Planungen vorgestellt

Anholt bekommt Gesundheitszentrum und Seniorenwohnungen

Die Beteiligten an dem Projekt.

Foto: Thorsten Lindekamp

Die Beteiligten an dem Projekt.

Anholt.   Augustahospital Anholt und Volksbank Emmerich-Rees investieren zweistelligen Millionenbetrag im Neubaugebiet Linders Feld.

Den ganz großen Wurf in Sachen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum planen die Alexianer Misericordia als Träger des Augustahospitals und die Volksbank Emmerich-Rees. Im Anholter Neubaugebiet Linders Feld soll zum einen ein Gesundheitszentrum entstehen, für dass das Augustahospital rund 4,5 Millionen Euro in die Hand nehmen wird. Die Volksbank investiert in zwei barrierefreie Gebäude, in denen sowohl selbstständiges als auch betreutes Wohnen möglich ist, eine Summe von sechs Millionen Euro.

„Es war lange ein gut gehütetes Geheimnis, doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um mit unseren Plänen an die Öffentlichkeit zu gehen“, sagt Sebastian Lasczok, Verwaltungsdirektor des Augustahospitals. Der Kerngedanke sei, dass mit lokalen Gesundheitszentren die Primär- und Langzeitversorgung gewährleistet ist. Quartierskonzepte mit Wohngemeinschaften und Servicewohnen runden das Konzept ab.

Hausarzt und Apotheke

Baubeginn ist im vierten Quartal 2019. 2020 soll die Fertigstellung erfolgen. Das Gesundheitszentrum wird sich an den heutigen Parkplatz des Krankenhaus, der zudem auf 138 Stellplätze erweitert wird, anschließen.

Ins Erdgeschoss zieht die Gemeinschaftspraxis Katzer/Schweckhorst, die ihren bisherigen Standort an der Niederstraße aufgeben wird. Eine Filiale der Isselburger Glocken-Apotheke eröffnet Daniel Schmidt in dem Gebäude.

Im ersten Obergeschoss ist eine so genannte Portalpraxis geplant. Die Infrastruktur würde vom Augustahospital zur Verfügung gestellt, mehrere Fachärzte können sich dann zum Beispiel je für einen Tag in der Woche einmieten. Darüber hinaus bezieht auch eine Psychotherapie-Praxis auf dieser Etage Räumlichkeiten. Im zweiten Obergeschoss zieht die ambulante Tagespflege für 13 Personen ein. Darüber hinaus wird hier die Heimat des Issel Pflegedienst sein.

Das so genannte Servicewohnen der Voba wird am entgegengesetzten

Ende von Linders Feld verwirklicht. Im Erdgeschoss werden Wohngemeinschaften mit eigenen Appartements und Gemeinschaftsräumen für zweimal zwölf Bewohner entstehen.

Tagsüber sind Alltagsbegleiter als Ansprechpartner vorgesehen. Vielfältige Hilfsangebote wie häusliche Krankenpflege oder hauswirtschaftliche Versorgung können in Anspruch genommen werden. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind barrierefreie Wohnungen mit Balkonen geplant.

Bereits seit dem Jahr 1995 gibt es Verhandlungen. Im Jahr 2011 gab es Ärger mit Anwohnern, als geplant wurde, ein Teil des Krankenhausparks zu bebauen. „Heute ist die Akzeptanz vor Ort ganz anders“, so Lasczok.

Michael Henn, Geschäftsführer der Voba Wohnbau GmbH, fügte hinzu: „Unter anderem wegen der damaligen Erfahrungen, haben wird ja auch dieses Mal die Standorte an diesen Stellen gewählt.“

>>REGES INTERESSE AN BAUGRUNDSTÜCKEN

Die Vermarktung des Neubaugebiets Linders Feld läuft gut, wie Ralf van Bruck, Vorstand der Volksbank Emmerich-Rees, bestätigt. 84 Interessenten gibt es zurzeit, womit mehr als die Hälfte der Grundstücke belegt sei.

Die Voba hatte das Areal im Jahr 2002 von einer Erbengemeinschaft gekauft. Der Preis lag damals bei 1,05 Mio DM (heute etwa 537 000 Euro).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik