Hochhaus-Sanierung

„Wir wollen Mieter saugen”

Foto: Fremdbild

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Nach einem halben Jahr auf Tauchstation stellen die Investoren ihre Pläne für das ersteigerte Hochhaus an der Hanielstraße vor: Wie sich Uwe Schreiber, Chef der Kapitalpartner AG, die Entwicklung in Hochheide vorstellt.

Uwe Schreiber kennt die Hochheider Gerüchteküche. Zum Beispiel, dass er als Investor aus der Schweiz nur ein „Phantom” sei. Vielmehr ist der hochgewachsene Mann eine stattliche Erscheinung. Und Schweizer ist er auch nicht. Uwe Schreiber kommt aus Forst, so steht es im Handelsregister, und ist Präsident der Kapitalpartner AG. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich investiert in den leerstehenden Weißen Riesen an der Hanielstraße und stellte gestern im Rathaus offiziell die Pläne vor. Und lichtete damit zum ersten Mal etwas den Nebel, der die bislang öffentlichkeits-scheue Investorengruppe ein halbes Jahr umhüllt hatte.

Bei den Gründen für die Zurückhaltung führte Schreiber dann aber die für den Alpenstaat bekannte Tugend an. Man habe sich mit der „typischen schweizer Gründlichkeit” auf dieses Projekt vorbereitet und wollte erst „Fakten schaffen”, bevor man die Pläne präsentiert. Seit zwei Jahren beschäftige sich Schreiber mit der Aufpäppelung maroder Häuser und vor allem mit der entsprechenden Finanzierung. Rechts- und Wirtschaftswissenschaften habe er studiert, in Kanzleien und Unternehmensberatung gearbeitet, Fonds gemanagt und Anfang des Jahres die Kapitalpartner AG gegründet.

Von Zürich aus agiere ein kleines Team, was nicht unüblich sei in der Private-Equity-Branche, sagt Schreiber. Von den großen Kapitalgesellschaften will er sich aber distanzieren und betont wiederholt den „Unterschied zu den Heuschrecken”. Börsengänge und schnelle Renditen durch Verkäufe seien kein Thema, versichert Schreiber.

Seit gestern weiß man auch, dass sich das finanzielle Engagement nicht auf die Hanielstraße beschränkt. Wenn die Ottostraße 24-30 zwangsversteigert wird, will Schreiber mitbieten, bestätigte er gestern. Das ist die zentrale Neuigkeit, die die Investoren bekannt gaben. Denn eine Sanierung beider Häuser hat Folgen für das Viertel. Die von der Stadt beauftragten Gutachter hatten im Vorjahr klipp und klar erklärt, dass es für eine Vermietung aller Wohnungen in den Häusern keine Nachfrage gibt und auch in Zukunft nicht geben wird, sondern höchstens eine Verschiebung der Mieterschaft innerhalb der Hochhäuser.

Uwe Schreiber ist dennoch überzeugt, dass sich die Wohnblocks füllen lassen. „Wir wollen Mieter saugen. Nicht nur aus Hochheide, sondern auch von außerhalb.” Mit Mieten unter fünf Euro pro Quadratmeter lockt die Hanielstraße, im weitaus weniger modernisierten Haus an der Ottostraße 58-64 beispielsweise liegen die Mieten im ähnlichen Bereich.

Eine Zusammenarbeit mit den anderen Hausbesitzern könne sich Schreiber „grundsätzlich” vorstellen, wenn es um „übergreifende Lösungen” geht. Aber zunächst wolle man Wohnraum schaffen, alles andere sei der zweite Schritt. Das klingt eher nach Konkurrenz.

Das Konzept für den Weißen Riesen an der Hanielstraße:

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2008/6/25/news-58194314/detail.html

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