Auszeit

73-Jährige zeigt bei Kurs in Elten wie man zur Ruhe kommt

Magdalene Hellwig praktiziert die Form der inneren Einkehr seit nunmehr 20 Jahren.

Foto: Gellert-Helpenstein

Magdalene Hellwig praktiziert die Form der inneren Einkehr seit nunmehr 20 Jahren. Foto: Gellert-Helpenstein

Kleve/Hochelten.   Magdalene Hellwig weiß wie man meditiert. Sie praktiziert die Form der inneren Einkehr seit 20 Jahren. Sie ist gelernte Medidationsleiterin.

Jeder hat seinen Rucksack zu tragen. Gefüllt mit Lebenslasten, die mal mehr und mal weniger schwer wiegen. „Aber an dem Punkt, wo wir merken ‘ich schaffe das nicht mehr‘, sollten wir abgeben“, rät die Bedburg-Hauerin Magdalene Hellwig. Sie hat schon lange ihren Weg gefunden, um täglich ein paar Minuten alles fallen zu lassen und Alltagslasten für eine kurze Zeit in höhere Hände zu legen: Das Ruhegebet. 20 Minuten Stille und innere Einkehr. „Das hilft“, verrät sie. Und bietet es auch anderen Ruhesuchenden an. Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat um 17 Uhr in der Kapelle des St. Antoniushospitals in Kleve. Kostenfrei.

Gelernte Meditationsleiterin

„Jeder ist willkommen, ganz unabhängig von Glaube und Konfession“, betont die 73-jährige Katholikin, die gelernte Meditationsleiterin und Lehrende für das Ruhegebet ist. Magdalene Hellwig praktiziert diese Form der inneren Einkehr seit nunmehr 20 Jahren. „So komme ich immer wieder zur inneren Freude und Gelassenheit – ganz ohne große Anstrengung.“ Das glaubt man ihr sofort. Ihre Augen blicken ihr Gegenüber ganz ruhig und freundlich an, um ihren Mund ist bei fast allen Worten ein leichtes Lächeln zu sehen, ohne dass die Meditationsleiterin weltfremd wirkt. Ganz im Gegenteil. Hellwig steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden und ist in vielen Dingen pragmatisch und zufassend. Aber eben immer mit der einst antrainierten und heute ganz natürlichen inneren Ruhe und einer Lebensbegeisterung, die ansteckend ist. Und gut tut.

Wer sich ebenfalls nach einer grundlegenden Gelassenheit sehnt, der sollte diese 20 Minuten in der Kapelle des Klever Krankenhauses einmal mit erleben. Unvoreingenommen. Ruhig. Auch wenn eine tiefe Religiosität nicht Voraussetzung ist, um daran teil zu nehmen, so ist die Sehnsucht nach etwas Höherem, nach einem Schöpfer oder einfach nach irgendeiner Form von Spiritualität sicherlich von Vorteil, um sich auf das Ruhegebet einzulassen, erläutert Hellwig. Sie läutet das Ruhegebet in der Kapelle stets mit einem kurzen Gebet ein. Dem Ton der Klangschale folgen dann 20 Minuten absoluter Ruhe und Stille. Dann ertönt wieder der Klangschalenton und die Meditation endet mit einem kurzen Abschlussgebet.

Gläubigkeit von der Mutter vorgelebt

Magdalene Hellwig zieht viel aus dieser Art der Meditation, weil sie sehr gläubig ist. „Das habe ich wohl von meiner Mutter“, vermutet sie. Strenge Gläubigkeit wurde ihr weder abverlangt, noch vorgelebt. „Meine drei Brüder sind sogar alle aus der Kirche ausgetreten“, sagt sie. Missionieren will sie nicht – auch nicht in der eigenen Familie, die aus Ehemann, Sohn, Tochter und drei Enkeln besteht.

Wer die innere Einkehr, die Meditation übt, der hat übrigens auch körperlich viel davon. Hellwig: „Wenn man es täglich übt, wird sich mit der Zeit innere Ruhe und Gelassenheit einstellen. Die Atmung geht gleichmäßig, der Blutdruck normalisiert sich und auch der Hautwiderstand – ein Zeichen für Stabilität – nimmt während des Ruhegebets um ein vielfaches zu.“ Mit der Zeit lösen sich dann Spannungskopfschmerzen und Schlafprobleme nehmen ab. „Auch Erschöpfungszustände treten dann nicht mehr so häufig auf, wie vor den Zeiten des regelmäßigen Ruhegebets“, betont Hellwig.

>>WEITERE ANGEBOTE IM BILDUNGSHAUS IN ELTEN

Wer nicht nur zweimal monatlich das Erlebnis der Stille in der Kapelle des Krankenhauses Kleve erfahren möchte, den unterstützt die Meditationsleiterin, in dem sie Interessierten einen Ruhegebetskurs anbietet. In diesem Jahr im Bildungshaus der Jesuiten, Freiheit 2, Emmerich-Elten ab dem 15. Juni und bis zum 17. Juni.

Wer sich dafür interessiert, der kann sich an Magdalene Hellwig unter HellwigMagdalene@t-online.de wenden und Infos bekommen. Auch zum Ruhegebet im Krankenhaus Kleve.

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