Bildung

Willy-Brandt-Berufskolleg hofft auf den Deutschen Schulpreis

Die Juroren bei der Arbeit: Wolfgang Berkemeier (v.l.), Prof. Dr. Hans-Anand Pant, Michael Brenner und Prof. Dr. Monika Buhl.

Die Juroren bei der Arbeit: Wolfgang Berkemeier (v.l.), Prof. Dr. Hans-Anand Pant, Michael Brenner und Prof. Dr. Monika Buhl.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Das Willy-Brandt-Berufskolleg in Rheinhausen ist unter den letzten 20 Schulen in ganz Deutschland, die um ein Preisgeld von 100 000 Euro kämpfen.

Eine spannende Zeit beginnt jetzt für Lehrer und Schüler des Willy-Brandt-Berufskollegs an der Krefelder Straße. Das Kolleg befindet sich mit 19 weiteren Schulen im Rennen um den Deutschen Schulpreis 2020. Am Montag und Dienstag weilte eine Jury aus Praktikern und Bildungswissenschaftlern an der Schule, besuchte den Unterricht, sah sich die Räumlichkeiten an, sprach mit Schülern, Eltern, Lehrern und Vertretern von Ausbildungsbetrieben.

„Wunderbare Schüler, tolle Lehrer“

Das Willy-Brandt-Berufskolleg hinterließ einen guten Eindruck bei den Juroren. Prof. Dr. Pant, einer der Juroren, brachte es bei der abschließenden Pressekonferenz auf den Punkt: „Es ist schon eine große Leistung, unter den 20 Schulen zu sein.“ Das Berufskolleg habe einen breiten Begriff von guter Schule. Bewertet werden sechs Qualitätsbereiche, die die Schulen auch schon in ihrem zwölfseitigen Bewerbungsschreiben formulieren müssen: Leistung der Schüler (in den Kernfächern Mathematik, Sprachen, Naturwissenschaften), im künstlerischen Bereich (Theater, Kunst, Musik oder Tanz), im Sport oder in anderen wichtigen Bereichen (etwa Projektarbeit, Wettbewerbe); Umgang mit Vielfalt; Unterrichtsqualität; Verantwortung; Schulleben und außerschulische Partner sowie Schule als lernende Institution.

Die Juroren stellten bei ihrer Bewertung heraus, dass sie im Kolleg in Rheinhausen wunderbare Schüler mit tollen Lehrern gesehen haben. Es bestehe unter den 50 Nationen in der Schule „ein unglaublich gutes Miteinander und ein extrem respektvoller Umgang, was nicht an allen Schulen zu sehen sei.“

Kritik an den Toiletten

Zwei massive Kritikpunkte gab es allerdings, die nicht die Schule zu verantworten habe: Das Berufskolleg brauche digitale Unterstützung. Deshalb der Appell an die Stadt, dass hier dringend etwas passieren müsse. Entsetzt waren die Juroren, von Schülern zu hören, dass sie im Unterricht mit einer veralteten Technik arbeiten müssen.

Auch den Zustand der sanitären Anlagen bezeichnete die Jury als erschreckend. Instandgehaltene Toilettenanlagen seien nämlich eine Grundvoraussetzung für eine gute Schule“, stellten die Juroren heraus.Hier gibt es mehr Artikel aus dem Duisburger Westen

Das Willy-Brandt-Berufskolleg nahm zum zweiten Mal an dem Schulpreis-Wettbewerb teil. 2018 kam die Schule unter die ersten 50 Bewerber und profitierte damals schon von der Teilnahme. Schulleiter Dr. Helmut Richter: „Das Kollegium hörte sich über das laut gestellte Telefon das Feedback an und empfand es als sehr nützlich.“ Empfohlen wurde damals, zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bildungsgängen zu verstärken, etwa gemeinsame Projekte mit den Kaufleuten und Industriemechanikern.

Bis Ende Februar wird die Jury jetzt noch zwölf weitere Schulen besuchen. Im März werden dann bis zu 15 Schulen für den Deutschen Schulpreis nominiert, die an der feierlichen Preisverleihung in Berlin teilnehmen dürfen. Dann entscheidet sich auch, wer den Hauptpreis in Höhe von 100.000 Euro erhält. Die weiteren fünf Preisträger dürfen sich über weitere insgesamt 100.000 Euro freuen. Alle nominierten Schulen, die nicht mit Preisen ausgezeichnet wurden, erhalten Anerkennungspreise von jeweils 5000 Euro.

>>> Der Deutsche Schulpreis:

Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof-Stiftung. Der Schulpreis gilt als der bekannteste, anspruchsvollste und höchstdotierte Preis für gute Schulen im Land.

81 Schulen haben sich diesmal beworben. Alle Schularten waren vertreten. Am 20. Mai werden in Berlin die begehrten Auszeichnungen verliehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird den Hauptpreisträger küren.

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