Kriminalstatistik

Die Anzahl der Straftaten ím Kreis Kleve erreicht Tiefstwert

Rudolph Dinkhoff gibt kostenfrei Tipps in Sachen Einbruchsschutz. So auch einmal im Monat auf der Polizeiwache in Emmerich.

Rudolph Dinkhoff gibt kostenfrei Tipps in Sachen Einbruchsschutz. So auch einmal im Monat auf der Polizeiwache in Emmerich.

Foto: Heinz Holzbach

Emmerich/Rees.   Die Polizei stellt die neue Kriminalstatistik 2017 vor. Mehr Fälle von häuslicher Gewalt gezählt. Enkeltrick vermehrt Thema im Kreis Kleve.

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Diese Zahlen sprechen für sich. Die Gesamtzahl der Straftaten im Kreis Kleve ging in 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent zurück. 20 958 Straftaten im gesamten Kreis Kleve in 2017 markieren damit einen Tiefstwert der vergangenen zehn Jahre.

Für Landrat Wolfgang Spreen als Leiter der Polizeibehörde des Kreises Kleve ist die positive Botschaft daher klar: „Die Bürger im Kreis Kleve leben hier, verglichen mit den landesweiten Zahlen, überdurchschnittlich sicher.“ Zumal die Aufklärungsquote bei 54,9 Prozent liegt und damit über dem Landesdurchschnitt von 52,3 Prozent.

Zunehmend gibt es Fälle häuslicher Gewalt

Doch innerhalb der Statistik, das weiß der Landrat, als auch der Leiter der Direktion Kriminalität, Bert Gricksch, gibt es nicht nur Positives zu vermelden. „Wir haben einen erheblichen Anstieg im Bereich häusliche Gewalt“, so Gricksch. Während kreisweit 2016 hier 350 Fälle gemeldet wurden, waren es 2017 bereits 410.

„Leider sind es oft Wiederholungstäter“, erklärt der Leiter der Direktion Kriminalität. Mit der Vermittlung von Kursen zum Anti-Aggressionstraining versucht die Polizei dem Problem Herr zu werden. Doch oftmals stammen Täter und Opfer aus dem Ost-Block. Hier zu vermitteln – auch aufgrund der Sprachbarriere – sei schwer.

Bei älteren Menschen hohe Beutesummen im Blick

Steigende Fallzahlen vermeldet die Polizei auch im Bereich Betrug älterer Menschen. „Bis 2016 war das kein Problem“, so Gricksch. 2017 musste man aber schon 112 Fälle aufnehmen, von denen nur einer aufgeklärt werden konnte. 2018 will die Polizeikreisbehörde Kleve daher kreisweit vermehrt auf das Problem aufmerksam machen. „Denn hier geht es oft um wirklich hohe Beutesummen“, sagt Gricksch.

Natürlich freut sich der Leiter der Direktion Kriminalität, dass es weniger Straftaten gibt. „Zudem konnten wir über 9000 Tatverdächtige ermitteln“. Dabei stammten 41 Prozent der Täter nicht aus Deutschland.

920 Diebstahlsdelikte in Emmerich

In Emmerich gab es 2017 insgesamt 2645 Straftaten, die Aufklärungsquote lag hier bei 56,7 Prozent. 920 Diebstahlsdelikte wurden in der Hansestadt gemeldet, zudem 708 Delikte im Bereich Straßenkriminalität und 547 Fälle im Bereich Strafrechtliche Nebengesetze, unter die auch Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Auch 453 Straftaten bei Vermögens- und Fälschungsdelikten wurden im Stadtgebiet Emmerich begangen, ebenso wie 303 Rohheitsdelikte, also unter anderem Körperverletzungen oder Nötigungen. Taschendiebstähle wurden 18 gemeldet, Wohnungseinbrüche insgesamt 56 in der Hansestadt.

Einbrecher scheitern oft

In Rees gab es 873 Straftaten und die Aufklärungsquote lag bei 57,3 Prozent. Die höchsten Fallzahlen in Rees gibt es mit 333 im Bereich Diebstahl. Zudem wurden 246 Delikte im Bereich Straßenkriminalität gezählt und 129 bei den Rohheitsdelikten. Taschendiebstähle wurden sieben in Rees gemeldet, Wohnungseinbrüche 23. „Taschendiebstähle“, so Gricksch, „sind hier kein Thema“.

Im Bereich Wohnungseinbrüche unterstreicht er: „46 Prozent der Wohnungseinbrüche sind Versuche. Heißt: Die Täter kommen nicht rein oder machen keine Beute“. Die Präventionsarbeit der Polizei, aber auch die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft „machen sich hier bezahlt“.

>> GERICHTE HELFEN MIT HÄRTEREN STRAFEN

Fast jeder dritte Wohnungseinbruch im Kreis Kleve wird aufgeklärt. „Das spricht sich in Täterkreisen rum“, so Bert Gricksch. Zudem helfen Gerichte mit härteren Strafen, diese Strafdelikte zu vermeiden. Ebenso wie das Präventionsangebot der Polizei.

Einmal im Monat werden auf den Polizeiwachen kostenlos Infos zum Einbruchsschutz gegeben. Mehr dazu unter https://kleve.polizei.nrw/.

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