Soziales

Selbsthilfegruppen stellen sich auf Rheinhauser Markt vor

Am Informationsstand von Der Paritätische - Selbsthilfe Kontaktstelle waren gleich mehrere Selbsthilfegruppen vertreten.

Am Informationsstand von Der Paritätische - Selbsthilfe Kontaktstelle waren gleich mehrere Selbsthilfegruppen vertreten.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.   Hilfe und Selbsthilfe: auf dem Rheinhauser Wochenmarkt stellten sich im Rahmen einer Aktionswoche gleich mehrere Gruppen vor.

Knapp 200 Selbsthilfegruppen gibt es in Duisburg. „Viele wissen gar nicht, dass und wie viele es hier gibt“, sagt Anja Hoppermann von der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Wohlfahrtverbandes „Der Paritätische“. Das sollte sich im Rahmen der Aktionswoche Selbsthilfe ändern. Darum gab es Infostände auf mehreren Wochenmärkten und weitere Aktionen. Jetzt stellten sich einige Selbsthilfegruppen auf dem Wochenmarkt Rheinhausen vor.

Die Gruppen seien Hilfe zur Selbsthilfe, sagt Hoppermann. Es sei etwas anderes, wenn Betroffene sich mit anderen Betroffenen austauschen. Denn die könnten nachempfinden, wie es sei mit einer Krankheit oder einem Problem zu leben. „Sie können am besten sagen, wie man damit im Alltag umgeht und haben ein anderes Verständnis als etwa ein Arzt, der es aus medizinischer Sicht betrachtet“, so Hoppermann.

So kann es auch Brigitte Baß von der Gruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ bestätigen. „Vor Nachuntersuchungen liegen bei vielen die Nerven blank.“ Richtig verstehen könne man das nur, wenn man es selbst durchmache. „Aber wir reden nicht nur über die Krankheit. Es entstehen auch private Kontakte“, sagt Baß. Es gebe neben Gesprächen auch Vorträge zu unterschiedlichen Themen. „Es ist ein buntes Programm.

Die Frauen sollen ja auch auf andere Gedanken kommen.“ Es könne aber auch einfach praktische Hilfen in einer Selbsthilfegruppe geben, zum Beispiel, dass man zu Terminen begleitet wird. Die Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.


„Ein familiäres Miteinander“

Auch die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Duisburg war in Hochemmerich vertreten. „Es ist ein sehr familiäres Miteinander“, sagt Gisela Montel, die die Aktionen der Gruppe organisiert. Sie kam über ihren Mann, der einen Schlaganfall erlitten hat, zu der Selbsthilfegruppe. Denn nicht nur die Betroffenen selbst brauchen Unterstützung, sondern oft auch Angehörige. Ein Schlaganfall oder andere schwere Krankheiten würden das Leben einer ganzen Familie verändern. So kann es auch bei einer Suchterkrankung sein. Dabei hilft der Alos Freundeskreis (Aktives Leben ohne Sucht). Wichtig sei, dass alle Teilnehmer gleichberechtigt seien und die Gruppen keine Abstinenz vorschreiben. Das solle aber dann möglichst gemeinsam erreicht werden.

Jede Selbsthilfegruppe sei unterschiedlich, so Hoppermann. Es werde auch mal gemalt oder es gebe gemeinsame Ausflüge. „Die Basis ist aber der Gesprächskreis.“ Aber auch der könne immer anders sein. Klassisch könne es reihum gehen und jeder erzählt, wie es ihm oder ihr seit dem letzten Treffen ergangen ist. Denn Reden und Verstanden werden hilft oft.

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