Bauprojekt in Emmerich

Baugenossenschaft verwundert über Baubeginn am Neumarkt

Auf der Baustelle am Neumarkt begannen am 15. Mai die Arbeiten. Ein Bagger steht endlich auf dem Grundstück.

Foto: Erwin Pottgiesser

Auf der Baustelle am Neumarkt begannen am 15. Mai die Arbeiten. Ein Bagger steht endlich auf dem Grundstück. Foto: Erwin Pottgiesser

Emmerich.   Die Emmericher Wohnungsbaugesellschaft ist irritiert über den Baubeginn. Beweissicherungsverfahren an der Tempelstraße ist noch nicht erstellt.

Horst Boch, Geschäftsführer der Emmericher Wohnungsbaugesellschaft, ist ein wenig irritiert. Worüber? Über den Baubeginn am Neumarkt. Denn aus Sicht der Emmericher Baugenossenschaft hätte Neumarkt-Investor Josef Schoofs noch gar nicht starten können. „Wir haben einen Vertrag mit Josef Schoofs, in dem festgelegt ist, dass vor Baustart zunächst im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens ein Gutachten erstellt werden soll“, erklärt Boch auf Nachfrage der NRZ. Und das sei bislang noch nicht geschehen.

25 Bedingungen sind zu erfüllen

Zur Erinnerung: 37 Wohnungen der Emmericher Baugenossenschaft auf der Tempelstraße grenzen rückwärtig an die neu zu bebauende Fläche des Neumarktes. Um das Neumarkt-Projekt realisieren zu können, hatte Schoofs ein 19 Quadratmeter großes Grundstück von der Baugenossenschaft kaufen müssen. An den Kauf gebunden war auch ein Katalog mit 25 Bedingungen, die erfüllt werden müssen. Dazu gehören unter anderem die Verlegung des Trafohäuschens und des Kellereingangs Tempelstraße, das Versetzen des Fahrradhäuschens, die Verbreiterung des Rettungswegs auf drei Meter, eine optisch ansprechende Brüstung zur EBG-Bebauung hin (Milchgas statt Beton) und die Kompletteinhausung der Tiefgarage (Grüngabionen).

Zustand der Häuser dokumentieren

Ebenfalls habe man sich darauf geeinigt, dass vor Baubeginn ein Gutachten über die Häuser der Baugenossenschaft erstellt wird. In dem so genanntes Beweissicherungsverfahren wird quasi der aktuelle Zustand der Wohnungen dokumentiert. Bekanntlich kommt es im Rahmen von Bauarbeiten auch zu Bewegungen des Bodens und Erschütterungen. Und diese könnten sich eben auch auf die Bausubstanz der Häuser der Emmericher Baugenossenschaft auswirken. Falls im Nachgang der Bauarbeiten am Neumarkt also Schäden an den Häusern der Tempelstraße wären, könnte mit Hilfe des Vorgutachtens geschaut werde, ob diese nicht vielleicht doch schon bestanden haben. „Doch ein solches Gutachten wurde bislang noch nicht erstellt“, so Horst Boch. Montag habe Schoofs eine Email mit einem Gutachter-Vorschlag gesendet. Doch bis dieser die Wohnungen begutachtet hat, wird noch einige Zeit vergehen.

Die Bautätigkeit ist indessen bereits gestartet. „Doch letztlich“, so Boch, „ist das noch nicht erstellte Gutachten ein Nachteil für Schoofs und nicht für uns“.

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