380-KV-Stromtrasse

Amprion-Stromleitung in Anholt offiziell in Betrieb genommen

Ben Voorhorst  (2.v. l.) und Dr. Klaus Kleinekorte (r.) setzten symbolisch die Stromleitung ans Netz.

Ben Voorhorst (2.v. l.) und Dr. Klaus Kleinekorte (r.) setzten symbolisch die Stromleitung ans Netz.

Foto: Thorsten Lindekamp

Isselburg.   Die grenzüberschreitende Stromleitung zwischen Wesel und Doetinchem wurde in Anholt nun offiziell in Betrieb genommen. 250 geladene Gäste kamen.

Nach über zehn Jahren der Planung und des Baus ist der europäische Strombinnenmarkt nun noch ein Stück näher zusammengerückt. In Anholt, am letzten Vollwand-Strommast der Firma Amprion, nur zehn Minuten von der Grenze zu den Niederlanden entfernt, wurde am Freitagmittag die grenzüberschreitende 380-KV-Stromtrasse in Betrieb genommen.

Zumindest offiziell. Denn der Strom zwischen Deutschland und den Niederlanden (hier ist das Unternehmen TenneT federführend) fließt bereits seit dem 23. August, zumindest über einen Stromkreis, ein weiterer soll im November dazu geschaltet werden, über die neuen Leitungen.

Von Doetinchem bis Wesel reichen die Leitungen. Besonders ist dabei aber das sieben Kilometer langen Teilstück zwischen der Umspannanlage Millingen und der Grenze zu den Niederlanden auf dem Isselburger Stadtgebiet. Hier hat Amprion mit sogenannten Vollwandmasten einen neuen Masttyp eingesetzt.

Zur feierlichen Inbetriebnahme waren 250 Gäste von beiden Seiten der Grenze in das große Festzelt am letzten Mast auf deutschem Boden gekommen. Moderatorin Claudia van Veen dankte vor allem Erbprinz Emanuel zu Salm-Salm dafür, dass man auf seinem Grund zu Gast sein dürfe. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und von beteiligten Kommunen hatten die Gastgeber geladen.

Grüße vom Minister

So schaute etwas auch Michael Gessner, Abteilungsleiter Energie des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, vorbei und überbrachte die Glückwünsche von NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart. „Die Zusammenarbeit der beiden Energiemärkte hier ist vorbildlich“, so Gessner. Die Stromtrasse sei ein guter Startpunkt für die einzuleitende Energiewende. „Die Integration Erneuerbarer Energie in dieses Netz kann problemlos erfolgen“, stellte er anerkennend fest.

Wie es eigentlich zu dem ganzen Projekt, das immerhin bereits 2005 angestoßen wurde, kam, das erklärten humorig Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer bei der Firma Amprion und Ben Voorhorst, Projektleiter von TenneT.

Untermalt wurden die Ausführungen durch Image-Filme, die auf drei großen Leinwänden gezeigt wurden und die mit starken Impressionen aus der Bauphase glänzten. Hierzu berichtete auch gern noch einmal Projektmanager Peter Kleineberg von der Firma Amprion, wie viel Koordination eigentlich die Bauarbeiten in Isselburg erforderten. Schließlich galt es Mastenteile, die teilweise 55 Tonnen wogen, auf die Baustellen zu bewegen. Zudem hatte auch das Hochwasser in 2016 zu zusätzlichen Maßnahmen geführt.

Allein die Realisierung des sieben kilometerlangen Stücks in Isselburg hat knapp 27 Millionen Euro gekostet. Insgesamt kostete das komplette Projekt auf deutscher Seite 105 Millionen Euro.

Nach einigen Reden wurde es dann im Festzelt spannend. Denn es galt nun endlich offiziell Europa „unter Strom zu setzen“, wie es Moderatorin Claudia van Veen sagte. Symbolisch schritten hier die Vertreter von TenneT und Amprion zur Tat und steckten die übergroßen Stromstrecker auf der Bühne samt Countdown und mit ein bisschen Pyrotechnik zusammen.

>>EIN FEST FÜR ALLE BÜRGER

Am heutigen Samstag, 22. September, findet ein Bürger- und Familienfest von 11 bis 15 Uhr statt. In ungezwungener Atmosphäre können sich Interessierte über das Leitungsbauprojekt informieren.

Es gibt eine Ausstellung von Bildern und Baustücken und kurze Fahrradtouren. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt und Aktionen für Kinder angeboten. Es wird ein Pendelverkehr von der Industriestraße 1 in Isselburg zum Veranstaltungsort eingerichtet.

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