H. von Gimborn GmbH

Boom der Heimtier-Branche: Gimborn hat in Emmerich erweitert

Tierische Sprüche wie „Sieben Leben hat die Katze“ zieren den Büro-Komplex im neuen Gebäude von Gimborn in Emmerich. Übrigens haben Gruppen-CEO Michael Baumgärtner und Geschäftsführer Jan Beckschäfer (r.) ihre alten Büros im alten Gebäude behalten. Den neuen Komfort genießen die Mitarbeiter. Auch eine symbolische Wertschätzung.

Tierische Sprüche wie „Sieben Leben hat die Katze“ zieren den Büro-Komplex im neuen Gebäude von Gimborn in Emmerich. Übrigens haben Gruppen-CEO Michael Baumgärtner und Geschäftsführer Jan Beckschäfer (r.) ihre alten Büros im alten Gebäude behalten. Den neuen Komfort genießen die Mitarbeiter. Auch eine symbolische Wertschätzung.

Foto: Jörg Terbrüggen

Emmerich.   Voll auf Wachstumskurs: Der Heimtier-Spezialist H. von Gimborn GmbH in Emmerich hat einen 3700 m² großen Gebäude-Komplex eröffnet.

Ob Hund oder Katz – die Menschen lieben ihre Vierbeiner. Deshalb sagt Michael Baumgärtner, CEO der Gimborn-Gruppe, auch: „Wir sind im Beziehungsgeschäft.“

Und da auf der Welt immer mehr Menschen einen Hund oder eine Katze in ihre Familie aufnehmen, boomt das Geschäft der H. von Gimborn GmbH in Emmerich. Der Heimtiermarkt mit einem Volumen von 80 Milliarden Dollar wachse zwischen drei bis sechs Prozent im Jahr.

Fünf Millionen Euro investiert

Anfang des Jahres hat der Heimtier-Spezialist einen 3700 Quadratmeter großen Gebäude-Komplex für Produktion, Lager und Büro in Betrieb genommen. Investition: fünf Millionen Euro, womit in den vergangen zehn Jahren insgesamt etwa 15 Mio. Euro investiert worden seien.

„Seit zwei, drei Jahren spüren wir hier eine Aufbruchstimmung. Der Neubau ist der krönende Abschluss“, unterstreicht Baumgärtner, der sich über sein „tierisch gutes Team“ freut.

Stetig steigende Nachfrage

„Nur mit einer Steigerung der Kapazitäten können wir die stetig steigende Nachfrage nach unseren hochwertigen und preisgekrönten Produkten, vor allem auf dem chinesischen Markt, ausreichend bedienen“, so Baumgärtner.

Die Bauzeit an der Albert-Einstein-Straße hat gerade einmal acht Monate gedauert. Die Kapazitäten konnten so verdoppelt werden. Die neue Technik sei „der letzte Schrei“. Neue Produktionstechniken werden gerade entwickelt, sodass im Herbst mit neuen Produkten zu rechnen sei. „Die Planung läuft seit drei Jahren“, erklärt der CEO.

Strenge Auflagen in der Produktion

Beim Rundgang in Kittel, Haube und Schuhschutz, bekommt man den Eindruck, hier vom Boden essen zu können: „Wir reden über Futtermittel“, erinnert Jan Beckschäfer, Geschäftsführer der H. von Gimborn GmbH, „da gelten sehr strenge Auflagen“.

Neben dem Zoofachhandel, den Drogerie- und Supermärkten gehört auch der Online-Handel zu den Kunden. Der führende Anbieter für funktionale Snacks und klumpendes Katzenstreu hat sich deshalb im E-Commerce stark aufgestellt.

„Wir wollen über die digitalen Medien die Endkunden ansprechen. Das funktioniert von Land zu Land völlig unterschiedlich“, verrät Baumgärtner. In Asien etwa seien eine Milliarden Menschen im sozialen Netzwerk We Chat zu erreichen.

Zwei E-Commerce-Kaufleute ausgebildet

Dazu passt, dass Gimborn zwei E-Commerce-Kaufleute ausbildet. Eine weitere Stelle ist für dieses Jahr ausgeschrieben. „Das ist ein neuer Beruf, der sehr gefragt ist“, weiß Baumgärtner.

Gimborn bietet zwar von A bis Z alles für die Vierbeiner, hat sich aber auf die Kernkompetenz spezialisiert. Das sind neben dem Katzenstreu Nahrungsergänzungsmittel als Pasten oder Tabletten, die eine Funktion erfüllen – also auch heilend sind. Sie werden auf Anlagen wie in der pharmazeutischen Industrie hergestellt.

Empfehlung durch Veterinäre

Besonders wertvoll sei die Empfehlung durch Veterinäre: „Das hat Gewicht. Aber unsere Produkte sind frei verkäuflich“, schildert Beckschäfer.

Michael Baumgärtner nennt ein Beispiel: Katzen haben im Alter oft Probleme mit Nierensteinen, weil sie zu wenig trinken. „Unsere Produkte sorgen entweder dafür, das sie mehr trinken. Oder sie wirken gegen zwei Formen der Nierensteine vor. Das ist für Tierärzte super, denn sie müssen nicht erst herausfinden, um welchen Typ Nierenstein es sich handelt.“ Die Behandlung sei nämlich unterschiedlich.

Produkte den Wünschen angepasst

Gimborn liefert in 50 Märkte weltweit. Dass die Marken Gim Cat, Gim Dog und Biokat’s Katzenstreu immer beliebter werden, führt die Geschäftsleitung auch darauf zurück, dass man durch Marktforschung genau hingehört habe, was die Kunden wollen und die Produkte entsprechend angepasst habe.

Der Jahresumsatz 2018 betrug über 73 Millionen Euro. 50 neue Jobs sind in den vergangenen drei Jahren entstanden. Rund 210 Mitarbeiter beschäftigt Gimborn in Deutschland, rund 60 in Kelheim, ansonsten in Emmerich. Tendenz steigend: „Wir stellen weit über 20 Mitarbeiter in diesem Jahr ein.“ Und die kriegen sie auch, trotz Fachkräftemangel: „Wir sind eine echt geile Firma geworden“, freut sich Baumgärtner.

>> TÖCHTER IN CHINA UND DEN USA GEGRÜNDET

Die Firma wurde 1855 durch den Apotheker Heinrich von Gimborn gegründet. Wurden zunächst etwa Vitamintabletten für Menschen oder wie in 1929 noch Tinte hergestellt, konzentrierte man sich ab den 70er-Jahren nur noch auf Heimtier-Produkte: „Wir sind auf den Hund und auf die Katz gekommen“, sagt ein schmunzelnder Michael Baumgärtner.

In 2018 hat Gimborn Tochtergesellschaften in China und den USA gegründet. Töchter in Tschechien und Italien gibt es bereits seit den 90ern. Im Jahr werden rund sechs Millionen Tabletten bei Gimborn in Emmerich produziert.

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