Reeser Kunstsonntag

Angelika Weißhoff stellt erstmals in Rees Betonfiguren aus

Angelika Weißhoff sitzt mit Marlene auf dem Sofa.

Angelika Weißhoff sitzt mit Marlene auf dem Sofa.

Foto: Markus Weissenfels

Rees.   Zum Reeser Kunstsonntag wandelt Angelika Weißhoff ihre Wohnung in eine Galerie um. Hier zeigt sie ihre Betonfiguren und Bilder von Sonja Roesgen.

Angelika Weißhoff teilt ihr Sofa mit der prallen Marlene. Sogar ihre Halskette und die Ansteckblume hat sie Marlene vermacht. Nur die Knollennase will so gar nicht zu der eleganten Dame passen. Tut sie aber, denn Marlene steckt der Schalk im Nacken. Und die Knollennase verrät, dass Angelika Weißhoff, die Marlene zu dieser Nase verholfen hat, ein Loriot-Fan ist.

Affinität zum Werkstoff Beton

Nach ihrer Pensionierung als Assistentin der Geschäftsführung, zuerst bei der Firma RBU, dann bei der RSE, hat die Reeserin ein neues Hobby für sich entdeckt. Sie „baut“ Betonfiguren. Dass sie für Bauunternehmen gearbeitet hat, mag die Affinität zu diesem Werkstoff begünstigt haben.

Inspiriert wurde sie seinerzeit durch die Ausstellung der „Alltagsmenschen“ von Christel Lechner in der Reeser Innenstadt. „So etwas möchte ich auch mal können“, wünschte sie sich damals und begab sich an die Arbeit mit Bastelbeton. Nach dem Besuch von mehrtägigen Workshops wagte sie sich nun an große Figuren.

Mit heißem Draht geschnitten

Dass Angelika Weißhoff die pralle Marlene eigenständig vom Sofa fortschaffen kann, liegt daran, dass deren Torso aus Styropor besteht. Aus einem riesigen Klotz wird mit einem heißen Draht erst einmal grob der Oberkörper herausgeschnitten. „Dabei empfiehlt sich Schutzkleidung zu tragen“, erzählt die Künstlerin, denn mit einer groben Raspel wird der Klotz in Form gebracht.

Klar, dass dann weißer Styroporstaub Raum und Mensch einschneit. Bauch und Po, dieser muss schließlich fest im Sessel sitzen, entstehen auf diese Weise. Busen, Arme und Beine werden separat angetackert, Unebenheiten mit Glasfasermatten ausgeglichen, bevor dann der Beton Schicht für Schicht verstrichen wird. Etwa drei Wochen dauert es, bis er komplett getrocknet ist. Heraus kommt eine immer fröhlich dreinschauende Person mit harter Schale, weichem Kern.

Betonfiguren sind auch für draußen geeignet

Natürlich kann die Betonfigur auch angemalt werden. Wenn sie draußen stehen soll, sind allerdings besondere Farbanstriche notwendig. Und immer findet Angelika Weißhoff einen lieben Bekannten, der ihr dabei hilft, „ein Loch ganz gerade in die Figur zu bohren, damit sie auf einem Ständer stehen bleibt“, zeigt sich die Künstlerin dankbar.

Bilder von Sonja Roesgen werden gezeigt

Marlene ist nicht die einzige, die es am Kunstsonntag, 19. Mai, von 11 bis 18 Uhr in der Wohnung von Angelika Weißhoff, Wardstraße 11 in Rees, zu besichtigen gibt. Da trifft man auch auf Elfi, die Schwimmerin. Und Hannes, der sich voller Begeisterung den Schwan auf dem Bild von Sonja Roesgen anschaut. Die gebürtige Weselerin, die mehrere Jahre auch in Rees wohnte, ist eine Freundin von Angelika Weißhoff und stellt ebenfalls ihre Werke zum Kunstsonntag aus.

>>> HIER WIRD AM SONNTAG AUSGESTELLT
Am Sonntag, 19. Mai, werden zum 19. Mal die Türen von 17 örtlichen Galerien, Ateliers, Museen und sonstigen Ausstellungsorten in Rees und den Ortsteilen geöffnet.

Vorwiegend einheimische Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Werke in der Zeit von 11 bis 18 Uhr. Jedermann ist willkommen. Der Eintritt ist frei. Weitere Details sowie Informationen über Künstler und Ausstellungsorte stehen im Flyer, der im Rathaus der Stadt Rees und in den Reeser Bankfilialen ausliegt.

https://www.stadt-rees.de/tourismus-freizeit/veranstaltungen/19-reeser-kunst-sonntag/rks-flyer19.pdf?cid=716

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