Bestattung

Azubi schafft eine Oase für die letzte Ruhe auf dem Friedhof

Azubi Sven Pellen (r.) hat ein weiteres Grabgemeinschafsfeld für Urnen auf dem Friedhof geschaffen. Uta von Balluseck und Sascha Huth halfen dabei.

Azubi Sven Pellen (r.) hat ein weiteres Grabgemeinschafsfeld für Urnen auf dem Friedhof geschaffen. Uta von Balluseck und Sascha Huth halfen dabei.

Foto: Eul

Emmerich.   Azubi Sven Pellen hat auf dem Emmericher Friedhof ein neues Grabgemeinschaftsfeld für Urnen geschaffen. Die besondere Architektur überzeugt.

Es ist die Zukunft. Da ist sich Uta von Balluseck sicher. „Urnenbestattungen liegen im Trend“, so die Verantwortliche der Friedhofsverwaltung. Immer mehr Menschen lassen sich nach dem Tod verbrennen. Plätze für die Urnenbestattung sind damit gefragt – denn kaum einer hat mehr Zeit die großen Gruften gut zu pflegen. Die Stadt Emmerich hat reagiert. Und hat mehr Plätzchen für Urnen geschaffen.

Drei Gemeinschaftsfelder für Urnen gibt es mittlerweile auf dem Hauptfriedhof an der Friedenstraße. Erst kürzlich wurde das dritte fertiggestellt, für das sich der Auszubildende Sven Pellen verantwortlich zeigt. „Im zweiten Lehrjahr müssen die Auszubildenden ein Projekt planen und umsetzen“, weiß von Balluseck, die mit der Ausbildung des 38-Jährigen betraut ist.

Sven Pellen bekam die Aufgabe ein weiteres Gemeinschaftsfeld für Urnen zu planen. Das erste dieser Art – zwei kleinere Hügel – hatte vor einiger Zeit von Balluseck selbst umgesetzt. Fast 120 Urnen sind hier bereits untergebracht. Das zweite Feld – in Sonnenform mit Sitzmöglichkeiten in der Mitte – hatte im vergangenen Jahr ein anderer Auszubildender geplant und fertiggestellt.

Das neue Feld ist 500 Quadratmeter groß

„Hier sind bereits 70 Plätze belegt“, so Klaus Gruyters von den Kommunalbetrieben Emmerich, die für die Unterhaltung der Friedhöfe verantwortlich sind. Noch ist hier Platz – aber die Verantwortlichen rechnen damit, dass auch hier die Reihen sich schnell gefüllt sind.

Ist dies der Fall, dann kommt das neue Gemeinschaftsfeld zum Einsatz. Hier werden die Urnenplätze erst dann vergeben, wenn alle anderen belegt sind. Auf 500 Quadratmetern erstrahlt nun ein Bereich des Friedhofes im neuen Glanz. Denn wie der Begriff „Gemeinschaftsgrabfeld“ vermuten lässt, sind hier nicht nur Urnengräber, sondern auch normale Gruften integriert worden. „Eine Aufwertung des Umfeldes“, weiß von Balluseck „beschwert hat sich darüber niemand“.

Besondere Blumen und ein Bach

Zunächst musste alles vermessen werden und dann die Wege geplant. Ein wenig musste der 38-jährige herumtüfteln – doch dann hat letztlich alles gepasst. Geschaffen hat er so etwas wie eine Oase für die letzte Ruhe.

Denn das Grabgemeinschaftsfeld überzeugt durch seine etwas andere Architektur. Ein Kaiserbaum ist ein zentraler Ort der neuen Fläche. Hier können Blumen platziert werden, die im Herbst und Winter nicht auf die kleinen Urnenplätze gestellt werden sollen. Zudem gibt es verschiedene Gräser und Pflanzen, die sonst nicht alltäglich auf einem Friedhof sind.

Ebenfalls ein toller Hingucker: der kleine Bachlauf, der munter vor sich hin plätschert. „Dieser wird sogar mit Solarkraft betrieben“, weiß Pellen. Zwischen Hügel, Wegen und den großen Gräber verteilt, können dann die Urnen platziert werden – anonym oder auch mit einer kleinen Steinplatte.

>> MÖGLICHKEITEN DER BESTATTUNG

Auf dem Emmericher Friedhof gibt es noch ein weiteres Feld. Hier stehen Stelen mit Namensplaketten. Und daneben einige Blumengestecke. Es ist das Aschefeld. Auf diesem kann die Asche der Verstorbenen – nur auf deren Wunsch hin – verstreut werden. Neben den Urnenfeldern gibt es auch Urnengräber auf dem Emmericher Friedhof. In diesen einen Quadratmeter großen Flächen können bis zu vier Urnen untergebracht werden. Das Grab kann individuelle gestaltet werden.

Ebenfalls neu: Auf dem Friedhof wurde eine neue Baumallee gepflanzt.

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