Städtische Maßnahmen

Coronavirus in Emmerich: 180 Unternehmen sind betroffen

Die erste Video-Pressekonferenz der Stadt Emmerich. Bürgermeister Peter Hinze im Chat mit der Presse.

Die erste Video-Pressekonferenz der Stadt Emmerich. Bürgermeister Peter Hinze im Chat mit der Presse.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Emmerich.  Die Wirtschaft trifft die Krise hart. Emmerich bietet Hilfen für Unternehmen an. Wer sich nicht an die Vorgaben halte, wird hart bestraft.

In Emmerich befinden sich jetzt 21 Personen in Quarantäne, davon seien vier Personen mit dem Coronavirus nachweislich infiziert. Dies teilte am Mittwoch Bürgermeister Peter Hinze in der ersten Video-Pressekonferenz der Stadt mit. Der Kreis Kleve aktualisierte nach der Konferenz, dass es in Emmerich nun fünf Personen gibt, die sich infiziert haben.

Die betroffenen Rathausmitarbeiterin sei mittlerweile auf dem deutlichen Weg der Besserung und könne dann auch wieder den Dienst aufnehmen. Ein genaues Datum der offiziellen Genesung stehe noch nicht fest. Ordnungsamtschefin Karin Schlitt sagte, dass alle betroffenen Personen von Verwaltungsmitarbeitern aufgesucht und an der Tür beraten werden.

Formulare für Staatshilfen gibt es ab Freitag im Internet

Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise äußerte sich der Bürgermeister: Aktuell seien 180 Unternehmen von der angeordneten Schließung betroffen. Für diese Unternehmen sei die Situation im Moment sehr schwer und ihn erreichen täglich viele Anrufe. Hinze teilte mit, dass ab Freitag die notwendigen Formulare für die Beantragung von Staatshilfen auf der Internetseite www.wirtschaft.nrw.de/corona zu erhalten sind. Die Wirtschaftsförderung werde in diesen Fällen jetzt weiterhelfen.

Die Stadt Emmerich denkt zurzeit darüber nach, den Unternehmen generell unter die Arme zu greifen. Dies könne über eine Stundung der Gewerbesteuer erfolgen oder über eine Reduzierung der Gewerbesteuervorauszahlung.

Mehr Menschen müssen SGB-II-Leistungen beantragen

Das Sozialamt stellt jetzt eine erhöhte Nachfrage nach Leistungen aus dem SGB-II fest. Dies betrifft Menschen, denen gekündigt worden ist bzw. die in Kurzarbeit geschickt worden sind.

Aus ordnungsrechtlicher Sicht kann die Verwaltung feststellen, dass die Menschen sich größtenteils an die Kontaktsperre halten. Bei Überprüfungen werden man aber keine Toleranz walten lassen, so der Beigeordnete Dr. Stefan Wachs. Der vom Land NRW vorlegte Bußgeldkatalog werde strikt umgesetzt.

Kontakt habe man bereits zu ezidischen und kurdischen Gruppen in der Stadt aufgenommen. Auch sie müssen wissen, dass Familienfeiern oder Beerdigungen mit mehr als 20 Personen nicht mehr möglich sind.

Verfahren gegen zwei Einzelhändler

Gegen zwei Emmericher Einzelhändler werde bereits ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, da sie sich nicht an die Vorgaben gehalten haben. Derzeit finde eine Anhörung statt, in der die Betroffenen Stellung nehmen können. Aus welchen Branchen die Einzelhändler kommen, wollte die Ordnungsamtsleiterin nicht sagen. Der Campingplatz an der Wild in Elten muss offenbar nicht geräumt werden. Die Stadt beschränkt sich auf die Schließung von Campingplätzen zu touristischen Zwecken.

Die Kinder-Notbetreuung wird in Emmerich kaum in Anspruch genommen. Nur 17 Kinder werden hier betreut.

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