Arbeitsmarkt

Venator baut bis 2022 in Duisburg-Homberg 180 Stellen ab

Blick auf die Firma Venator in Duisburg-Homberg. Auch hier zeigt die kränkelnde Weltwirtschaft Folgen. Foto:

Blick auf die Firma Venator in Duisburg-Homberg. Auch hier zeigt die kränkelnde Weltwirtschaft Folgen. Foto:

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg.  Unternehmen leidet unter hohen Kosten. Vom kommenden Jahr an soll der Standort Homberg neu organisiert werden, so Standortleiter Jürgen Koy.

Die Firma Venator verkleinert ihre Belegschaft. 180 Arbeitsplätze wird das Chemieunternehmen am Standort Homberg abbauen. Das wurde den Mitarbeitern in dieser Woche bei einer eigens einberufenen Betriebsversammlung mitgeteilt. Das Finanzergebnis des Standorts Duisburg sei kritisch, sagte Dr. Jürgen Koy, Standortleiter an der Dr.-Rudolf-Sachtleben-Straße in einer ersten Stellungnahme. Daher seien beträchtliche Anstrengungen notwendig, „um einen langfristigen Geschäftserfolg auch in Zukunft sicherzustellen“.

Auch in Homberg spüre man die Flaute der Weltwirtschaft, hieß es gestern aus dem Unternehmen. So betreffe etwa die Situation der Automobilindustrie auch den Duisburger Westen. Weniger gebaute Autos bedeuteten beispielsweise auch weniger Lacke. Und das wiederum merke auch Venator als Hersteller weißer Pigmente und Füllstoffe.

Bei einer kurzfristig anberaumten Betriebsversammlung wurde die Belegschaft am Mittwoch über die Pläne informiert. Rund 1000 Mitarbeiter sind aktuell bei Venator beschäftigt. Das Homberger Unternehmen, früher Sachtleben, heute Teil der Europa-Sparte des US-Chemiekonzerns Huntsman, sitzt seit Anfang der 1960er Jahre in Duisburg-Homberg. Viele Mitarbeiter sind seit vielen Jahren bei Venator beschäftigt, teils über mehrere Generationen hinweg. Schon im vorigen Jahr hatte Huntsman über rote Zahlen geklagt.

Betriebsrat wurde Konzept vorgestellt

Gestern hieß es, die 180 Stellen würden im Zeitraum von 2020 bis 2022 abgebaut. Sozialverträgliche Lösungen würden angestrebt, insgesamt gelte es jedoch, die Produktionsprozesse „zu verschlanken und zu vereinfachen“.

„Unser Standort in Duisburg ist für Venator von großer Bedeutung“, betonte Jürgen Koy. Während der letzten Jahre hätte das Unternehmen jedoch ständig steigende Kosten zu verzeichnen, die man so nicht länger tragen könne. Koy: „Wir haben dem Betriebsrat unser Konzept vorgestellt, das unter anderem einen Abbau von etwa 180 Stellen beinhaltet, zusätzlich zum Abbau von Kontraktoren. Im Jahr 2022 wollen wir die Neuorganisation des Standortes abgeschlossen haben.“

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und bedauere sehr, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden, betonte Koy weiter. „Jedoch müssen wir aufgrund der steigenden Kosten handeln, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und um diesen Standort zu sichern.“

Venator werde auch weiterhin in der Region „ein bedeutender Arbeitgeber mit mehr als 750 Mitarbeitern bleiben“, versicherte Koy. Was den Stellenabbau betrifft, werde das Standortleitungsteam eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, „um einen fairen und transparenten Ablauf sicherzustellen.“ Matthias Jakobs, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie Energie (IGBCE) in Moers, kündigte bereits gestern öffentlich an, sich mit dem Venator-Betriebsrat zusammensetzen zu wollen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

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