Briefmarken-Sammlung

Anholter Ehepaar sammelt Postwertzeichen für guten Zweck

Elisabeth und Paul Nieuwenhuis sammeln immer noch gern Postwertzeichen – und zwar für die Stiftung in Bethel.

Foto: Fabian Strauch

Elisabeth und Paul Nieuwenhuis sammeln immer noch gern Postwertzeichen – und zwar für die Stiftung in Bethel. Foto: Fabian Strauch

Anholt.   Elisabeth und Paul Nieuwenhuis sammeln gern Briefmarken. Aber nicht für sich. Die Anholter unterstützen die Arbeit der Stiftungen in Bethel.

In Zeiten von E-Mail und WhatsApp fristet die Briefmarke nur noch ein Schattendasein. Elisabeth und Paul Nieuwenhuis sammeln die Postwertzeichen aber weiter. Nicht für sich. Sie unterstützen die Arbeit der v. Bodelschwinghsche Stiftungen in Bethel.

Unlängst schickte das Anholter Ehepaar zehn Einsteckbücher mit verschiedenen Ländern sowie Karten, Briefe und lose Marken Richtung Bielefeld. Nun gab es einen Dank zurück. Das Schreiben wurde – selbstverständlich – per Brief verschickt. Und ausreichend frankiert.

Der Papierkorb ist tabu

„Für die Beschäftigten der Betheler Briefmarkenstelle ist jede Sendung, die uns in Bethel erreicht, ein Grund zur Freude. Denn jedes kleine Postwertzeichen trägt dazu bei, begehrte Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu sichern“, so Pastor Ulrich Pohl, Vorsitzender des Vorstands v. Bodelschwinghschestiftungen Bethel.

Keine Briefmarke in den Papierkorb – das ist die Philosophie der Briefmarkenstelle Bethel. Das Konzept bewährt sich immerhin seit über 125 Jahren. Im Dreikaiserjahr 1888 gründete Friedrich von Bodelschwingh die Briefmarkenstelle. Damals sortierten etwa 20 Behinderte die gespendeten Postwertzeichen.

Auch heute kann Bethel noch alle Briefmarken gut gebrauchen: deutsche und ausländische, gestempelte und ungestempelte Marken. Meist werden die bunten Postwertzeichen zu Hause oder im Büro aus der täglichen Post ausgeschnitten.

Zu beachten ist, dass um jede Marke ein Rand von einem Zentimeter bleibt, damit die empfindliche Zähnung unverletzt bleibt. Auch Briefumschläge oder Karten mit Marken sind in der Briefmarkenstelle willkommen. 125 Menschen mit Behinderung sind mit der Aufbereitung von Briefmarken beschäftigt. Jeden Werktag kommen mehr als 400 Pakete, Päckchen und Briefe mit Marken in der Briefmarkenstelle an. Jährlich sind es 29 Tonnen.

Die Arbeit wird so unterstützt

„Eine sinnstiftende Arbeit unterstützt Menschen, die mit einer Behinderung leben, in besonderer Weise. Sie sichert nicht nur ein kleines Einkommen, sondern strukturiert den Alltag und fördert den Kontakt zu anderen Menschen. Eine geregelte Beschäftigung bedeutet aber vor allem: stolz sein können auf die eigene Leistung, sich freuen über die erfahrene Anerkennung, mitreden können, wenn es um Arbeitszeiten und Urlaubsplanung geht“, erläutert Pastor Pohl.

Das Dankschreiben ist dann auch für die Eheleute Nieuwenhuis Ansporn genug, um weiter zu sammeln. „In letzter Zeit kommt es vor, dass uns ererbte Sammlungen übergeben werden, weil das Interesse für Briefmarken sammeln heute nicht mehr so da ist“, erklärt Paul Nieuwenhuis, der sich mit seiner Frau Elisabeth seit vielen Jahren für die Stiftung in Bethel engagiert.

>> HIER KANN GESPENDET WERDEN

Wer Briefmarken für die Aktion Bethel spenden möchte, kann diese bei Familie Nieuwenhuis, Im Stadtbruch 7, in Anholt abgeben. Zudem besteht auch die Möglichkeit Briefmarken im katholischen Pfarrbüro in Anholt am Steinweg abzugeben. Weitere Informationen gibt es auch unter 02874/2158.

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