Unternehmer

90 Chefs kamen zum Unternehmerfrühstück ins PAN Emmerich

Wie gewohnt gut besucht war das Unternehmerfrühstück im PAN Kunstforum.

Wie gewohnt gut besucht war das Unternehmerfrühstück im PAN Kunstforum.

Foto: Konrad Flintrop / FUNKE Foto Services

Emmerich.  90 Unternehmer nahmen am Frühstück im PAN in Emmerich teil, wo sie von der Kreis-Wirtschaftsförderung auf den aktuellen Stand gebracht wurden.

„In den nächsten 16 bis 18 Monaten ist auf dem Neumarkt alles fertig“, sagte Bürgermeister Peter Hinze auf dem Unternehmerfrühstück vor rund 90 „Zeugen“ im PAN. Schneller geht es auf dem Kasernengelände: „Dort ist viel in Bewegung.“ Der Kindergarten ist fertig, das betreute Wohnen angelaufen, Häuser stehen „und ab November kann man bei Aldi einkaufen.“ Als weitere lokale Wirtschaftsthemen nannte der Erste Bürger u.a. den Klimaschutz und Mobilitätsuntersuchungen.

Zusammenarbeit mit Niederländern

Nicht zu vergessen die Logistikstudie, die Emmerich gemeinsam mit den niederländischen Gemeinden Zevenaar und Montferland auf den Weg gebracht hat. „Wir wollen ausloten, wie sich eine Region über die Grenzen hinauf aufstellen kann“, so Hinze, denn es gebe nicht nur auf der einen Seite die Frikandel Spezial und auf der anderen die Currywurst. Und musste leider zugeben: „Wir arbeiten mit den Niederländern intensiver zusammen als mit der anderen Rheinseite.“

Auch Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve, hatte interessante Zahlen mitgebracht: „Der Tourismus ist deutlich weiter gekommen. Bei den Übernachtungen werden wir kreisweit bald die Million erreichen.“ Busunternehmertagungen sorgen unter anderem dafür, dass das Geschäft blüht.

Die Rheinpromenaden in Emmerich und Rees seien nicht zu unterschätzen, was Tagesfahrten von Busunternehmen angehen. Auch das Projekt „Ganz schön abgefahren“, das man mit der NRZ durchgeführt habe, habe zur Attraktivität der Region beigetragen. „Die Printmedien erreichen unsere Zielgruppe ganz besonders.“

Weiter kümmert sich die Wirtschaftsförderung intensiv um die Ansiedlung von Ärzten. Zurzeit gebe es 180 niedergelassene Ärzte. Aufgrund der Altersstruktur werden es in den nächsten fünf bis sechs Jahren nur noch 90 bis 100 sein. Kuypers: „Wir machen hier eine ganze Menge für die Region. Alle wissen, dass wir etwas tun müssen, um weiter zu kommen.“ Eine Fördermöglichkeit sei ein Hospitationsmodell für maximal vier Wochen in einer niedergelassenen Praxis. „Der Kreis zahlt dann für den Arzt 2000 Euro pro Woche.“

Zehn Jahre Hochschule Rhein-Waal

Andere Herausforderung: Im Kreisgebiet müssten über 20.000 Wohnungen geschaffen werden, um dem Bedarf in den nächsten Jahren gerecht zu werden. Über „Zehn Jahre Hochschule Rhein-Waal“ sprach deren Kanzler Michael Strotkemper. Über 7.300 Studierende aus über einhundert Ländern zählt der Campus inzwischen, der 25 Bachelor- und elf Masterstudiengänge anbietet. „Sie alle sind ein Kaufkraftgewinn für die Region.“ Unterstützung finden die Studenten auch durch viele Firmen - „die meisten kommen aus Emmerich“ -, die mindestens ein Jahr lang einen Studenten mit monatlich 150 Euro unterstützen. „Der Staat legt dann noch mal 150 Euro drauf, und die jungen Leute können vernünftig studieren und müssen nicht kellnern gehen.“

>> Es fehlen Fachkräfte

Nathalie Tekath-Kochs von der Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve moderierte die Gesprächsrunde „Wege zum Erfolg. Hidden Champions lassen in die Karten blicken“.

Mit ihr plauderten die Emmericher Unternehmer Steffen Grasse (Setter), Frank Reimann (Multi Cross), Herbert Tripp (KAO) und Carsten Vagt (BSN-Jobst) über Firmengeschichte und Philosophie der „heimlichen Gewinner“.

Einigkeit herrschte bei allen: Es fehlt an Fachkräften, egal in welchem Bereich.

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