Gesellschaft

Bingo! Ein Hauptgewinn für Elten

Bingo im Pfarrheim Elten.

Bingo im Pfarrheim Elten.

Foto: WAZ FotoPool

Elten.  Ein Mal im Monat trifft sich eine Eltener Gemeinschaft zum Bingo spielen. Geschäfte sponsern die Preise, der Spaß kommt von ganz alleine. Die Idee dazu hatte Joop Bolk, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert.

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„53... 4... 75...“, ruft Michaela Kawohl durch den Saal, in dem es ansonsten mucksmäuschenstill ist. „Jawoll“, flüstert jemand. Wieder eine Zahl mehr. Mit rund 30 Leuten ist das Pfarrheim Elten gefüllt. Alle schauen gebannt auf ihre Spielbrettchen und schieben orangefarbene Plastikfenster über runde Zahlenkästchen. Bingo-Zeit in Elten!

Zum vierten Mal schon treffen sich die Spieler an diesem Tag im Pfarrheim. Seit der Premiere im Januar kommen immer mehr Eltener zum Bingo spielen. Die Idee dazu hatte Joop Bolk. Seit Jahren engagiert sich der Eltener für ältere Mitbürger, für Alleinstehende, Paare, die nur noch selten vor die Tür kommen, oder Menschen, die sich einsam fühlen. Warum? „Ja, warum?“, fragt er selbst und zuckt mit den Schultern. „Ich tue das gern.“

Kaffee und Kuchen

„69... 33... 6...“ Den Spielern ist die Spannung ins Gesicht geschrieben. Heimlich lünkern sie, wie viele Zahlen der Nebenmann schon markiert hat. Andere sitzen grinsend an den liebevoll dekorierten Tischen – „Eine noch, nur noch eine...“. Es ist bereits später Nachmittag, die ersten Biergläser sind geleert, auch das Knabberzeug in den kleinen Schälchen wird immer weniger.

An jedem dritten Mittwoch im Monat kommen die Eltener im Pfarrheim zusammen, um Bingo zu spielen. Offiziell von 14.30 bis 16.30 Uhr. „Die ersten kommen aber früher“, erzählt Doris Haake, die als Ehrenamtliche im Team von Joop Bolk hilft. Vor der ersten Runde gibt es Kaffee und Kuchen. „Und zwischendurch machen wir immer wieder eine Pause, damit sich die Leute ausruhen und sich unterhalten können“, erklärt Doris Haake. Gespielt werden fünf Runden, für die Gewinner gibt es kleine Preise.

Kein Likör für den Liebsten

„25... 73... 68...“ Ob’s wohl noch einmal klappt? Eine Schachtel Pralinen liegt schon auf dem Platz von Dieter Petry. Der 73-Jährige hatte Glück mit einem Reihen-Bingo. Seine Lebensgefährtin Erika Ziems hatte auch schon Grund zur Freude: Sie hat eine Flasche Eierlikör gewonnen. Kriegt der Liebste denn auch was ab? „Nö, ich glaub’ nicht“, sagt die 72-Jährige, knufft ihren Nebenmann und lacht.

Die Preise sind gesponsert oder durch die Teilnahmegebühr finanziert. Fünf Euro zahlen die Spieler für einen Bingo-Nachmittag. Über die Unterstützung durch Eltener Geschäfte freut sich Joop Bolk sehr. Dank der Sponsoren konnte er sogar eine richtige Bingo-Maschine kaufen: In Elten rollen keine Kugeln, die Zahlen werden per Zufallsgenerator ermittelt.

„61 – Jackpot!“ Gleich mehrere Spieler heben die Hände. Ihren Gewinn können sie in den kommenden Tagen genießen: Zwei Kugeln Eis mit Sahne – wahlweise auch eine Tasse Cappuccino – im Eiscafé San Remo. Und weiter geht’s. „15... 32... 55...“ Der Freudenschrei bleibt dieses Mal aus. Heimlich, still und leise hat Gerhard Versteegen die Fensterchen über alle Zahlen geschoben. Bingo! Er darf sich als erster am Gabentisch bedienen – und sucht sich eine Wasserwaage aus. Mit einem Lächeln im Gesicht verabschieden sich er und seine Mitspieler voneinander. „Bis zum nächsten Mal!“

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