NRZ-Leser-Führung

16 NRZ-Leser genossen jetzt die Kaffee-Tour in Emmerich

Birgit Bremer (li.) vom Infocenter Emmerich brachte den NRZ-Lesern auf der Führung „Kaffeeklatsch in Emmerich“

Birgit Bremer (li.) vom Infocenter Emmerich brachte den NRZ-Lesern auf der Führung „Kaffeeklatsch in Emmerich“

Foto: Konrad Flintrop

Emmerich  16 Leser nahmen an der Führung „Kaffeeklatsch in Emmerich“ teil und genossen im Anschluss eine Niederrheinische Kaffeetafel im Hof von Holland.

Eine Scheibe Weißbrot kombiniert mit einer Scheibe Schwarzbrot, belegt mit Käse und üppig mit Rübenkraut beschmiert – manch ein Niederrheiner wird sofort sagen: „Lecker!“

Andere können sich ob dieser Kombination nur wundern. Auch Birgit Bremer. Allerdings sitzt die Gästeführerin des Infocenters Emmerich, die nicht vom Niederrhein stammt, beim Rundgang „Kaffeeklatsch in Emmerich am Rhein“ nicht selten zum Abschluss in einer Niederrheinischen Kaffeetafel, wo diese spezielle Schnitte gerne gereicht wird.

Emmerichs große Kaffee-Tradition

16 NRZ-Leser genossen jetzt diese Kaffee-Tafel, schmierten sich bewusst den Rübenkraut auf den Käse. Und sie waren gesättigt durch reichlich interessante Informationen, die die kostümierte Birgit Bremer charmant bei dem Rundgang übermittelte.

Dabei ging es neben Anekdoten über die Emmericher Historie vor allem um den Kaffee, der natürlich in Emmerich eine große Tradition hat. Etwa durch die Lage am Rhein, wo der Kaffee einst auf dem Wasserweg angeschippert wurde. Oder durch die Firma Probat, mit seiner langen Tradition in der Herstellung von Röstmaschinen sowie durch die Rösterei Lensing & van Gülpen.

Was Kaffeestecher für eine Aufgabe hatten

An der Stadtplatte, die heute 4,50 Meter höher liegt als früher, wurde der Kaffee in Jutesäcken angeliefert. Die sogenannten Kaffeestecher überprüften durch Stichproben, ob da auch wirklich Kaffeebohnen und nicht Hasenköttel in den Säcken waren.

Schon mal Muckefuck probiert? Friedrich, der Große, trank ihn gerne mit Pfeffer. Aber was ist das überhaupt für eine Plörre, die Birgit Bremer da zum Start im ICE an der Rheinpromenade die NRZ-Leser probieren ließ? Es ist ein Kaffeeersatz aus gerösteten Kastanien oder Eicheln, die mit Zichorie gewürzt wird. „Das schmeckt wie zu dünner Kaffee“, merkte eine Leserin zurecht an.

Als Friedrich, der Große, den Kaffee verbot

Bremer konnte Interessantes zur Historie erklären. Es war die Zeit nach dem Hundertjährigen Krieg. Kaffee war ein Importgut, Deutschland hatte ja keine Kaffeekolonie. Doch mit Importgütern gingen Einnahmen verloren, da hat Friedrich, der Große, den Kaffee verboten. Sogenannte Kaffeeschnüffler gingen von Haus zu Haus, um zu schnuppern, wer da ungehorsam war.

Der Muckefuck entstand, um dem Volk eine heimische Alternative zu bieten. „Viele meinen, Muckefuck stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, aber da lebte er aufgrund von Armut und Lieferproblemen nur wieder auf“, so Bremer.

Zum Glück wurde im Hof von Holland dann zum Abschluss noch vernünftiger Kaffee serviert. Nach so vielen Worten über Kaffee war der Lust auf ein Tässchen auch bei den NRZ-Lesern gewachsen.

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