Bürger zeigen Straßen NRW die rote Karte

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Elten. Volles Kolpinghaus in Elten. Es roch nach dicker Luft. Und die gab’s auch. Am Eingang wurden rote Karten verteilt. Damit konnten Besucher in der Bürgerversammlung den Vertretern von Straßen NRW, Christoph Jansen, Leiter der Regionalniederlassung Niederrhein, und Heinz-Gerd Biewald, Projektleiter i.S. Planung, die rote Karte zeigen. Jansen und Biewald fühlten sich sichtlich unwohl in ihren Rollen.

Worum geht’s? Straßen NRW präsentierte die einzelnen Varianten an der B 8, wie künftig Straße und Bahntrasse verlaufen könnten. Die Bürgerinitiave Rettet den Eltenberg will bekanntlich die B 8 auf das jetzige Gleisbett verlegen und die Gleise südlich davon errichten. Straßen NRW will die Hochgleisvariante und den Eltenberg angraben.

Auf die Frage, wo die etwa sechs Meter hohen Schallschutzwände zu sehen seien, antwortete Biewald: „Das sind ja alles Luftaufnahmen – aus der Luft sieht man die sowieso nicht.” Eine unbefriedigende Antwort für Anwohner, die gegen eine hohe Mauer gucken sollen. Selbst die Aussage, dass beim Eingriff in den Berg keine Gefährdung von Mensch, Tier und Umwelt bestehe, überzeugte die Anwesenden nicht.

Eine Besucherin fragte, ob bei einem angegrabenen Berg bei künftigen Unwettern nicht die Gefahr von Erdrutschen bestände. Experte Kirschner, der das für Straßen NRW untersucht habe, antwortete: „Wir können uns ja mal zusammensetzen, dann können wir von Ihrem geographischen Know-How partizipieren.“ Da fühlten sich einige abgefertigt. Adalbert Niemers von der Nabu bemängelte fehlende Transparenz. Der Plan von Straßen NRW wurde durch 5000 Unterschriften, also von allen Eltener Bürgern und anderen, abgelehnt. „Sie planen kräftig weiter ohne Rücksicht”, so Niemers. Fehlende Transparenz warf Biewald auch der BI vor, er kenne deren Gutachten noch nicht. BI-Sprecher Hans-Jörgen Wernicke erklärte, das BI-Gutachten werde teilweise zurückgehalten, um im Falle eines Prozesses noch Asse im Ärmel zu halten. Außerdem sei das Gutachten herunterzuladen, worauf Biewald hingewiesen worden sei. Die BI spreche im August mit dem Verkehrsministerium. Diesen Termin wolle er abwarten, bevor er alle Gutachten-Fakten auf den Tisch lege.

„Wo ein Wille ist, ist ja auch bekanntlich ein Weg“, sagte Jürgen Lentjes (B), „aber Ihren Weg, werden wir niemals mitgehen!” Ratlose Gesichter bei den Herren von Straßen NRW, die in ihrer Not mehrfach am Abend den Blickkontakt zu den zwei Vertretern der Deutschen Bahn suchten. Auf soviel Widerstand waren sie wohl nicht vorbereitet.

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