Quarantäne

Coronavirus: Rees ist auf der Suche nach Kontaktpersonen

Bürgermeister Christoph Gerwers im Gespräch.

Bürgermeister Christoph Gerwers im Gespräch.

Foto: Konrad Flintrop / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Wer muss unter Quarantäne? Und wie erreicht man alle Leute? Die Stadt Rees telefoniert seit Tagen nach Kontaktpersonen.

Die Corona-Krise setzt in den niederrheinischen Verwaltungen viele Kräfte frei. Tag für Tag erhöhen sich die Krankheitsfälle und entsprechend mehr Menschen müssen jetzt in Quarantäne. In Rees sind 17 (Stand Donnerstag) Menschen mit Corona infiziert und gut 60 Personen befinden sich in Quarantäne.

Doch wie läuft das eigentlich praktisch ab? Der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers erzählt, dass er jetzt auch selbst zum Telefonhörer greift, um die möglichen Infektionsketten aufzuspüren.

Kontaktpersonen ausfindig machen

Gerwers berichtet, dass zuerst der Patient durch einen Arzt befragt wird. Vom Arzt selbst oder vom Kreisgesundheitsamt erhält die Stadt dann den Namen der Personen. Zuerst werden die unmittelbaren Familienmitglieder und die Kontakte ersten Grades unter Quarantäne gestellt. Danach beginnt dann die Suche nach weiteren Kontaktpersonen.

In der Regel übernimmt diese Aufgabe das Reeser Ordnungsamt. Aber in einigen Fällen hat sich auch Christoph Gerwers selbst ans Telefon gehängt. So benötigte man dringend die Telefonnummer einer Person vom Halderner Lauftreff. Gerwers nutzte seine persönlichen Kontakte und hatte schnell eine Handynummer parat. In einem anderen Fall wusste er, dass ein Infizierter über ein Kind einen Kontakt zu einem Kindergarten gehabt haben muss. Also wurden vorsorglich auch einige Kinder unter Quarantäne gestellt.

Besondere Situation

„Was gerade hier abgeht, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt“, sagt Gerwers. Bei den betroffenen, infizierten Personen ließe sich der Kreis oft schnell schließen. Meistens seien Verwandte betroffen und Freunde.

Als Verwaltung erfahren man zurzeit viel Zuspruch. Die Menschen dankten für den Einsatz und das Krisenmanagement. Das tue auch gut.

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