Kabarett

Arnulf Rating überzeugt im Stadttheater Emmerich nicht alle

Kabarettist Arnulf Rating erntete zwar Applaus, konnte aber nicht alle Besucher überzeugen.

Foto: Privat

Kabarettist Arnulf Rating erntete zwar Applaus, konnte aber nicht alle Besucher überzeugen. Foto: Privat

Emmerich.   Der Kabarettist Arnulf Rating konnte im Stadttheater Emmerich nicht alle Besucher begeistern. Er scheute sich aber nicht, heiße Eisen anzupacken.

Einige Zuschauer fanden ihn langweilig und ermüdend. „Er kommt nicht auf den Punkt und redet viel um den Brei herum“, meinte eine der Besucherinnen. Wiebke Deipenbrock aus Kleve jedoch hatte der Kabarettabend mit Arnulf Rating am Freitag im Stadttheater in Emmerich gut gefallen.

„Rating spricht zwar sehr schnell und man muss sich sehr konzentrieren“, fügte Deipenbrock hinzu, „und man braucht ein wenig Hintergrundwissen.“ „Aber trotzdem finde ich ihn sehr unterhaltsam“, ergänzte Helga Rothenbusch.

Erstmal herzhaft ins Hähnchen gebissen

Gleich zu Beginn mit Aktenkoffer, Plastiktüte und roten Schuhen stürmte der Kabarettist tornadogleich auf die Bühne – sichtlich genervt und hektisch und natürlich war die Bahn schuld, dass er fast zu spät gekommen war. Zeit fürs Essen hatte er auch noch nicht gehabt. Und so packte er erst einmal sein mitgebrachtes Hähnchen aus, biss herzhaft hinein und schimpfte über die Massentierhaltung und die damit verbundenen Probleme.

Aber nicht nur das Konsumverhalten nahm Rating aufs Korn, auch das zweistellige Abschneiden der FDP war ein Thema. „Dabei waren die doch schon fast weg und jetzt sowas.“

„Guido Greuel“ klärt über machtbessene Politiker auf

Kritisch, sarkastisch und voller Humor durchpflügte er die Schlagzeilen der Medien, führte den alltäglichen Meinungswahnsinn ad absurdum, setzte Pointen genau an der richtigen Stelle und scheute sich auch nicht davor heiße Eisen anzupacken.

Immer wieder schlüpfte Rating in die Rolle des Guido Greuel und klärte im blauen Sakko als Verkaufsberater der Politik über machtbesessene Politiker und deren arglistige Erfolgsstrategien auf.

Schnee von gestern könnte Lawine von morgen sein

Mit Hilfe projizierter Fotos stellte Rating das perfide Werk Edward Bernays vor, einer der ersten PR-Berater, der die Macht des Unterbewusstseins nutzte um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Wortgewand, originell und schlagfertig zog er das Emmericher Publikum in den Bann und wurde von diesem mit viel Applaus verabschiedet. Zum Schluss mahnte der Künstler im Bezug auf den amerikanischen und den deutschen Wahlkampf, dass der Schnee von gestern die Lawine von morgen sein könne.

Und auch Luise und Ernst Brinkmann aus Bocholt fuhren anschließend zufrieden nach Hause. „Wir kommen gerne nach Emmerich ins Stadttheater,“, erzählten die beiden, „hier herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre und auch der heutige Abend hat uns wieder eine Menge Spaß gemacht.“

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