Natur

Toeppersee: Rheinhauser Güterbahnhof wird zur Grünfläche

Zwischen Neupflanzungen, Hinweisschild und Toeppersee (v.l.): Reiner Friedrich (SPD, Vorsitzender Umweltausschuss), Rheinhausens Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske (SPD), Stadtförster Axel Freude und Deutsch Langhaar Gustav.

Zwischen Neupflanzungen, Hinweisschild und Toeppersee (v.l.): Reiner Friedrich (SPD, Vorsitzender Umweltausschuss), Rheinhausens Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske (SPD), Stadtförster Axel Freude und Deutsch Langhaar Gustav.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Am Toeppersee entsteht in Verlängerung der Straße Meerfeld ein Wald- und Wiesengebiet. Stadtförster Axel Freude erklärt das Projekt.

Der Blick vom kleinen Hügelchen ist für eine Großstadt nahezu eindrucksvoll. Man schaut vorbei an einem kleinen Wäldchen auf den Toeppersee und hat dabei den Bergheimer Wasserturm und die Mühle quasi im Rücken. Dazwischen befinden sich Wege und - eingezäunt zum Schutz vor gefräßigen Kaninchen - Pflänzchen, die einmal stattliche Bäume werden sollen. Noch sehen diese Bäumchen laut Bezirksbürgermeisterin Astrid Hanske (SPD) „nicht besonders attraktiv aus“. Stadtförster Axel Freude widerspricht ihr nicht, beim Rundgang erläutert der Fachmann, was genau die Waldentwicklung Toeppersee so alles umfasst.

Los geht’s, neben den Genannten ist auch Hanskes Parteifreund Reiner Friedrich als Vorsitzender des Umweltausschusses dabei. Und auch Gustav, Förster Freudes dreijähriger Deutsch Langhaar, kommt mit. „Bis in die 1950-er/60-er stand hier der Bergheimer Güterbahnhof“, erklärt Friedrich. Der Boden sei somit sehr kiesig.

Abgedeckt mit einer Erdschicht soll das Gebiet zu einer Wald-, Wiesen- und Biotopfläche entwickelt werden. Acht Hektar ist das Areal insgesamt groß, das entspricht etwa elf Fußballfeldern. 40.000 Euro sind durch Bundesmittel finanziert, weitere 90.000 Euro durch den Einsatz von Ausgleichsgeldern von Dritten bezahlt worden. Dazu kommen 80.000 Euro für das Anlegen von Wegen, den Betrag bezahlt die Stadt.

Jungpflanzen stehen seit April

„Im April sind sie gepflanzt worden“, sagt Axel Freude und zeigt auf einige Jungbäume jenseits des Zauns, die heute eben noch nicht so attraktiv aussehen würden. Fünf bis zehn Jahre würden die Stieleichen, Linden oder Vogelkirschen zum Wachsen brauchen. Der Weg führt weiter parallel zum See in nördlicher Richtung zur Straße Meerfeld. Der Weg ist recht breit, die Vegetation eher wenig üppig. „Es handelt sich um eine Brache, die Natur holt sich das Gebiet allerdings nicht in dem Maße zurück, wie dies häufig geschieht“, sagt Axel Freude mit Verweis auf den Schotter-Untergrund.

Man müsse hier so gut wie nichts zurückschneiden, lediglich der Staudenknöterich am Wegesrand müsse dann und wann gestutzt werden. Dass hier wenig Hand angelegt würde, habe durchaus seinen Grund. Es solle hier kein Park entstehen, sondern Wald, erklärt der Experte.

In den kommenden Monaten soll die gesamte Maßnahme dann abgeschlossen werden, weitere Sträucher, unter anderem Hasel und Hartriegel, werden gepflanzt. Als letztes werden die Wege angelegt. Dann soll der Bereich als ein weiterer Teil des Rheinhauser Grünzuges fertig sein. „Es gibt eine direkte Verbindung vom Toeppersee zum Rhein“, sagt Reiner Friedrich. Vom See gelange man über den Grünzug „Auf dem Berg“ zum Volkspark. Von dort aus über die Günterstraße durch Rheinhausen-Mitte über die Rheinstraße weiter zum großen Fluss. Über sie Straße Oberfeld und durch Asterlagen gebe es eine alternative Route zum Rhein, so Friedrich.


Eine Hundefreilaufwiese kommt auch

Auf dem Weg durch das, was am Toeppersee einmal Wald wird, sind viele Hundehalter unterwegs. Für die wird in den kommenden Wochen auf dem Gelände eine weitere Freilaufwiese angelegt. Die soll eine Ergänzung zu der anderen Wiese in der Nähe der Wasserskianlage sein.

Was noch fehlt sind sogenannte „Wuffi-Bags“ auf den Verbindungswegen. An diesen können und sollen Hundehalter Beutel ziehen, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einzutüten und in den reichlich vorhandenen Mülleimern zu entsorgen.

In der jüngeren Vergangenheit hatte der Bezirk bei einem Wettbewerb der Wirtschaftsbetriebe einige solcher „Wuffi-Bags“ gewonnen. „Zeit, dass es wieder einen solchen Wettbewerb gibt“, sagt Hanske mit einem Lachen.

Insgesamt sollte es aber kein Problem sein, auf den von Hund und Halte häufig benutzten Wegen „Wuffi-Bags“ aufzustellen...

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