Krematorium in Rees

Bau des Reeser Krematoriums wird europaweit ausgeschrieben

So könnte das Krematorium aussehen, das am Grüttweg in Rees entstehen soll. Der Bau hat sich aber immer wieder verzögert.

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So könnte das Krematorium aussehen, das am Grüttweg in Rees entstehen soll. Der Bau hat sich aber immer wieder verzögert. Foto: privat

Rees.   Rees leitet für den Krematorium-Neubau ein europaweites Vergabeverfahren ein. Ein Strafverfahren gegen den Investor spiele dabei keine Rolle.

Der Bau des 2016 vom Rat befürworteten Krematoriums verzögert sich weiter. „Da die Stadt für die Errichtung und den Betrieb eines Krematoriums eine sogenannte Dienstleistungs-Konzession vergibt, führt die Verwaltung auf Empfehlung einer Fachanwaltskanzlei jetzt ein europaweites Vergabeverfahren durch“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Man sei zuversichtlich, betont Pressesprecher Jörg Franken, bis Ende des Jahres eine Vergabe-Entscheidung treffen zu können. Wie mehrfach berichtet, wollte das niederländische Bestattungsunternehmen De Facultatieve das Krematorium am Grüttweg errichten.

Bisher gab es keine Verträge

Der Rat hatte sich bereits eine Anlage der Gruppe in Willich angeschaut und war von dem Projekt durchaus angetan. Ein Vertreter der Firma hatte das Projekt auch schon im Rat vorgestellt. Es kam jedoch zu Verzögerungen.

„Es gibt keine Verträge, etwa über den Verkauf des Grundstücks, und überhaupt keine schriftlichen Vereinbarungen“, betont Jörg Franken. Was im Nachhinein für die Stadt von Vorteil sein könnte. Denn man habe von außerhalb des Rathauses der Verwaltung geraten, sich eben nicht an einen Investor zu binden, sondern erst einen Fachanwalt zu Rate zu ziehen. Das habe man getan, und der habe dann dringend zum europaweiten Vergabeverfahren geraten.

Niederländische Medien berichten von Strafverfahren

Mit einem Strafverfahren gegen den Besitzer der niederländischen Bestattungsfirma eingeleitet worden ist, habe das „gar nichts zu tun“, so Franken. Darüber berichtete die Tageszeitung De Volkskrant am 3. Juli, und berief sich auf die Zeitung Het Financieele Dagblad.

Der Niederländer Henry Keizer, ehemals Vorsitzender der größten NL-Partei VVD, wird seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, er habe die Firma 2012 gemeinsam mit Gesellschaftern deutlich unter Marktwert gekauft. Keizer sei seinerzeit Manager des Unternehmens gewesen, das er gekauft hat, als auch Berater der Vereinigung, die die Firma kaufte, so die Zeitung. Von alledem, so Franken, habe man in Rees nichts gewusst.

Eine zeitliche Verzögerung ist die Folge

All das habe aber keine Auswirkungen auf den weiteren Ablauf, „nur eine zeitliche Verzögerung“, so der Pressesprecher. Der Bau des Krematoriums werde jetzt „auf Null gestellt“, man warte auf entsprechende Interessenten.

Über den Stand der Dinge habe man die niederländische Firma De Facultatieve vor einigen Tagen mündlich informiert. „Wir gehen im Übrigen davon aus, dass sich das Unternehmen jetzt im Zuge des Vergabeverfahrens um den Bau des Krematoriums bewirbt, wie alle anderen möglichen Interessenten auch“, sagt Jörn Franken für die Reeser Stadtverwaltung.

>> FORMFEHLER FÜHRTE ZU VERZÖGERUNG

„Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, hatte Kämmerer Mai im Dezember 2017 zum Bau des Krematoriums gesagt. Er erwarte, dass im ersten Halbjahr 2018 Baurecht geschaffen werde.

Wegen eines Formfehlers hatte die Offenlage zur Änderung des Flächennutzungsplanes im Frühjahr 2017 wiederholt werden müssen.

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