Sparkasse

Der Vorsitzende der Klever Sparkasse geht in den Ruhestand

Rudi van Zoggel arbeitet seit 1970 bei der Sparkasse. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Rudi van Zoggel arbeitet seit 1970 bei der Sparkasse. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Foto: Andreas Gebbink

Kleve.   48 Jahre lang hat Rudi van Zoggel für die Sparkasse in Kleve gearbeitet. Jetzt wurde der Vorstandsvorsitzende in den Ruhestand verabschiedet.

So eine Karriere sei heute gar nicht mehr denkbar: Als 16-Jähriger hat Rudi van Zoggel seine Ausbildung bei der Sparkasse begonnen und als 64-Jähriger geht er bei der Sparkasse in den Ruhestand – als Vorstandsvorsitzender.

Die Daten hat er noch gut im Gedächtnis – Rudi van Zoggel ist schließlich ein Mann der Zahlen. Als 21-Jähriger hat er sich zum Sparkassenbetriebswirt fortgebildet und danach die kleine Geschäftsstelle in Hau geleitet. In Materborn musste er dann zum ersten Mal eine „große Filiale“ in Vertretung leiten. „Da hat man noch nicht viel Erfahrung gehabt“, sagt der scheidende Sparkassenvorsitzende im Gespräch mit der NRZ. Die Erfahrung kam mit der Arbeit: Fachkenntnisse im Kreditwesen, der Umgang mit Kunden und das Fingerspitzengefühl im Personalwesen.

Rudi van Zoggel hat viele Jahre in der Revision gearbeitet, also jener Abteilung, die die Geschäftsabläufe kontrolliert. „Hier habe ich sehr viel gelernt“, sagt er. Die Nähe zum Vorstand hat dazu geführt, dass er mehr Verantwortung übertragen bekam. 1996 wurde er stellvertretendes Vorstandsmitglied und seit 2002 ist er der Vorsitzende. Seit 16 Jahren leitet er federführend die Sparkasse.

Veränderungen hat es in all der Zeit viele gegeben: „Als ich angefangen habe, gab es noch nicht einmal das Lastschriftverfahren“, erzählt er. Es gab noch einen Kassen- und Schalterbereich und zwischen Banker und Kunden lag eine dicke Panzerglasscheibe. Zum Weltspartag kamen zahlreiche Kinder und in der Hauptstelle wurde ein „Kinder-Schalter“ eingerichtet. „Das war eines der schönsten Erlebnisse des Jahres“, erzählt van Zoggel.

All das ist heute längst Vergangenheit. Das Bankgeschäft ist rauer geworden. Es gibt mehr Wettbewerb, der Kampf um die Gewinnmargen hat längst Einzug gehalten. Die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB macht es nicht einfacher. Van Zoggel rechnet fest damit, dass die Zinsen auch in den nächsten Jahren niedrig bleiben werden.

Das Thema Digitalisierung hat die Welt der Sparkasse ordentlich verändert. Internetbanken sorgen für mehr Druck, aber auch immer mehr Menschen nutzen das Online-Angebot der Sparkasse. Auf der anderen Seite fühlen sich gerade ältere Menschen von der Entwicklung abgehängt. Sie ärgern sich, wenn die Bank wieder einen Schalter schließt und den Service vor Ort reduziert. Van Zoggel verteidigt seine Pläne. Durch die Kooperation mit Supermärkten sei die Bargeldversorgung sogar besser geworden. Und es stehe ein schnelles und gutes Telefonteam für die Beratung zur Verfügung.

Deutschland sei im bargeldlosen Zahlungsverkehr immer noch Entwicklungsland. Trotzdem rechnet van Zoggel damit, dass die jüngeren Menschen auf Dauer immer häufiger „mit Karte“ bezahlen werden.

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