Stadtplanung

Schrottimmobilien in Rumeln-Kaldenhausen: Abriss im Januar

Die Vorarbeiten zum Abriss der „Horrorhäuser“ haben begonnen.

Die Vorarbeiten zum Abriss der „Horrorhäuser“ haben begonnen.

Foto: Volker Herold

Duisburg-Rumeln/Kaldenhausen.   An der Ulmenstraße in Duisburg-Rumeln/Kaldenhausen entsteht nach vielen Jahren des Leerstands ein neues Wohngebiet. Aktuell wird gerodet.

Wenn es Herbst wird und die Blätter fallen, geben die Bäume mehr von dem frei, was sie sonst verbergen. An den Ruinen der Ulmenstraße fallen allerdings nicht die Blätter, sondern die Bäume selbst und zeigen immer mehr vom Zustand der seit fast 30 Jahren leerstehenden Wohnhäuser. Die Steinbau GmbH, die das Grundstück übernommen hat, will zügig mit dem Abriss beginnen, um dort neue Wohnungen entstehen zu lassen. Dafür muss zunächst das Unterholz weg.

Tatsächlich konnten die Rodungsarbeiten erst im Oktober beginnen, da zwischen dem 1. März und 30. September besondere Auflagen hinsichtlich des Artenschutzes gelten. In dieser Zeit darf Gehölz nicht zurückgeschnitten werden, da Vögel und andere Tiere dort leben. Ausgenommen sind lediglich Bäume in privaten Gärten.

Eine freiwillige Maßnahme

„Eine Schonzeit gibt es nur für Arten, die man üblicherweise jagt. Die kommen auf dem Grundstück aber nicht vor“, sagt Stadtsprecher Peter Hilbrands. „Sofern nicht fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt und nachgesehen wird, dass sich keine bewohnten Baumhöhlen in den Gehölzen befinden, ist eine unabsichtliche Tötung von Tieren zulässig. Schließlich kann es auch passieren, dass man mit dem eigenen Rasenmäher ein Tier überfährt.“

Ein Artenschutzgutachten hat Steinbau vor der Rodung nicht erstellen lassen. Das muss das Unternehmen auch nicht, bekräftigt Hilbrands: „Eine Artenschutzprüfung ist nur im Zusammenhang mit einer Baugenehmigung vorgeschrieben, nicht aber bei der Rodung eines Geländes.“ Den Bauantrag will Steinbau erst später stellen. Doch macht eine Begehung des Geländes durch einen Biologen vor der Rodung nicht mehr Sinn? „Das ist eine freiwillige Maßnahme, auf die wir aber verzichtet haben. Auf dem Gelände leben aber sowieso kaum Kleintiere, weil die Katzen der Nachbarschaft sie verscheuchen“, sagt Arne Thomsen, Geschäftsführer der Firma.

„Prüfung nur bei Gebäuden“

„Eine Artenschutzprüfung ist sowieso nur bei Gebäuden vorgesehen. Wir werden also vor dem Abriss der Häuser schauen, ob dort Fledermäuse und andere Tiere leben.“ Es seien auch lediglich zwei Mitarbeiter vor Ort mit den Rodungen beschäftigt, die von einem Anwohner unterstützt werden. „Die gehen sehr behutsam vor, es ist nicht so, dass wir mit schwerem Gerät alles platt walzen“, verspricht Thomsen.

„Mitte November werden wir einen Bodengutachter Proben entnehmen lassen, um sie auf Schadstoffe zu untersuchen – das ist allerdings nicht vorgeschrieben“, sagt er. Die Bauanträge sollen Ende November/Anfang Dezember eingereicht werden, Mitte Januar dann soll der Abriss erfolgen. „Wenn alles klappt, wird im März mit dem Bau begonnen.“

Entstehen werden dann drei Häuser mit je neun Wohnungen und zwei mit je acht Wohnungen. Zwei der Gebäude sind als Penthäuser geplant, die zur Ringstraße hin ein Stockwerk niedriger sind. Die 101 Quadratmeter großen Wohnungen sollen für einen Kaufpreis von 289.000 Euro zu haben sein. Für Fahrzeuge sind 65 Stellplätze geplant, die meisten in einer Tiefgarage. Auch soll es wieder grün werden. „Das wird natürlich nicht der gleiche Urwald wie derzeit, aber wir werden viele Bäume pflanzen“, verspricht Thomsen.

Aktuell gilt es ein anderes Problem zu lösen: „Die Häuser sind zugesperrt, damit sich niemand dort herumtreibt. Auch wir kommen nicht hinein.“ Doch auch dies soll die Arbeiten nicht lange aufhalten.

>>> Hintergrund: Was passiert mit dem Gebäude der Fröbelschule?<<<

Neben dem Grundstück von Steinbau liegt die ehemalige Fröbelschule. Das Gelände gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft Gebag. Diese ist mit ihren Planungen allerdings noch nicht so weit fortgeschritten. „Wir werden voraussichtlich erst in zwei Jahren, wenn Steinbau bereits fertig ist, mit dem Abriss beginnen“, sagt Gebag-Sprecherin Gerhild Gössing.

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