Rees-Haldern. Ausnahmsweise fanden am Samstag drei Konzerte an zwei Orten in der Reeser Ortschaft Haldern statt. Wie das Publikum das Angebot annahm.

Normalerweise pilgern Konzertbesucher in Haldern nur einmal im Jahr durchs Dorf. Nämlich zum Festival. Am Samstag kam es aber ebenfalls dazu. Denn Haldern Pop präsentierte erst die australische Band Civic in der Pop Bar. Und dann zur späten Stunde ein Doppelkonzert mit Hope und Tom Jahn im Tonstudio. Viele Gäste, die sich Karten für die Tonstudio-Konzerte gesichert hatten, kamen auch zum Punk von Civic bei freiem Eintritt. So war der Samstagabend gefüllt.

Punk mit viel Elan

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Musikalisch waren das auch zwei Welten. Die Australier sind erstmals in Deutschland auf Tour und freuten sich sehr über die Gelegenheit, in der Pop Bar spielen zu können. Ihr Punk kam genretypisch mit viel Elan und rotzig rüber. Der Low-Fi-Sound wandelte zwischen Old-School-Klassikern und modernen Spielarten des Punks. Sänger Jim McCullough lockte das Publikum immer wieder nach vorne, wollte auf Tuchfühlung gehen. Das gelang zum Teil, aber es war eben auch ein Publikum, das eher auf die stilleren Klänge von Hope und Tom Jahn ausgerichtet war. Nichtsdestotrotz ernteten Civic Applaus von den rund 80 Besuchern. Ihr brachialer Sound pustete erstmal die Gehörgänge frei.

Hope boten im Halderner Tonstudio ein Kontrastprogramm zu Civic zuvor.
Hope boten im Halderner Tonstudio ein Kontrastprogramm zu Civic zuvor. © NRZ | mavi

Das ist gut, denn später im intimen, kleinen Tonstudio vor rund 50 Besuchern war Aufmerksamkeit für die Details gefragt. Hope haben auch ihr neues Album „Naval“ hier aufgenommen. Und immerhin haben sie es geschafft, als Vorband von Depeche Mode gebucht zu werden. Man kann sich die atmosphärischen Klänge gut zur Einstimmung auf die britischen Legenden vorstellen. Der Gesang von Christiane Börsch-Supan hat einen ganz eigenen Stil, kommt dem Sprechgesang nahe, funktioniert aber bestens. Die Musik hat etwas Bedrängendes. Für die emotionale Lösung hielten dann die Klavierklänge von Tom Jahn her. Eine ziemliche Reise war das in Haldern.