Gericht

25-Jähriger hatte in Emmerich einen Schlagring dabei

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Vor dem Amtsgericht in Emmerich musste sich ein 25-Jähriger verantworten.

Vor dem Amtsgericht in Emmerich musste sich ein 25-Jähriger verantworten.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Beamte kontrollierten einen 25-Jährigen in Emmerich und fanden dabei in seiner Jackentasche einen Schlagring. Nun stand der vor Gericht.

Ein Schlagring in der linken Jackentasche brachte einen 25-Jährigen auf die Anklagebank des Amtsgerichts. Im März geriet dieser in eine Verkehrskontrolle in Emmerich. Dabei fiel auf, dass er einen Schlagring in greifbarer Nähe mit sich führte.

Nach Abschnitt 1 des Waffengesetzes ist nicht nur der Besitz, sondern bereits der Kauf eines solchen in Deutschland illegal. Wer seine Finger in die vorgesehenen Öffnungen des Schlagringes steckt, erhält dadurch eine erhöhte Schlagkraft sowie Verletzungswahrscheinlichkeit des Gegners.

Angeklagter legte zunächst einen Einspruch ein

Die angesetzte Strafe belief sich auf 1200 Euro, gegen die der Angeklagte jedoch Einspruch erhoben hatte. „Das war Nichts weiter als ein Flaschenöffner“, beteuerte der 25-Jährige. So liege hier lediglich ein unglückliches Missverständnis vor. Der konfiszierte Gegenstand glich jedoch nicht nur äußerlich einem Schlagring, sondern wäre auch als ein solcher anzuwenden gewesen.

„Es kann sein, dass man das Ding als Schlagring benutzen kann. Aber ich verfolgte nie die Absicht, damit etwas anderes zu tun als Flaschen öffnen“, beteuerte der Angeklagte. Was für seine Verteidigung sprach, war ein Bestellbelegt des Gegenstandes. So wurde dieser für nicht einmal drei Euro auf einer normalen Online-Plattform erworben. Dort fand die vermeintliche Waffe die Betitelung eines „multifunktionalen Werkzeuges“.

Angeklagter beteuerte Opfer des Online-Shops zu sein

Sowohl Flaschen könnten damit geöffnet als auch einige Schrauben gezogen werden. Der Angeklagte sei somit schlichtweg Opfer einer Artikelbeschreibung in einem bekannten Onlineshop geworden. „Würde ich mir eine richtige Waffe kaufen wollen, dann doch nicht für weniger als drei Euro ganz normal per Post“, nutzte der Angeklagte die für ihn sprechenden Umstände zu einer Verteidigung.

Trotzdem lag es auf der Hand, dass der Gegenstand zwar für vieles genutzt, jedoch auch als Schlagring missbraucht werden könnte. Dem 25-Jährigem, der zuvor nie wirklich auffällig wurde, gelang es mit reumütigen und ruhigen Aussagen, die Staatsanwaltschaft sowie die Richterin von seiner Unschuld zu überzeugen. So vertrauten diese darauf, dass der Angeklagte die Waffe zwar besaß, doch keine Intention einer illegalen Anwendung verfolgte.

Verfahren wurde gegen den Angeklagten eingestellt

Damit wurde das Verfahren gegen Einbehalten des Schlagringes eingestellt. „Das Ding will ich sowieso nicht zurück nachdem ich jetzt weiß, was das eigentlich ist und in welche Schwierigkeiten es mich bringen kann“, verabschiedete sich der Angeklagte von seiner einstiegen Investition.

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