Kita-Bau

Straße zu eng für Rheinhauser Elterntaxis?

Schmale Fahrbahn, enger Wendehammer. Neben der Garage, ganz am Ende der Straße Zu den Gärten plant die Stadt einen neuen Kindergarten.

Schmale Fahrbahn, enger Wendehammer. Neben der Garage, ganz am Ende der Straße Zu den Gärten plant die Stadt einen neuen Kindergarten.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Duisburg-Hochemmerich.   Am Ende der Straße Zu den Gärten soll eine Kindertagesstätte mit 70 Plätzen entstehen. Zum Unmut der Anwohner, die ein Verkehrschaos befürchten.

Der Name ist Programm, die Straße Zu den Gärten endet quasi auf Höhe der Schrebergartenkolonie an der Brücke der Solidarität. Sie ist keine 300 Meter lang, sehr schmal, ein Wendehammer zwingt zum Umkehren. Genau hier, auf dem Grundstück steht heute noch ein verlassenes Einfamilienhaus, plant die Stadt den Bau eines neuen Kindergartens mit 70 Plätzen (wir berichteten). Sehr zum Unmut der Anwohner.

Dieser Unmut hat nicht mit den Kindern zu tun, die hier demnächst auf die Schule und das Leben vorbereitet werden sollen. „Im Gegenteil, sie sind doch unsere Zukunft“, sagen Otto und Heike Neuendorf. Das Problem seien die Straße und auch der Wendehammer. „Die Straße ist zu schmal, der Wendehammer viel zu klein“, sagt das Duo. Vor ihrem geistigen Auge tauchen bereits allmorgendlich dutzende Minivans, Kombis und SUVs auf.

„Mit laufendem Motor vor der Kita-Tür“

„Ich baue selbst Container auf, unter anderem für Schulen und Kindergärten“, spricht Otto Neuendorf aus Erfahrung. Vor Kitas und Schulen beobachte er häufig folgendes Szenario. „Die Elterntaxis halten vor der Tür, gelegentlich sogar mit dem Auspuff in Richtung Eingang. Eltern und Kinder steigen bei laufendem Motor aus, verabschieden sich, bis der Wagen wieder weg ist, vergehen zwei bis fünf Minuten.“

So etwas sei für die schmale Straße undenkbar, sagen die Neuendorfs. Es würden morgens wie nachmittags enorme Staus entstehen, die Unfallgefahr steige. „Vor allen sind ja viele Kinder auch zu Fuß zwischen den rangierenden Autos unterwegs, das könnte gefährlich werden.“ Weiteres Problem: Die angrenzende Fährstraße ist schlecht einsehbar. Hier gilt rechts vor links. Dass es hier dann öfter kracht, ist für die Neuendorfs programmiert.

„Kita ist planungsrechtlich denkbar“

Die Stadt sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass grundsätzlich planungsrechtlich an der Örtlichkeit eine Kita denkbar sei. „Zur Zeit werden Konzepte entwickelt, um hier eine verträgliche Verkehrssituation zu ermöglichen, Beschwerden von Anliegern sind hier bisher nicht bekannt“, schreibt ein Sprecher, der im Weiteren die Kita-Situation in Hochemmerich benennt. „Ohne die neu geplante Einrichtung beträgt die Ü3-Betreuungsquote in Hochemmerich nur 73 Prozent. Mit dieser Einrichtung kann eine Quote von 84 Prozent erreicht und somit die restlichen Bedarfe in den angrenzenden Ortsteilen auffangen werden. Aus planerischer Sicht ist diese Einrichtung in Hochemmerich somit dringend notwendig.“

Einen Vorschlag, wie man der Verkehrssituation Herr werden könnte, haben die Neuendorfs derweil schon: „An einigen Einrichtungen gibt es sogenannte Elterntaxi-Haltestellen, die ein Stück von Kindergarten oder Schule entfernt stehen. Von dort aus gehen die Kinder gefahrlos zur Schule oder in den Kindergarten.“ So etwas könnten sich die Neuendorfs für die parallel zu Zu den Gärten verlaufene Moerser Straße vorstellen. Hier müsste eine Art Haltebucht her und auch eine Treppe runter zur neuen Kita.

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