Karneval

2500 Narren feiern beim Rosenmontagsumzug Haffen-Mehr

Air Berlin war gestern. Beim Umzug in Haffen-Mehr war „Flying Hirsch“ angesagt. In Anlehnung an Zugkönig Hardy Baumann, der bekanntlich die Gaststätte Zum Hirsch betreibt.Fotos: Wachterstorm

Air Berlin war gestern. Beim Umzug in Haffen-Mehr war „Flying Hirsch“ angesagt. In Anlehnung an Zugkönig Hardy Baumann, der bekanntlich die Gaststätte Zum Hirsch betreibt.Fotos: Wachterstorm

Haffen.  Etwa 2500 Narren besuchten den Umzug von Mehr nach Haffen. Politiker zwischen Rees und Berlin bekamen karnevalistische Denkzettel verpasst.

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Gewohnt politisch ging es zu bei den Jecken und Narren, die am Rosenmontag von Mehr nach Haffen gezogen sind. Vor etwa 2500 Zuschauern verpassten sie Politikern zwischen Rees und Berlin reihenweise karnevalistische Denkzettel und bewiesen so einmal mehr den besonderen Charakter ihres Umzugs.

Die Mehrer Jungschützen stachen unter den 17 teilnehmenden Gruppen besonders hervor und bedienten wie auch in den vergangenen Jahren ein großes Thema. Dieses Mal nahmen sie mit einem fahrenden Reichstag in den jamaikanischen Nationalfarben die geplatzten Sondierungsgespräche aufs Korn. „Wir paffen das“, legten sie einer Angela-Merkel-Figur mit Rastamütze und Joint in den Mund.

Von Air Berlin zu Flying Hirsch

Mit einer Anspielung auf die Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin ging der vierte Zug des BSV Mehr auf die Strecke. Ein Flugzeug in den Farben der Airline trug die Aufschrift „Flying Hirsch“, nicht zuletzt weil Zugkönig Hardy Baumann die Gaststätte Zum Hirsch in Mehr betreibt.

Andere Gruppen blieben bei lokalen Themen. Die Haffener Landjugend fuhr mit einem großen Löschfahrzeug auf, in Bezug auf das vergebliche Warten der örtlichen Feuerwehr auf ein neues Einsatzfahrzeug. Auch die Schließung der Sparkassenfiliale in Mehr war an der Tagesordnung.

Eine alte Frau mit Rollator begleitete einen fahrenden Geldautomat mit der Anzeige „Außer Betrieb“. „Es geht nicht, dass alte Menschen Kilometer zurücklegen müssen, um Geld abzuheben oder eine Überweisung zu tätigen“, kommentierte Marga Olschewski von den Mehrer Karnevalsfreunden das Motto.

Ärger mit dem Ordnungsamt

Andere wollten einfach nur Spaß haben, ganz ohne Politik. Etwa der fünfte Zug des BSV Mehr, der ein Spukschloss auf die Räder brachte. „Der Wunsch nach diesem Motto kam von den Kindern“, sagte Zugführer Jürgen Rexing, „und für die ist der Karneval schließlich am Wichtigsten.“

Seit Monaten hatten die Gruppen an ihren Auftritten gebastelt. Die Arbeit hat sich sichtlich gelohnt, auch wenn die Jungschützen mit ihrem fahrenden Jamaika-Reichstag etwas zu hoch hinauswollten. Das Ordnungsamt musste dokumentieren, dass der Wagen die zulässige Maximalhöhe von vier Metern deutlich überragte. Max Schnelting von den Jungschützen nahm es mit Humor: „Die sind wohl einfach neidisch auf unseren schönen Wagen.“

>> POLITISCHE JUGEND

Was sonst in Düsseldorf oder Köln gesichtet wird, gehört auch in Haffen und Mehr fest dazu: Die Jungschützen sind bekannt für ihre aufwändigen Wagen und bissigen Kommentare zu großen bundes- oder sogar weltpolitischen Themen.

Im vergangenen Jahr nahmen sie den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump aufs Korn und dessen Pläne, eine Mauer an der mexikanischen Grenze zu errichten.

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