Flic Flac

Circus Flic Flac begeistert in Bocholt mit „Punxxx“ restlos

Der Circus Flic Flac gastiert im 30. Jahr unter dem Motto „Punxxx“ in Bocholt. Im Regenschauer

Der Circus Flic Flac gastiert im 30. Jahr unter dem Motto „Punxxx“ in Bocholt. Im Regenschauer

Foto: Sven Betz

Bocholt/Isselburg.   Nervenkitzel pur: Der in Isselburg gegründete Circus Flic Flac sorgt in Bocholt mit dem Jubiläumsprogramm „Punxxx“ für ein wahres Spektakel.

Ist das ein Spektakel! Nach der zweistündigen Show des Circus Flic Flac, der derzeit auf dem Berliner Platz in Bocholt seine Zelte aufgeschlagen hat, muss man erstmal durchatmen und die Eindrücke sacken lassen. Das Programm hält die Gäste im Zelt durchgehend im Bann. Großartig. Das Publikum bekam reichlich Anlass für Applaus.

Das Jubiläumsprogramm des 1989 in Isselburg gegründeten Circus läuft unter dem Titel „Punxxx“. Tatsächlich gibt dieses rebellische Motto den Artisten einen erfrischend neuartigen Rahmen und bewegt sich weg von einer Circus-Optik, wie man sie schon x-mal gesehen hat. Das Zelt rockt.

X-Faktor im Programm ist zweifelsohne der Comedian David Eriksson – nennen wir ihn mal den Punk-Clown. Dem Schweden, der mal Brücken zur nächsten Attraktion schlägt, mal selbst im Fokus steht, sind die 22 Jahre Bühnenerfahrung anzumerken.

Punk-Clown David Eriksson geht bis an die Grenze

Er weiß genau, wie er sein Publikum um den Finger wickelt. Das Punk-Motto steht ihm besonders gut – sogar in Pink. Seine Spielereien und Provokationen gehen bis an die Grenzen – die Zuschauer lachen Tränen.

Der zweite große Comedy-Act ist Coperlin alias Dustin Nicolodi. Als der Ansager definiert, was Punk eigentlich bedeutet, gesteht er ein: Coperlin ist all dies nicht. Der Magier – eher ein klassischer Circus-Charakter – inszeniert sich mitunter als Scharlatan, dessen Tricks oftmals gar keine sind.

Die drohende Gefahr sorgt für anhaltenden Nervenkitzel

Das Publikum liegt fast am Boden, als ein Besucher aus ihren Reihen auf seine Hütchen-Spieler-Tricks hineinfällt, wobei die gesuchte Papierkugel im Rücken des Probanten für alle anderen sichtbar durch die Luft fliegt.

Denkt man an Flic Flac, dann kommt man natürlich schnell auf die Todeskugel. Jene Stahlkonstruktion, in der mehrere Motorradfahrer im hohen Tempo und über Kopf ihre Runden drehen. Es stinkt nach Benzin, es ist laut – und es ist natürlich spektakulär. Vor allem, wenn man sich vorstellt, dass nur zwei der acht Fahrer, die in der Spitze zugleich durch das Innere der Kugel brausen, irgendwie kollidieren. Die drohende Gefahr sorgt für anhaltenden Nervenkitzel.

Zwillinge beweisen maximale Körperkontrolle

Und das gilt für diverse Show-Punkte. Etwa als das Duo Julia Galenchyk und Dmytro Turkeev im strömenden Regen ihre Artistik unter der Decke des Zeltes an den Seilen hängend zelebriert. Oder als Alex Michael bei seiner Trapez-Kunst ohne Fangnetz, auch kopfüber brilliert. Da setzt manch ein Herzschlag aus.

Nicht minder beeindruckend sind die Akrobaten auf dem Boden. Unfassbar, wie hoch und wie präzise die zehn chinesischen Artisten der Holy Warriors springen können. Im Genre der Kontorsion beweisen die beweglichen Zwillinge Jenny und Sarah Haglund maximal Körperkontrolle, als sie hochgradig elegant und anschaulich ihre Figuren aufeinander aufbauen.

Es gibt noch Aufführungen bis zum 26. Mai

Die 35 Artisten aus 14 Nationen runden das gelungene Programm mit beeindruckenden Jonglagen, kraftvollem Live-Schlagzeugspiel oder einem ästhetischen Stangentanz zum Prinz-Hit „Purple Rain“ bei lila angestrahltem Regen ab. Das Fazit kann nur lauten: Flic Flac auf diesem Niveau darf man nicht verpassen.

Flic Flac gastiert noch zum 26. Mai in Bocholt. Von Dienstag bis Samstag immer um 20 Uhr; Mittwoch, Freitag und Samstag auch um 16 Uhr; am Sonntag um 15 und 19 Uhr. Infos zu den Tickets gibt es unter www.flicflac.de oder 0800/06060611. Karten kosten von 24 bis 54 Euro (ermäßigt 19 bis 49 Euro).

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