Münzgeld

Camping: Immer Ärger mit dem Kleingeld in Rees

Rees.   Die Wohnmobilisten benötigen in Rees für Parkgebühren Münzen. Daran zu kommen ist gar nicht so leicht. Besonders nicht bei den Banken.

Heinz Schlamann aus Gronau war erstmals auf dem Wohnmobilstellplatz in Rees zu Gast. Gleich nach seiner Ankunft war er so begeistert, dass er sich entschloss, eine knappe Woche in Rees Station zu machen. Doch in der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist der Stellplatz an der Ebentalstraße täglich so gut wie ausgebucht.

Und so traf sich ein nach dem anderen Wohnmobilist am Parkautomat mit immer derselben Frage: „Kann mir jemand Geld wechseln?“ Das Problem: Der Automat nimmt nur 50-Cent-, Ein- und Zwei-Euro-Stücke – nur Hartgeld, keine Scheine und auch keine Bankkarte. So zogen nun die Gäste aus Nah und Fern los, um die erforderlichen acht Euro Parkgebühr für eine Nacht zusammenzubekommen.

Gewerbetreibende müssen für Münzrollen zahlen

Wenn es für eine Person noch machbar ist, das Kleingeld zu organisieren, mag es spätestens für den fünften Wohnmobilist zu Problemen bei hiesigen Einzelhändlern führen. Denn auch an ihren Kassen ist Wechselgeld Mangelware und schnell vergeben. Und schließlich müssen Gewerbetreibende für Münzrollen zahlen.

Heinz Schlamann zeigte Verständnis für die Einzelhändler und suchte ein Geldinstitut. Da er Kunde der Volksbank Gronau ist, wollte er an der Filiale der Volksbank an der Dellstraße einen 20 Euro Schein in Kleingeld wechseln lassen. „Das geht nur über Ihr Konto“, teilte ihm die Mitarbeiterin mit. „Kein Problem“, erwiderte Schlamann und zog seine Volksbankkarte. Doch diese war nicht die bankeigene, sondern die der Volksbank Gronau. „Da hieß es: ‘Mit nicht hauseigenen Bankkarten kann man kein Geld wechseln’“, berichtet Heinz Schlamann erbost.

Hilfe im Rathaus

Denn natürlich kann er mit seiner Karte am Bankautomat der Volksbank Emmerich-Rees Geld vom Gronauer Konto ziehen. „Das leuchtet mir einfach nicht ein. Aber ich brauchte ja das Kleingeld, daher habe ich gesagt, dass ich auch bereit bin, eine Gebühr für das Wechseln zu bezahlen. Aber auch das ging nicht.“ Stattdessen empfahl man ihm, sich an die Stadt Rees zu wenden, die den Wohnmobilplatz betreibt. Im Rathaus wurde ihm geholfen.

Kulturamtsleiterin Sigrid Mölleken persönlich zückte ihr Portemonnaie, den Rest konnte die Stadtkasse klein machen. „Wir haben schon über einen Automaten mit Geldkarte nachgedacht, aber der ist natürlich sehr teuer und kann nicht von heute auf morgen angeschafft werden“, erklärt Mölleken.

Schuld trägt das Geldwäschegesetz

Die Volksbank ist nicht das einzige Geldinstitut, das so verfährt. Die Banken begründen ihr Verhalten mit dem Geldwäschegesetz. Darin ist festgelegt, dass ein Geldwechsel bei so genannten Nichtkunden eine komplette Legitimationsprüfung inklusive der Dokumentation zur Folge habe. Und das, unabhängig davon, ob man fünf oder 500 Euro wechseln will. Für Unmut sorgt das Gesetz allemal. Heinz Schlamann hat es den Aufenthalt in Rees vermiest. „Dabei ist der Platz wirklich kostengünstig.“ Da hilft in Zukunft nur Kleingeldsammeln.

>>>EINE NACHT KOSTET ACHT EURO PLATZGEBÜHR

Der Wohnmobilstellplatz an der Ebentalstraße hat 46 Stellplätze auf einem Schotterbett. Der Tarif beträgt acht Euro pro Tag inklusive Ver- und Entsorgung, der Tarif nur zur Ver- und Entsorgung beträgt zwei Euro, der Strom ist kostenlos.

Platzwart Christian Overveld steht täglich für Fragen zur Verfügung. In seiner Infohütte liegen touristische Informationen aus. Bei ihm kann man auch Brötchen für das Frühstück bestellen. Wenn möglich, bemüht er sich auch, Geld zu wechseln.

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