Wirtschaft

Coronavirus: Kreis Klever Handwerker halten jetzt zusammen

Pascal Gansberg (links) ruft die Handwerker dazu auf, sich jetzt solidarisch zu zeigen. Bäcker Christian Heicks freut sich über den Engagement.

Pascal Gansberg (links) ruft die Handwerker dazu auf, sich jetzt solidarisch zu zeigen. Bäcker Christian Heicks freut sich über den Engagement.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kreis Kleve.  Pascal Gansberg ruft die Handwerksbetriebe im Kreis dazu auf, sich gegenüber den Problemsektoren solidarisch zu zeigen und für Umsätze zu sorgen.

Die Situation im Handwerk ist zurzeit sehr unterschiedlich: Friseure und Zweiradhändler haben geschlossen, Bäcker und Fleischer kämpfen mit deutlichen Umsatzrückgängen, da sie ihre Cafés und Restaurants schließen mussten. Im Bauhandwerk hingegen läuft vieles noch reibungslos. Pascal Gansberg, Geschäftsführer des Bedachungsgeschäftes Winfried Janssen, ruft daher die Betriebe im Kreis Kleve dazu auf, Solidarität zu üben: „Die Handwerker halten jetzt zusammen“, sagt er und er wünscht sich, dass möglichst viele Handwerksbetriebe im Kreis Kleve jetzt Gutscheine oder Geldkarten kaufen, um für die gebeutelten Betriebe Einnahmen zu generieren.

Gutscheine für die Belegschaft kaufen

Konkret hilft Gansberg jetzt der Bäckerei Heicks & Teutenberg, bei denen er regelmäßig morgens sein Croissant holt. Für die Belegschaft habe er Gutscheine gekauft, die er verteilt: „Es ist wichtig, dass wir jetzt zusammenhalten. In der Baubranche läuft das Geschäft noch gut. Wir sollten da jetzt zusammenstehen.“

Auch bei Friseuren oder Fahrradhändlern könne man Gutscheine kaufen und damit ganz konkret helfen. Die finanziellen Hilfen der Bundesregierung oder des Landes NRW kämen vermutlich viel zu spät. „Und oft sind das nur Kredite. Damit ist vielen Handwerkern nicht geholfen“, so Gansberg. Denn: „Das Brötchen, das jetzt nicht gegessen wird, und das Bier, das jetzt nicht getrunken wird, werde auch in zwei Monaten nicht mehr gekauft. Die Umsätze sind einfach weg“, sagt Bäcker Christian Heicks.

Bäckereien spüren die Umsatzeinbußen jetzt deutlich

Michael Köster aus Emmerich, Innungsmeister des Baugewerbes, unterstützt die Aktion: „Das ist eine gute Idee. Das Handwerk hält jetzt zusammen“.

Christian Heicks spürt die Einbußen deutlich. Mit seinen Cafés macht er zurzeit keine Umsätze und auch in die Bäckereien kommen jetzt deutlich weniger Menschen. Er habe bereits Kurzarbeit beantragt, aber die Informationen der Bundesanstalt für Arbeit seien sehr spärlich: „Im Grunde weiß ich noch gar nicht, was jetzt wird. Und was das für meine Mitarbeiter bedeutet“, so Heicks. Der Aufruf sei eine schöne Geste, sagt er. Die ausdrücklich nicht nur seinem Betrieb helfen soll, sondern auch den Kollegen wie Derks, Gerads, Reffeling oder anderen Bäckern vor Ort.

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