Ballett-Gastspiel

Russisches Ballett begeisterte in der Reinhausen-Halle

Der Harlekin gehört tanzt wie ein Automat auf Fingerzeig. Foto :

Der Harlekin gehört tanzt wie ein Automat auf Fingerzeig. Foto :

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Rhenhausen.  Das Klassische Russische Ballett kam mit Nussknacker und Schwanensee in der Rheinhausen-Halle. Es gab tosenden Beifall für die versierten Profis

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Das weiße Tutu, die gestreckten Hände über Kopf, die gutgeschnürten Ballettschuhe – in Filmen, Gemälden und Opern findet man das Motiv der Ballerina. Wer schon mal im passenden Dress an der Ballettstange seine Körpermitte suchte, weiß: Ballett ist Präzisionsarbeit. Was aber passiert, wenn gewiefte Prinzen, rennende Mäusekönige und närrische Harlekine die klassische Tanzkunst entdecken? Eben diese Charaktere standen nun in der Rheinhausen-Halle auf der Bühne. Zu Gast war das Klassische Russische Ballett mit der Geschichte „Nussknacker und Mäusekönig“ des Autors E.T.A. Hoffmann.

Die Erzählung erschien 1816, zur Zeit der literarischen, fantasievollen Romantik. Die Musik stammt vom russischen Komponisten Pjotr Tschaikowsky, der auch „Dornröschen“ und „Schwanensee“ vertonte. Marius Petipa, der als Vater des Klassikballetts gilt, choreographierte alle drei Stücke. Zwei davon, den „Nussknacker“ und „Schwanensee“, präsentierte das Russische Ballett am Donnerstag.

Die Balletttänzer kamen aus Moskau. Hier wurde das Ballett im 2004 vom künstlerischen Leiter Hassan Usmanov gegründet. Zum Ensemble gehören Absolventen berühmter Tanzschulen wie der Moskauer Bolschoi-Ballettakademie. Heute begeistern sie weltweit von Japan bis Mexico.

So war es auch in Rheinhausen. Der Saal war gut gefüllt. Im mittleren Sitzrang machte es sich Anneliese gemütlich: „Ich habe lange kein Ballett mehr gesehen“, sagte die 77-Jährige. „Es ist klasse, dass man hier ein weltbekanntes Ballett erleben kann.“ Tanzfilme wie Dirty Dancing? Liebt sie. Annelieses Enkelin saß neben ihr: „Ich möchte Ballerina werden“, sagte die Fünfjährige und deutete auf ihre Ansteckbrosche, auf der eine abgebildete Ballerina zur Drehung ansetzte.

Musik erklang, der rote Vorhang öffnete sich. Männer mit Zylindern und Frauen in barocken Kostümen und Tutus flitzten über die Bühne. Die Arabesque mit gestrecktem Bein, die gedrehte Fouette um sich selbst und die bloßen, tippelnden Füße – es war wahre Kunst, die das Publikum erlebte. Harlekin (Artur Novichkov), Puppe (Ekaterina Gefel) und Teufel (Hassan Usmanov) tanzten auf Fingerzeig.

Die Geschichte ist bekannt: Die junge Clara (Olga Grigorieva und Natalia Kungurtseva) bekommt von ihrem Patenonkel Droßelmeier (Timur Kinzikeev) zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt. Nachts träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs (Maxim Maloyaroslavtsev).

Aus dem Ballsaal wird ein Wald

Mit Claras Hilfe siegt der Nussknacker, verwandelt sich in einen Prinzen (Alexander Butrimovich) und reist mit Clara ins Land der Süßigkeiten.

Aus dem Ballsaal wird eine schneebedeckte Waldlandschaft, wo im Schloss Zuckerberg ein Fest stattfand. Von chinesischen, orientalischen bis zu russischen Tänzen – die Ballettprofis zeigten atemberaubende Präzision. Mit tosendem Beifall endete das hochkarätige Gastspiel mit dem Wunsch, die Künstler bald wieder in Duisburg zu begrüßen.

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