Gericht

Angeklagter hatte die Schuld unwissend schon beglichen

Das Verfahren gegen einen Angeklagten in Emmerich wurde eingestellt.

Foto: Sergej Lepke

Das Verfahren gegen einen Angeklagten in Emmerich wurde eingestellt. Foto: Sergej Lepke

Emmerich.   Vor dem Emmericher Amtsgericht musste sich ein 49-jähriger Familienvater wegen Betruges verantworten. Sein Fall nahm eine unverhoffte Wendung.

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Hätte der Zoll nicht die Baustelle kontrolliert, auf der er gearbeitet, wäre dieser Fall nicht ans Licht gekommen. Doch so musste sich gestern vor dem Emmericher Amtsgericht ein 49-jähriger Familienvater wegen Betruges verantworten. Letztlich stellte sich heraus, dass er seine Schuld schon unwissentlich beglichen hat. Die Richterin stellte das Verfahren daher ein.

Angeklagter hatte 1053,61 Euro zuviel vom Amt kassiert

Der Emmericher hatte der Agentur für Arbeit nicht angezeigt, dass er ab Oktober 2014 für mehrere Monate eine neue Arbeit angetreten hatte. Er kassierte 1053,61 Euro zuviel vom Amt. Dass er das Geld vom Amt bekommen habe, stritt der Angeklagte nicht ab. Er erklärte aber, dass er seinem Sachbearbeiter sehr wohl telefonisch angezeigt habe, dass er eine Arbeit aufgenommen hat.

Sachbearbeiter war als Zeuge geladen

Richterin Mareen Hölker hatte den Sachbearbeiter als Zeugen geladen. Dass es ein Telefonat gegeben habe, „kann ich nicht ausschließen“, so der Sachbearbeiter. Aber einen Vermerk gebe es nicht in der Akte des Angeklagten. Zumindest habe er bei einem Treffen im Dezember 2014 noch gesagt, dass er kein Einkommen habe — dabei habe er zu dieser Zeit noch gearbeitet. Trotz allem: Vor allem der Sachbearbeiter konnte einen wichtigen Beitrag zur Einstellung des Verfahrens beitragen. Denn er klärte, dass aus den Akten hervorgeht, dass der Angeklagte die Schuld schon beglichen habe. Das Amt habe ihm über längere Zeit weniger Geld überwiesen und so das zu viel Gezahlte bereits zurück erhalten. Der Angeklagte selbst, hatte dies gar nicht bemerkt und freute sich über die Wendung.

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