Kinderfördernetzwerk

Das Kinderfördernetzwerk Pro Kids ist wertvoll für Emmerich

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Foto: Pro Kids

Emmerich.   Pro Kids hat die Bildungsakteure eng zusammen gebracht und bietet Kindern tolle Erlebnisse. In Zukunft wird mehr für Kinder ab zehn Jahren getan.

Das Kinderfördernetzwerk Pro Kids hat sich in Emmerich wahrlich etabliert. Inzwischen kann man hier von einem Pfund sprechen, mit dem die Stadt wuchern kann. Pro Kids ist ein wesentlicher Baustein dafür, warum es einen gut funktionierenden Austausch der engagierten Akteure zur Unterstützung der Kinder in der Rheinstadt gibt. Rund 30 Netzwerkpartner wirken hier mit.

2009 fing es an mit einer Ausschreibung des LVR

2009 fing es an mit einer Ausschreibung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) „Kommunale Netzwerke zur Vermeidung von Kinderarmut“ – eine zweijährige Pilotförderung, für die sich die Stadt Emmerich und die Katholische Waisenhausstiftung mit dem „Entspannungsprojekt Leegmeerschule“ erfolgreich beworben hatten. „Wir wollten uns auf den gesundheitlichen Aspekt fokussieren“, erinnert sich Gaby Niemeck, die Koordinatorin von Pro Kids.

Der Aufbau des späteren Netzwerkes dauerte etwas

Dann lernte jemand das Netzwerk Monheim für Kinder (Moki) kennen, kehrte nach Emmerich zurück und meinte: „Das brauchen wir auch!“ So sei Pro Kids entstanden. Der Aufbau des Netzwerkes dauerte etwas. 2011 wurde eine Lenkungsgruppe eingerichtet mit Vertretern von Jugendamt, Waisenhausstiftung, Ev. Fabi, Haus der Familie sowie Pfarrer Peter Kossen. Ein Budget gab es nicht, also stand das Netzwerken im Mittelpunkt.

Bildungsakteure loben den Netzwerktag

2012 rutschte Pro Kids in die nächste Fördergruppe beim LVR. „Inzwischen war schon vieles klar. Statt des Begriffes ‘Vermeidung von Kinderarmut’ haben wir die ‘Kinderförderung’ betont“, erklärt Niemeck. Es soll niemand stigmatisiert werden. Pro Kids entwickelte ein Leitbild und baute AGs auf. Zunächst die Gruppen Sprache & Lesen sowie Elternbildung. Später kamen Elterndialog, Medien, Gesundheit, Familienzentren und Frühe Hilfen hinzu. „Dabei sind gute Sachen entstanden“, sagt Daniela Weltzien, aktiv bei Pro Kids und Leiterin der Ev. Familienbildungsstätte: „So erfährt man, was die anderen im Netzwerk machen. Die Wege sind kürzer geworden.“

In den Kitas gibt einen Nationentag

Das Familienfrühstück in den Familienzentren ist entstanden, bei dem Familie in Not die Brötchen stiftet. 2011 der Pro Kids-Lauf – zunächst mit Pro Homine, dann mit dem TV Elten. Der Vorlesewettbewerb 2013. Zu einem „lebendigen Kulturaustausch“, sagt Niemeck, habe beigetragen, dass Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund in den Kitas am Nationentag ihre Heimatländer vorstellten.

Bei den Netzwerktagen für jegliche Akteure in der Bildung kommen stets 50 bis 70 Personen zusammen. Diese Treffen hätten den Charme, dass sie in Emmerich nur mit Emmericher Akteuren stattfänden und nicht irgendwo dezentral: „Alle arbeiten in einer Stadt, das ist unheimlich fruchtbar“, so Weltzien. Auch Niemeck hebt diesen persönlichen Kontakt hervor: „Es ist viel leichter jemanden anzurufen, den man kennt.“

Ideen werden immer auf Praxistauglichkeit geprüft

Für Gaby Niemeck ist es wichtig, gute Ideen mit den Kollegen aus den Einrichtungen ob ihrer Praxistauglichkeit zu besprechen. Es gab trotzdem Dinge, die nicht so gut funktioniert haben: „Die Gesundheitstage zum Beispiel. Es war ein großer Aufwand, aber für die Schulen und die Kitas nicht so ertragreich“, verrät Niemeck.

Wichtig ist es, das die Kinder an besonderen Erlebnissen teilhaben dürfen. „Die Ameland-Fahrt, die wir seit 2013 machen, ist ein Highlight für die Kinder. Manche haben zuvor noch nie das Meer gesehen“, verrät Niemeck. Auch der Besuch des Musicals „Starlight Express“ sei zu rechtfertigen: „Es geht nicht nur um die kaputte Hose, sondern auch um kulturelle Teilhabe“, meint Niemeck.

2017 wurde in einem Workshop mit dem LVR reflektiert

Ein Handbuch ist entstanden, in dem alle Aktiven mit Steckbriefenvertreten sind. „Oft denkt man sich nach Netzwerktagen: ‘Den habe ich schon mal gesehen. Was macht der nochmal?’ Hier kann man dann nachsehen“, so Niemeck.

2017 wurde in einem Workshop mit dem LVR reflektiert, wohin die Reise geht. Hierbei wurde festgestellt, dass Pro Kids viel für Kinder bis zehn Jahre macht. Nun soll der Übergang zur weiterführenden Schule näher in den Fokus rücken.

<<<IN EMMERICH GIBT ES VIELE GÖNNER

Geld hat Pro Kids selbst nicht. „Zum Glück haben wir in Emmerich tolle Sponsoren“, sagt Gaby Niemeck. Q-Railing habe etwa bis 2017 die T-Shirts für den Pro Kids-Lauf gestiftet, was nun die Stadtwerke übernommen haben. Die Deutsche Giessdraht unterstütze seit 2013. Mal sammelte das Karnevalsprinzenpaar für Pro Kids oder die Kreismusikschule hat gespendet. Viele Privatspender bleiben anonym: „Ihnen ist wichtig, dass wir direkt vor Ort etwas für die Kinder machen.“

Ein Thema wird bei Pro Kids ausgegliedert, weil es sehr speziell ist: nämlich Kinder psychisch kranker Eltern. Die Akteure aus den Einrichtungen „sind froh, sich hierzu zu treffen“, erklärt Niemeck. Aber eine speziellere Betreuung ist nötig.

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