NRZ-Bürgerbarometer

Das Reeser Lädchen schließt nach 35 Jahren seine Pforten

Inhaberin Christiane Breu-Schmitz (links) und ihre Mitarbeiterin Christa Scholtenhörten gestern vermehrt von ihren Kunden: Hier bekomme man immer etwas besonderes, sie seien ganz traurig, dass Breu-Schmitz aufhöre. Foto:Thorsten Lindekamp

Foto: FUNKE Foto Services

Inhaberin Christiane Breu-Schmitz (links) und ihre Mitarbeiterin Christa Scholtenhörten gestern vermehrt von ihren Kunden: Hier bekomme man immer etwas besonderes, sie seien ganz traurig, dass Breu-Schmitz aufhöre. Foto:Thorsten Lindekamp Foto: FUNKE Foto Services

Rees.   Die Kundenzufriedenheit mit den Einkaufsmöglichkeiten in Rees ist groß. Dafür hat der Einzelhandel viel getan, bestätig Christiane Breu-Schmitz.

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In Rees gibt es fast alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Das belegt auch die Kundenzufriedenheit des Bürgerbarometers. Der Handel ist breit gestreut. Noch – denn im ersten Quartal 2017 wird nach 35 Jahren das Reeser Lädchen schließen. „Aus Altersgründen und um mehr Zeit in meine Familie und viele schöne Dinge investieren zu können“, erklärt Inhaberin Christiane Breu-Schmitz.

Im Jahr 1981 eröffnete sie ihr erstes Geschäft an der Neustraße, ihr Mann zeitgleich im selben Haus seine Zahnarztpraxis.

Wenn Christiane Breu-Schmitz zurückblickt, gibt es kaum einen Trend, den sie ausgelassen hat. „In den ersten Jahren bestand das Sortiment aus Tee, Räucherstäbchen, Samtschuhen, Indienkleidern und Keramik.

Christiane Breu-Schmitz hatte immer ein Näschen für Trends

Es waren die jungen Frauen, die hier fündig wurden und nicht mehr in Nachbarstädte abwanderten.“ Ebenso waren von Beginn an Glas und Geschenkartikel von gängigen Firmen im Sortiment, „denen wir bis heute treu geblieben sind“, erläutert Christiane Breu-Schmitz, die mit ihrem Geschäft im Jahr 1989 zur Dellstraße zog.

Viele werden sich an das Sortiment erinnern: an handgenähte Kinderkleider, alles rund um den Diddl- und Nici-Trend, Kristallfiguren von Swarovski, Berliner Messinglampen, Lederwaren, Wohntextilien, Schmuck, Uhren, um nur einige zu nennen. „Ich habe mich immer sehr schnell dem wechselnden Markt angepasst.

Das ging nur durch den Besuch von Messen mehrmals im Jahr, wie die Frankfurter Messe, die Jaarbeurs in Utrecht und die Einkaufstage.“ Dass ihr Geschäft über Jahrzehnte funktioniert hat, nicht nur die Stammkunden treu geblieben sind, sondern sich die Kundschaft stetig erweitert hat, ist ihrem Gespür für Neuheiten zu verdanken.

Die treuen Mitarbeiterinnen Christa Scholten und Cilly Alipass waren wichtig

Was ebenfalls die Kundenzufriedenheit ausmacht: „Von Anfang an haben wir uns einen Namen für unsere Verpackung und die Gestaltung der Schaufenster gemacht“, ist sich die Inhaberin sicher. Genauso wichtig seien aber auch die Mitarbeiter. „Ich hatte immer besonders viel Glück.

Christa Scholten, mittlerweile seit 26 Jahren im Reeser Lädchen, gehört zum Inventar. Ebenso Cilly Alipass, die seit Jahren einspringt, wenn sie gebraucht wird. Zu ihnen und allen ehemaligen Mitarbeitern habe ich ein freundschaftliches Verhältnis.“

Die letzten Wochen vor Weihnachten wird das Reeser Lädchen Team nutzen, um sich von den Kunden zu verabschieden. „Ich freue mich auf die Zeit bis zum Jahresende und werde ab sofort alle Weihnachtsartikel mit 20 Prozent rabattieren. Ab dem 2. Januar beginnt dann der Räumungsverkauf.“

Christiane Breu-Schmitz hat als Vorsitzender der Reeser Werbegemeinschaft viel Schwung in die Stadt gebracht

Christiane Breu-Schmitz, die auch Vorsitzende der Reeser Werbegemeinschaft war und als solche mit neuen Ideen sehr viel Schwung in die Stadt gebracht hat, ist fest davon überzeugt, dass der Einzelhandel auch weiterhin floriert: „Weil die Geschäfte inhabergefüht sind und sich in den verschiedensten Branchen sehr kompetent darstellen.“

Was sie und ihr Team immer wieder von Kunden sinngemäß hörten: „Ich kaufe gerne in Rees ein, weil man mich kennt und ich fast alles hier bekomme. Ich werde nicht durch Masse überfordert.“

>> 72 PROZENT SIND MIT DEN EINKAUFSMÖGLICHKEITEN ZUFRIEDEN

Die Reeser sind mit den Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Stadt zufrieden. 40 Prozent der Befragten haben „zufrieden“, 32 Prozent „sehr zufrieden“, 22 Prozent die Note 3 erteilt, nur ein Prozent ist „unzufrieden“.

Fragt man die Düsseldorfer, wie zufrieden sie mit den Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Stadt sind, ist die Note 1,8 nachvollziehbar. Dass aber Rees gleich Platz 2 einnimmt und die Reeser ihrer Heimatstadt eine glatte 2 (zufrieden) verpassen, ist überaus erfreulich. Klever gaben ihrer Stadt eine 2,3, Weseler eine 2,4, Emmericher eine 2,9, Duisburger nur eine 3,8.

Die männlichen Befragten sind mit den Einkaufsmöglichkeiten in Rees etwas zufriedener als Frauen. Noch etwas fällt auf: Mit zunehmendem Alter (ab 50) steigt die Zufriedenheit mit dem Shoppingangebot in Rees.

Weitere Berichte zum Bürgerbarometer in Rees finden Sie hier:

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