Kultur

Ausstellung zur Reformation im Rheinmuseum Emmerich zu sehen

Die Ausstellung „Here I stand“ wurde am Sonntag im Emmericher Rheinmuseum eröffnet.

Foto: Thorsten Lindekamp

Die Ausstellung „Here I stand“ wurde am Sonntag im Emmericher Rheinmuseum eröffnet. Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   500 Jahre Reformation: Im Rheinmuseum ist bis zum 10. Dezember die Ausstellung „Here I stand“ zu sehen. Von Ablasstruhen und Spionagetätigkeit.

Am Wochenende gab es die Möglichkeit, die Person Martin Luther und die Geschichte der Reformation kennenzulernen. 2017 ist bekanntlich das Jahr der 500. Wiederkehr des Thesenanschlags in Wittenberg. Im Rheinmuseum eröffnete Herbert Kleipaß eine Ausstellung mit dem Titel „Here I stand“ (Ausspruch Luthers vor dem Reichstag in Worms). Die gut 30 Besucher hörten erstaunt, dass die Ausstellung eigentlich für die USA bestimmt war. Die technischen Möglichkeiten (großzügige Infografiken) erlaubten jedoch auch eine Verbreitung in Deutschland. Die zuständige Stelle ist das Auswärtige Amt in Berlin. Die meisten Arbeiten für diese Ausstellung leistete das Landesmuseum in Halle.

In mehreren Postern, die zu insgesamt sieben Themenkreisen gehören, informieren die Tafeln über die Geschichte der Reformation, ihre Verbreitung bis in unsere Zeit und selbstverständlich über das Leben des Reformators. Da viele Fakten über das Thema bekannt sind, sollen in einem Rundgang besonders auffallende Darstellungen und Hinweise genannt werden.

Da wurde etwa eine Ablasstruhe gezeigt. Luthers wichtiges Argument gegen die Kirche war der Ablasshandel der Kirche, bei dem man die Vergebung der Sünden durch eine Geldgabe erreichen konnte. Die große Truhe war mit Eisenplatten eingefasst, hatte ein geschmiedetes Deckelschloss mit fünf Verriegelungen. Man wollte ja vor Diebstahl gesichert sein. Der Reichstag in Worms, vor dem der Augustinermönch seine Aussagen widerrufen sollte, ist mit anschaulichen Bildern dargestellt. Neben vielen geschichtlichen Fakten aus der Anfangszeit der Reformation ist ebenfalls bemerkenswert auch die Bildung von verschiedenen religiösen Strömungen.

Die Liebe zur Musik

Schließlich fiel ebenfalls ein Poster auf, dass die Rolle der Frauen dar-stellt. Für die Frauen brachte die Zeit der Reformation eine Zeit des Aufbruchs. Das zeigte sich schon durch Luthers Heirat mit der Nonne Katharina von Bora. Erstaunlich war auch die Entdeckung eines Gastes auf einer Tafel: „Die Fürstin Elisabeth von Rochlitz förderte die Reformation im Schmalkaldischen Krieg durch eine umfangreiche Spionagetätigkeit.“ Eine oft geübte Leidenschaft Luthers sollte nicht vergessen werden: Die Liebe zur Musik, die in vielen auch heute noch gesungenen Liedern zum Ausdruck kommt („Ein feste Burg ist unser Gott“). Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Dezember zu sehen.

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