Betuwe

Alternative Trasse vorgestellt

Die Baumfreunde Emmerich hatten eingeladen. Johannes ten Brink (rechts) sorgte mit der Vorstellung einer alternativen Trasse auf Aufsehen.

Die Baumfreunde Emmerich hatten eingeladen. Johannes ten Brink (rechts) sorgte mit der Vorstellung einer alternativen Trasse auf Aufsehen.

Foto: Christoph Karl Banski

Elten.   Der pensionierte Eisenbahn-Ingenieur Johannes ten Brink wartete mit einer Trassen-Variante für dieBetuwe auf, die aufhorchen ließ. Schon heute will man Chancen für diese Möglichkeit weiter ausloten.

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„Betuwelijn – so nicht!“ hieß ein Slogan, den Norbert Gies als Sprecher für eine Initiative im Zusammenhang mit der Planung um die Betuwe mit großem Einsatz vor Jahren ins Leben rief. Inzwischen sind viele Jahre verstrichen und manche Erfolge haben sich dank großer Bemühungen eingestellt. Doch es bleibt ein weiter Weg bis zur Fertigstellung der Vorhaben.

Inzwischen sind die Zahlen der Zugbewegungen zwischen Oberhausen und der Grenze ständig angestiegen. Für 2025 hat das Eisenbahnbundesamt für die Strecke Wesel-Emmerich eine Tagesfrequenz von 210 Zügen und während der Nacht von 80 Zügen errechnet.

Die deutsche Bahn hat vor kurzem den letzten Abschnitt für das Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. In Kürze wird also mit der Offenlegung zu rechnen sein.

Die drei großen Probleme

Rüdiger Helmich, der Sprecher der „Baumfreunde aus Emmerich und Elten“, konnte zu einer Infoveranstaltung, die den Eltener Bürgern klar machen sollte, was auf sie zukommt, mehr als 80 Interessenten in der Luitgardisschule begrüßen. Er hatte als kompetenten Berater Johannes ten Brink, einen pensionierten Eisenbahn-Ingenieur eingeladen. Dieser schilderte anhand einer Power Point Dokumentation die vorgesehene Planung und ihre drei großen Nachteile für Elten:

Die Bundesstraße 8 soll bei Beibehaltung der Bahntrasse „in den Berg hinein“ gebaut werden. Die erforderlichen Stützwände werden sehr massiv und hoch sein müssen. Diese als Böschungsvariante bezeichnete Lösung hätte weiter zur Folge, dass die B8 zwischen Viadukt und Bahnübergang Emmericher Straße — der dann auch verschwindet – nicht mehr existiert.

Die beiden Sportplätze werden im Zuge der Verlagerung der B8 nicht mehr zu benutzen sein.

In Höhe der Sportplätze von Fortuna und Sportfreunde Elten wird ein Kreisverkehr eingerichtet – inklusive Anbindung an die bestehende Straßenführung.

Der große Unmut der Anwesenden war kaum zu überhören und äußerte sich in lebhaften Missfallenskundgebungen.

Doch Johannes ten Brink hatte eine Alternative in petto, die er „Gleisbettvariante“ nannte. Nach seiner Darstellung würde die B 8 vom Berg weg auf das jetzige Gleisbett der Bahn gelegt. Das neue Gleisbett könne daneben „auf die grüne Wiese“ verlegt werden. Für die Bahn fällt der aufwendige Bau der Stützmauern weg und viele Bäume können erhalten werden. Die B 8 würde dem Plan von ten Brink nach entlang den Gleisen geführt bis etwa zur Höhe Feldhausener Weg. Damit hätte Elten auch eine Ortsumgehung – gut im Hinblick auf den LKW-Verkehr. Der Bauingenieur erklärte sehr detailliert seine Ideen, die von den Anwesenden begeistert zur Kenntnis genommen wurden.

Was kann und muss man tun, da-mit die neuen Ideen auch in die Planung einbezogen werden können? Ute Sickelmann (Bündnis90/die Grünen) riet dringend dazu, möglichst schnell bei der Stadt vorstellig zu werden, „denn wenn die Offenlegung einmal eröffnet ist, wird es für Änderungen schwierig“. Jörg Wernicke (SPD) und Ortsvorsteher Albert Jansen (CDU) wurden konkret. Während Wernicke vorschlug, eine Umfrage unter den Bürgern zu starten, sah Jansen einen Erfolg versprechenden Weg in einer Ratseingabe. Rüdiger Helmich riet abschließend, beides zu tun (siehe Box).

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