends von 19 bis 21 Uhr und dann noch einmal von etwa 21 Uhr bis Mitternacht in der Bar.“ In welchem Bereich des Hotels sie arbeiten wollte, konnte sie vorab aussuchen. In welchem Hotel dagegen nicht. „Im August hatten wir bis zu 700 Gäste und das war Stress pur. Ich glaube, ich habe drei Kilo in den drei Monaten abgenommen, weil ich so viel herumgerannt bin bei der Arbeit“, sagt die ehemalige Praktikantin. „Aber ich habe so viel erlebt dort, so viel gesehen, so viele neue Leute kennengelernt und es war einfach eine ganz tolle Erfahrung auch mal alles dort alleine machen zu müssen – auch das Wäschewaschen und Kochen. Und es war auf jeden Fall mehr Spaß als Stress.“

Zickenkrieg im Bungalow

Untergebracht war die damals 20-Jährige in einem Bungalow mit vier weiteren Praktikantinnen aus Deutschland – alle zwischen 18 und 20 Jahren alt. „Klar, da gab es auch mal Zickenkrieg“, sagt sie und lacht. Aber es gab eben auch viele schöne Erlebnisse: „Ich habe mir alles angeschaut: Wasser- und Freizeitparks, ich war am Strand und bin viel mit dem Bus unterwegs gewesen, wenn ich frei hatte.“ Ein besonders schönes Erlebnis fand Celine Akima „den letzten Abend – da sind wir mit dem ganzen Restaurant-Team des Hotels ausgegangen und haben Party gemacht.“ Verständigt hat sich die Praktikantin mit den überwiegens portugiesischen Kollegen vor allem auf Englisch. „Aber ich habe natürlich auch ein bisschen Portugiesisch gelernt, also zumindest das Nötigste.“

Und ein bisschen Geld verdient hat sie für ihre Arbeit auch: rund 300 Euro gab es pro Monat vom Hotel, das auch die Unterkunft und Verpflegung stellte.

Die Praktikums-Vermittlung

Die gebürtige Portugiesin Teresa Pires lebte seit ihrem fünften Lebensjahr in Rheinhausen. 1994 zog es sie – aufgrund einer Atemwegserkrankung ihres damals sechsjährigen Sohnes – nach Portugal zurück. Seit drei Jahren betreibt sie hier nun die Praktikums-Vermittlung „Megapraktikum“. Denn die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin, die immer im Tourismus arbeitete und viel in Hotels unterwegs war, stellte fest, dass es gerade an der Algarve wenig deutschsprachiges Personal gibt. So kam ihr die Idee, Praktikumsplätze im Hotelbereich anzubieten. Zwischen 30 und 50 solcher Plätze an zumeist Abiturienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vermittelt sie pro Jahr. „Aber ich betreue die Praktikanten während ihrer Zeit hier auch“, sagt die 55-Jährige Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern. „Ich bin die portugiesische Ersatzmama hier und wann immer sie mich brauchen, bin ich da für sie.“

Die Vermittlung kostet 195 Euro, die Flug- und Anreisekosten müssen von den Praktikanten selbst getragen werden. Voraussetzung für einen Praktikumsplatz sind bei Teresa Pires gute Englischkenntnisse, „aber weit aus wichtiger ist die Bereitschaft, sich mit einer fremden Kultur auseinanderzusetzen“, sagt die Vermittlerin. „Die Praktikanten sollen gerne mit Menschen arbeiten und serviceorientiert und neugierig auf etwas Neues sein.“

Weitere Informationen hierzu gibt es auch im Internet unter: www.megapraktikum.com.

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