Feuer in der Neujahrsnacht

Bauernhof im Emmerich brennt komplett ab

Der ,,Schulzenhof" in Klein-Netterden brannte in der Neujahrsnacht komplett nieder.

Der ,,Schulzenhof" in Klein-Netterden brannte in der Neujahrsnacht komplett nieder.

Foto: Konrad Flintrop

Klein-Netterden.   In der Neujahrsnacht verliert eine Landwirtsfamilie in Emmerich Haus und Hof. Sie selbst bringt sich in Sicherheit. Die Brandursache ist unklar.

Gerade war der Löschzug der Stadt Emmerich zu einem Mülltonnenbrand an der Seufzerallee ausgerückt, als ein neuer Notruf einging. In der Neujahrsnacht um 1.55 Uhr war die Stallung eines landwirtschaftlichen Betriebes auf der Straße Bollwerk in Brand geraten.

Der Jungbauer war gegen 1 Uhr zuhause und schaute noch Fernsehen, als es plötzlich einen Stromausfall gab. Innerhalb kürzerster Zeit standen der Stall und die Scheune in Flammen. Trotz sofortiger Alarmierung zuzüglicher Löschzüge aus Hüthum und Vrasselt konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus des Schulzenhofes nicht verhindert werden.

Probleme machte die Löschwasserzufuhr

„Nach ersten Auskünften sollte sich noch ein sechsjähriges Kind im Haus aufhalten, das war unsere größte Sorge. Doch nach sechs Minuten gab es Entwarnung. Die ebenfalls im Haus lebende Großmutter hatte es rechtzeitig in Sicherheit bringen können“, erläutert Einsatzleiter Martin Kroll. Was Probleme machte, das war die Wasserzuleitung. Es gibt nur einen Brunnen für die Löschwasserversorgung. „Wir haben zwei Stunden benötigt, bis wir ausreichend Wasser zum Löschen hatten. Dazu mussten wir noch den Löschzug Rees-Haldern alarmieren, deren Einsatzkräfte dann mit Hilfe eines 2000 Meter langen Schlauches die Wasserzufuhr sicherstellen konnten.“

40 Kälber mussten evakuiert werden

Durch die Suche nach dem Kind verstrich wertvolle Zeit für die Löscharbeiten. Schließlich mussten noch 40 Kälber evakuiert werden. Das nächste Problem waren 150 Kühe, die zwar im benachbarten Stall nicht in Gefahr waren, die aber dringend morgens gemolken werden mussten. Da die Melkmaschine ohne Strom nicht zu betreiben ist, pressierte es, eine Stromversorgung in den frühen Morgenstunden herzustellen. „Wenn Hochleistungskühe nicht gemolken werden, was bei dieser Anzahl von Hand nicht möglich ist, dann können auch sie verenden“, schildert Martin Kroll die Dramatik des Einsatzes. Glücklicherweise konnte ein Mitarbeiter der Stadtwerke die Stromversorgung herstellen, so dass gegen 4.30 Uhr die Melkmaschine wieder in Betrieb genommen wurde.

Auch am gestrigen Vormittag brannte die Stallung noch. „Wir können das Stroh nicht mit einem Radlader herausholen, es besteht Einsturzgefahr“, erklärt Kroll. Zirka 50 Einsatzkräfte waren vor Ort. Um 6.30 Uhr wurden sie vom Deutschen Roten Kreuz mit einer warmen Verpflegung versorgt. 15 Feuerwehrkräfte verblieben auch am Morgen noch am Bollwerk.

Niemand wurde verletzt

Glücklicherweise wurden weder Menschen noch Tiere verletzt. Eine Verursachung durch einen Feuerwerkskörper liegt, laut Polizeibericht, nach derzeitigem Stand nicht vor. Das nächste Gebäude steht etwa 300 Meter entfernt. Die Stromleitungen wurden erst vor einem Jahr vom Jungbauern erneuert.

Das Wohnhaus ist nicht mehr bewohnbar. Die Kripo hat es beschlagnahmt. Die genaue Ursache werden Brandsachverständige nun ermitteln.

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