Soziales

Wenn die Oma mit dem Enkel am Rad dreht

Anni Mallmann (links), dreht mit Carry Stief von der Awo und Aline Wybranietz vom Sozialwerk St. Georg gemeinsam am Rad. Das hält Arme und Schultern beweglich.

Anni Mallmann (links), dreht mit Carry Stief von der Awo und Aline Wybranietz vom Sozialwerk St. Georg gemeinsam am Rad. Das hält Arme und Schultern beweglich.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Duisburg-Homberg.  Einer für alle: Der neue Mehrgenerationenspielplatz in Homberg-Hochheide ist fertig. Die Nachbarn des Seniorenzentrums haben ihn schon erobert.

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Der Bezirksbürgermeister dreht am Rad! „Mit mir kann man das ja machen“, sagt Hans-Joachim Paschmann und lacht. Augenzwinkernd macht er das Wortspiel mit, das sich fast schon aufdrängt, als der Chef des Stadtbezirks das große Schwungrad auf dem neuen Mehrgenerationenspielplatz in Hochheide in Bewegung setzt. „Am Rad drehen kann ich besonders gut.“ Dass er auch das Rudergerät gut beherrscht, will er uns dann aber doch nicht mehr zeigen. Der Grund ist einfach: Einen nassen Allerwertesten mag auch der Bezirksbürgermeister nicht. Der Regen hat die frisch aufgebauten Geräte im Park an der Poststraße eingeweiht – und niemand hat ein Handtuch dabei.

Fünf Stationen hat der Fitness-Parcours für Jung und Alt, den die Wirtschaftsbetriebe in jedem der Duisburger Stadtbezirke realisieren. In Hochheide scheint der Standort besonders gelungen zu sein, denn der neue Platz liegt in Sichtweite des multikulturellen Seniorenzentrums Haus am Sandberg. Einrichtungsleiter Ralf Krause ist die paar Schritte bis zu den Turngeräten gemeinsam mit einigen Bewohnern spaziert.

Da freut sich auch das Hüftgold

„Ich habe das hier alles schon ausprobiert“, sagt Anni Mallmann, 80 Jahre alt. Beim Gehen braucht sie zur Unterstützung einen Rollator. „Aber das heißt ja nicht, dass ich sonst nichts mehr kann“, sagt sie und klettert mit Elan auf die Fußplatten der ersten Station. Gut festhalten am Griff und dann hin und her schwingen. „Das ist Training für mein Hüftgold“, sagt die 80-Jährige, die neulich einen dollen Muskelkater hatte, als sie den Trainingsplatz eine ganze Stunde lang testete.

„Das ist eine fantastische Sache hier.“ Eine Bereicherung für aktive Senioren wie Anni Mallmann. Seit einem knappen Jahr lebt sie im Haus am Sandberg. „Hier werde ich ab jetzt viel häufiger sein als in der Cafeteria.“ Kinder hat die Seniorin hier auch schon getroffen. Genau das ist ja der Sinn des Mehrgenerationenspielplatzes. „Bei schönem Wetter wird hier im nächsten Frühjahr und Sommer bestimmt viel los sein“, sagt Ralf Krause, der in den vergangenen Tagen auch schon so einige Familien beobachtet hat, die das neue Angebot ausprobiert haben. Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Nun hoffen die Beteiligten, dass der Platz von allen Generationen mit Respekt behandelt wird. Aus den Fenstern des Seniorenzentrums hat man das Gelände ganz gut im Blick. „Die Wirtschaftsbetriebe müssen die Sträucher allerdings noch etwas zurückschneiden,“ so Krause. Wenn die Sichtachse frei ist, dann wollen einige der Bewohner ein Auge auf den Platz werfen. Die meisten von ihnen haben sehr viel Zeit und freuen sich auf eine solche Aufgabe.

Vor Vandalismus schützen

Bei der gestrigen Einweihung kam den Stadtteil-Aktiven von Seniorenzentrum, Arbeitskreis Kinder und Jugend und den Hochheider Seniorenlotsen noch die Idee, dass eine Lampe mit Bewegungsmelder den Erlebnisort in der Dunkelheit vor Vandalismus schützen könnte. Hier wird nun noch an einer Finanzierung getüftelt. Ansonsten fehlt zwar an einer Treppe noch ein Geländer, dennoch darf der Spielplatz ab sofort von allen genutzt werden.

Der Mehrgenerationenspielplatz Hochheide liegt in der Grünfläche zwischen Poststraße und dem Seniorenzentrum Haus am Sandberg, Kirchstraße 28g. Auf einer Hinweistafel werden alle Übungen erklärt.

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